Sergio Gilabert studierte zunächst Schauspiel an der Universidad de Chile (Santiago) und absolvierte danach sein Masterstudium an der Universidad de Lleida y Fira Tàrrega (Spanien). Neben weiteren Studienaufenthalten an der Universidad Autónoma de Barcelona bildete er sich in Frankreich bei FAI-AR in der Implementierung von Kunstprojekten im öffentlichen Raum weiter. Seine bisherigen Theaterprojekte realisierte er unter anderem in Zusammenarbeit mit namhaften nationalen Regisseur*innen wie Martín Erazo, Paula Aros, Daniel Marabolí und dem Teatro Nacional Chileno. Sergio Gilabert verbindet in seiner Theaterarbeit Radio-, Musik- und Filmprojekten in deren Rahmen der öffentliche Raum eine wichtige Rolle spielt. Seit 2013 ist er Teil der freien Theatergruppe Teatro del Sonido, mit welcher er sich vor allem dem Experimentieren zwischen Sound und Raum widmet sowie der Entdeckung neuer Parameter für sensorische Inszenierungen, Straßentheater und öffentliche Interventionen. In seiner Rolle als Regisseur realisierte er die Stücke La más fuerte von Strindberg (2014) und El año internacional del olvido (2015), die in Chile im Rahmen verschiedener lokaler Festivals präsentiert wurden. Zwischen 2014 und 2015 war er Teil der der Academia Nómade von Millaray Lobos und absolvierte eine Künstlerresidenz am Théâtre National de Bretagne in Frankreich. In Zusammenarbeit mit der Gruppe Paral.lel Ensamble (Katalonien) entwickelte er das Projekt Paparazzi, welches seinen Ursprung im PDE-Projekt hat und im Jahr 2019 auf dem Festival Fira Tàrrega präsentiert wurde. Derzeit ist Sergio Gilabert für die künstlerische Leitung des Projekts Paisaje público, encuentro de arte y espacio público verantwortlich, und bereitet die Premiere seiner ersten audiovisuellen Arbeit Espejismo vor, die auch seitens des Goethe-Institut Chile unterstützt wird und 2021 dem Publikum präsentiert werden soll.
PAPARAZZI
Inspiriert von der Rundfunk-Performance, die Orson Wells 1938 basierend auf dem Roman „Der Krieg der Welten“ realisierte, ist PAPARAZZI eine künstlerische Aktion, die zum einen Rundfunk-Theater mit einer Tour durch die Stadt vereint. In dieser partizipativen Theater-Sound-Produktion treffen im Rahmen verschiedener Szenarien Erzählungen aufeinander, die die Stadtlandschaft, das Radio und die Kollektivität von uns Menschen betrifft. Die Zuschauenden bzw. Zuhörenden werden hierbei auf drei verschiedenen Ebenen in das Geschehen miteingebunden: Zum einen als passive Zuhörer*innen einer Radioerzählung; zum andern als aktive Teilnehmende an einer Tour durch die urbanen Landschaften der Stadt; und zuletzt als bloße Zuschauer*innen der unterschiedlichen künstlerischen Aktionen, die an verschiedenen Orten der Stadt stattfinden. PAPARAZZI ist eine spielerische und partizipative Erfahrung zwischen Fiktion und Realität, die das Publikum sowohl als partizipative Bürger*innen als auch als aktive Zuschauer*innen herausfordert. Das Stück wurde 2019 im Rahmen der Festivals Fira Tàrrega und Festival FiraB (Spanien) gezeigt.