ÉBANA GARÍN

Ébana Garín © © Goethe-Institut Chile Ébana Garín © Goethe-Institut Chile
Ébana Garín Coronel ist Schauspielerin, Regisseurin und audiovisuelle Künstlerin. Sie studierte Schauspiel an der Universidad de Chile, bildete sich in Theaterregie am Centro de investigación la Memoria (Santiago) fort und absolviert aktuell einen Master of Arts in Regie an der Universität der Künste in Amsterdam. Seit ihrem 16. Lebensjahr hat sie in zahlreichen Theater- und Filmprojekten als Schauspielerin, Trapezkünstlerin, Tänzerin und Performerin in Chile sowie im Ausland mitgewirkt. Zu den Regisseur*innen und Künstler*innen, mit denen sie in diesem Rahmen zusammengearbeitet hat zählen unter anderem Ueli Hirtzel (Schweiz), Mauricio Celedón (Frankreich-Chile), Pilar Ronderos (Chile), Luis Cifuentes (Chile) und Luis Guenel (Chile). Sowohl die von ihr selbst inszenierten Stücke als auch Produktionen an denen sie als Schauspielerin beteiligt war, wurden im Rahmen internationaler Festivals präsentiert, darunter in Frankreich (Chalon dans la rue und Rencontres de Monthelon), der Schweiz (Züricher Theater Spektakel), Dänemark (Copenagen Zirkus), Holland (Groningen Festival) und Spanien (Fira Tárrega).

Im Jahr 2014 begann Ébana Garín damit selbst Regie zu führen verbindet seitdem in ihren eigenen Bühnenarbeiten unterschiedliche Stile und Disziplinen, wobei der Körper und dessen Beziehung zum politischen und sozialen Kontext im Mittelpunkt ihrer Recherche stehen. Hierfür entwickelt sie primär Site specifics, die die Körper der Darstellenden und Zuschauenden mit dem spezifischen Ort, in den die szenische Arbeit eingebettet ist, verbinden. Im Jahr 2017 veröffentlichte sie in Zusammenarbeit mit Camila Karl und einer Gruppe chilenischer Künstler*innen das Buch La Clínica, in dem der Suche nach der (Un)Diszipliniertheit des Körpers im Theaterkontext nachgegangen wird. Ébana Garín wurde zur Realisierung zahlreicher internationaler Künstlerresidenzen eingeladen, darunter auch in Château de Monthelon (2007, 2014, 2018), Watermill Center (2016), Grand Theatre de Groningen (2018), CECREA Castro (2019) und Festival Lüttich (2020). Zu ihren bedeutendsten Regiearbeiten zählen die Stücke La Clínica (2014), Los X (2018) und Bailar el paisaje (2019).

Für das Jahr 2020 plant sie die Premiere des Stücks Mutilados en democracia, bei welchem sie gemeinsam mit Luis Guenel Regie führt. Die Arbeit befasst sich mit den mehr als 300 Fällen von Augenverstümmelungen, die durch die chilenische Polizei im Rahmen der sozialen Proteste seit dem 18. Oktober 2019 verursacht wurden. Für 2021 plant sie das Projekt La ruina de un cuerpo, in dessen Rahmen sie sich mit dem ruinösen Zustand des aktuellen sozialen Körpers beschäftigen möchte.

LOS X
 
Eine Gruppe von Künstler*innen trifft sich in einem alten Haus im Zentrum der Stadt, um gemeinsam mit den Zuschauenden dort eine Reihe von Spielen und Ritualen zum Leben zu erwecken. Dies geschieht zwar in diesem Fall konkret in Santiago de Chile, es könnte aber auch jede andere Stadt dieser Welt sein. Die Schauspielenden springen zwischen Realität und Fiktion hin und her und führen die Zuschauenden in ihrem Spiel immer tiefer hinein in die Handlungsspirale. Einmal sind sie eine Gruppe von Arbeiter*innen, die Reparaturen am historischen Gebäude durchführen müssen und hierfür die Hilfe der Zuschauenden benötigen, mal sind sie einflussreiche Politiker*innen, die verfassungsmäßig über das Schicksal des Landes entscheiden und dann sind sie doch wieder nur Schauspieler*innen, die darüber diskutieren, wie man das Stück denn nun zu Ende bringen soll. Doch die Grenze zwischen Spiel und Realität ist schmal und undurchsichtig, es lauert Gefahr. Die Zuschauenden haben ihr Schicksal selbst in der Hand und feiern dabei gemeinsam mit den Schauspielenden eine bunte Party. LOS X lebt von der Interaktion mit dem Publikum und verläuft niemals gleich. Je nach aktuellem politischem Kontext ändern sich auch die Stückinhalte und dessen Verlauf.

Fotos des Probenprozesses

  • Los Diez_1 © Ébana Garín

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