Video
Der kulturelle Kontext beim Literaturübersetzen

Übersetzen
© Shutterstock

Online-Seminar: Der kulturelle Kontext beim Literaturübersetzen, 9. November 2020.
 



Michaela Prinzinger: Guten Abend meinerseits und vielen Dank für die einleitenden Worte von Anne-Bitt Gerecke. Heute wollen wir einige äußerliche Faktoren thematisieren, die das literarische Übersetzen beenflussen und bestimmen.
Wir haben uns fünf Themenbereiche vorgenommen, die wir untersuchen wollen.
Wir gehen gleich zum ersten Thema und einer Frage, die vielleicht fast banal erscheint, aber sehr wichtig ist.
 
Spielt es eine Rolle, wo der/die Übersetzende lebt und kann man in beide Sprachrichtungen gleichermaßen gut übersetzen? Welche Rolle spielen die biografischen Hintergründe und die Ausbildung von Übersetzenden? Welchen Einfluss haben Muttersprachlichkeit und Lebensmittelpunkt auf das Übersetzen?

Dazu möchte ich gern Christos Asteriou und Marianna Chalari begrüßen. Ich bin gespannt, was ihr beide dazu zu erzählen habt.

Christos Asteriou, geboren in Athen, lebt und arbeitet seit 2017 in Berlin als Deutschlehrer, Autor, Übersetzer und Lehrbeauftragter an der FU Berlin. Anfang der 2000er-Jahre war er Leiter der deutschen Abteilung des Athener Zentrums für literarische Übersetzung, das es leider nicht mehr gibt. Derzeit ist er Jurymitglied beim Übersetzungsförderungsprogramm „Litrix.de“ des Goethe-Instituts, das uns Christos näher erläutern wird und das noch bis 2021 einen Griechenland-Schwerpunkt hat.

Asteriou: Guten Abend aus Berlin! Leider können wir nicht in Thessaloniki sein. Trotzdem können wir bei diesem Online-Seminar unsere Ansichten über Literatur und Übersetzung austauschen. Mein übersetzerischer Hintergrund sieht folgendermaßen aus: In meiner Familie sprach niemand Deutsch, und auch sonst hatten wir keinen deutschen Background. Aber von klein auf reiste ich immer wieder in den deutschsprachigen Raum, hatte aber nie vor zu übersetzen. Was ich vorhatte war, Germanistik zu studieren. Einen ersten, tiefen „crush“, was einer Art Verliebtheit glich, erlebte ich durch eine Rilke-Übersetzung, die „Briefe an einen jungen Dichter“, die ich am Ende des Lyzeums las. Damals fragte ich mich zum ersten Mal, wie dieser Text wohl auf Deutsch war. Ich hatte - es war die Zeit vor dem Internet – ja keinen Zugang zum Original. Damals gab es einen kleinen Buchladen in der Akadimias-Straße, wo wir uns, mit langer Lieferzeit, deutsche Bücher beschafften, darüber hinaus nutzten wir die Bibliothek des Goethe-Instituts. In die andere Richtung ist es mir wieder mit einem Rilke-Text passiert, den „Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“, der mich so sehr faszinierte, dass ich mich fragte, wie er ins Griechische übertragen werden könnte. Das Buch ist so fantastisch, dass es fast unmöglich ist. Danach fiel mir eine der ersten Übersetzungen in die Hände, die ich unbefriedigend fand, und so kehrte ich wieder zum Original zurück. Ich weiß nicht, inwiefern es hilft, wenn man sich in einem bestimmten Umfeld befindet. Es gibt herausragende Übersetzer, die niemals in die Länder gereist sind, deren Literatur sie übersetzen. Besonders heutzutage, da einem alle digitalen Kanäle zur Verfügung stehen, fällt es wesentlich leichter, die gesuchten Lösungen zu finden. Die ältere Übersetzergeneration musste viel größere Schwierigkeiten meistern als unsere. 

Prinzinger: Vielen Dank, dann leite ich jetzt über zu Marianna Chalari. Sie lebt in Athen und ist eine junge, aufstrebende Übersetzerin. Sie hat Neugriechische Philologie und Übersetzung/Übersetzungswissenschaft studiert, gerade sind in ihrer Übertragung ältere Schriften von Griechenlandreisenden aus dem 19. Jahrhundert erschienen, dazu ein historischer Roman und Kindersachbücher. Was sind denn deine persönlichen Hintergründe?

Chalari: Ich habe durch eine deutsche Mutter und einen griechischen Vater einen zweifachen kulturellen Hintergrund. Dadurch verkomplizieren sich aber auch Dinge, ich bin nicht sicher, ob man in so einem Umfeld an sich als Übersetzer heimisch wird. Da ich in Griechenland geboren und aufgewachsen bin, könnte ich nicht mit demselben Selbstvertrauen ins Deutsche übersetzen. Doch da ich eine besondere Beziehung zum Deutschen habe, verfüge ich möglicherweise über ein besser entwickeltes Sprachgefühl, was z. B. die Unterscheidung bestimmter semantischer Nuancierungen oder konkrete syntaktische Strukturen betrifft, die mir durch den Kopf gehen: Manchmal denke ich auf Deutsch, und damit meine ich nicht nur mentalitätsmäßig. Ich habe manchmal ganz bestimmte Germanismen im Kopf. Ich glaube nicht, dass ich Literatur ins Deutsche übertragen könnte, befasse mich jedoch mit der Übersetzung von Dokumenten und Texten, mit deren sachbezogenen Hintergründen ich vertraut bin. Aber ich glaube nicht, dass ich die Neuschaffung eines literarischen Textes in einer Sprache bewältigen könnte, die mir normalerweise als Ausgangssprache dient.

Prinzinger: Auf diesen sprachlichen Hintergrund, d.h. mit zwei verschiedensprachigen Elternteilen aufzuwachsen, bin ich natürlich neidisch. Ich habe keinen familiären griechischen Hintergrund. Das ist eigentlich das erste, das vermutet wird, wenn man ein Orchideenfach wie Byzantinistik und Neogräzistik studiert. Ich habe eine emotionale Beziehung zu Griechenland, aber aus der Distanz. Das ermöglicht mir auch, manche Dinge ein bisschen klarer zu sehen. Meine Muttersprache ist Deutsch mit österreichisch-wienerischem Einschlag. Zum ersten Mal wurde mir das bewusst, als ich 1990 von Wien nach Berlin umzog und beim Bäcker „Semmeln“ bestellen wollte und recht harsch darauf hingewiesen wurde, dass das in Berlin „Schrippen“ heißt. Es gibt im Deutschen starke regionale Unterschiede, und das spielt auch eine Rolle beim Übersetzen. Das wurde mir erst so richtig bewusst, als mich österreichische Leser*innen meiner Übersetzungen darauf angesprochen haben, dass ich mich zu sehr an das norddeutsche Idiom assimiliere, das für den deutschsprachigen Raum bestimmend ist. Warum ich also nicht „Knödel“ übersetze, sondern „Klöße“... Das merkte ich ebenso beim Schweizer Verlag Diogenes, der seit vielen Jahren Petros Markaris herausbringt, den ich übersetze. Es herrscht fast eine gewisse Angst, dass uns irgendeine Abweichung ins Österreichische oder Schweizerische passiert, denn das wird von bundesdeutscher Leserschaft und Kritik nicht gut geheißen. Was mein Griechisch betrifft, so habe ich die Sprache erst mit 17 zu lernen begonnen und im Anschluss in Wien Byzantinistik und Neogräzistik studiert. Ich halte es als Literaturübersetzerin mit dem sokratischen Satz: Ich weiß, dass ich nichts weiß, und dem kartesianischen Satz: Ich zweifle, also denke ich, also bin ich. Das heißt, wir Übersetzer forschen immer wieder nach: Habe ich das jetzt wirklich richtig verstanden? Und immer wieder kehrt man dann doch wieder zur allerersten Lösung zurück, mit der man sich zunächst nicht zufrieden geben wollte.
Ich darf wohl zusammenfassend sagen: Für uns alle drei gilt: Die äußerlichen Faktoren der Herkunft, der Sprache, der Ausbildung, der individuellen Biographie und des jeweiligen Lebensmittelpunktes beeinflussen unsere Übersetzungsarbeit in ganz verschiedenartiger Weise. 

Das zweite Thema, mit dem wir uns heute beschäftigen wollen, ist die Frage des Lektorats. Dann taucht gleich die Frage auf: Was ist denn eigentlich mit „Lektorat“ im deutsch- und griechischsprachigen Raum gemeint? Die deutschsprachigen Verlage sind berühmt oder vielleicht auch berüchtigt für ihr gründliches Lektorat, auch von Übersetzungen, bei dem der übersetzte Text noch einmal grundlegend bearbeitet wird und viele Korrekturvorschläge gemacht werden. Christos, was würdest du sagen, was „Lektorat“ in der griechischen Buchproduktion bedeutet?
 
Asteriou: In der Tat hat der Verleger im deutschsprachigen und im angelsächsischen Raum bei der Publikation viel mehr Mitsprachemöglichkeiten. Er kann andere Buchtitel vorschlagen und ganze Teile ändern oder streichen. Im griechischen Raum passiert das viel weniger. Ein grundlegender Unterschied zu Deutschland ist die Trennung zwischen sprachlichem Lektorat und Übersetzungslektorat. Normalerweise kommt es bei uns nur zu einem Übersetzungslektorat, wenn jemand eine mittelmäßige bis schlechte Übersetzung abgegeben hat und der Verleger als Rettungsversuch einen zweiten, erfahrenen Übersetzer bittet, die Übersetzung zu lektorieren. Andererseits gibt es das sprachliche Lektorat, das sowohl literarische als auch übersetzte Texte betrifft. Kürzlich las ich ein Buch aus einer Sprache, die ich nicht beherrsche, und zwar aus dem Hebräischen. Da mir die Übersetzung ins Griechische nicht gefiel, versuchte ich, einige Seiten lang nur ein sprachliches Lektorat vorzunehmen, ohne das Original zu kennen. An einigen Stellen hat es funktioniert, da in sachbezogener Hinsicht nicht gut recherchiert wurde. Es gibt also Unterschiede, was mit Lektorat gemeint ist. Es gibt das sprachliche, das sachbezogene und das rein auf die Übersetzung bezogene Lektorat.
 
Prinzinger: Das ist interessant und völlig anders als im Deutschen. Ich würde gern dazu auch Marianna Chalari hören, eine junge Übersetzerin, die gerade ihre ersten Erfahrungen mit dem Lektorat gemacht hat.
 
Chalari: Obwohl meine Erfahrung noch nicht so groß ist, ist sie doch typisch für die unterschiedlichen Herangehensweisen im griechischen Raum. Es gab z. B. Fälle in meinen älteren Übersetzungen, wo ich meine Arbeit abgab und nach ein paar Monaten das Buch gedruckt im Regal erblickte, ohne irgendeine Verständigung mit dem Lektor oder der Lektorin. Bei jüngeren Übersetzungen hatte ich eine - übrigens sehr gute – Kooperation mit den Lektorinnen und habe einiges aus ihren Anmerkungen gelernt. Nach und nach wurde mir klarer, wie ich immer wieder zu denselben übersetzerischen Entscheidungen komme. Ganz allgemein habe ich durch das Vier-Augen-Prinzip ein Gefühl der Sicherheit erworben, das mich vor Fehlgriffen bewahren kann. Sehr oft wird die Beziehung zum Lektor oder zur Lektorin durch mangelnde Erfahrung der Übersetzenden geprägt. Ich persönlich hatte anfangs wenig Kenntnis davon, wie man eigentlich den Kontakt zu den anderen Gliedern der verlegerischen Produktionskette halten sollte. Daraus entstand zunächst eine gewisse Ratlosigkeit.
 
Prinzinger: Im deutschsprachigen Raum ist die Situation so, dass ich es meistens mit sogenannten „blinden“ Lektor*innen zu tun habe, die gar kein oder nicht ausreichend Griechisch können. Und das hat einige Folgen für uns Literaturübersetzer*innen aus dem Griechischen. Das führt automatisch zur Übernahme von Mehrverantwortung durch die Übersetzerin. Sie weiß, die Lektorin hat im besten Fall noch eine anderssprachige Übersetzung aus dem Englischen oder Französischen zur Verfügung, um zu vergleichen. Aber sie kann es nicht mit dem Original gegenprüfen. Das wird beim deutschsprachigen Lektorat üblicherweise sehr gründlich gemacht. Das ist überhaupt keine Kritik an der Arbeit des Übersetzers, und ich wäre dafür, dass die Lektorinnen in jedem Fall im Buch genannt werden sollten - was nur in wenigen Verlagen passiert-, da sie sehr zur qualitativen Optimierung der Übersetzung beitragen. Als Übersetzerin aus dem Griechischen, und wahrscheinlich aus „kleinen“ Sprachen generell, sieht man sich als Übersetzerin oft gezwungen, ein Vor-Lektorat oder Co-Lektorat zu betreiben – ohne zusätzlich Honorierung. Weil man sich verantwortlich fühlt für die Übertragung diese Literatur, für die man sich einsetzt. Man muss sich auch sehr schnell angewöhnen, sich selbst zu redigieren. Man muss üben, die Distanz zur eigenen Übersetzung zu finden und sie wie einen fremden Text zu lesen, zu bewerten und zu bearbeiten. Übersetzen muss man ja üben wie Schwimmen oder Klavierspielen. Je mehr man übt, desto besser wird man. Als Prosa-Übersetzerin hat man viele Möglichkeiten mithilfe von Syntax, Wortwahl oder Sprachregister den Ausgangstext zum Zielpublikum hinzubewegen und vielleicht auch ein bisschen anzupassen. Man sucht die Balance zwischen einer gewissen verträglichen Fremdheit, die der Text beinhalten sollte, und der Eingliederung dieses anderssprachigen Textes in die deutsche Literatur, die durch die Übertragung geschieht. Wo der Übersetzer seine Arbeit hinbewegen soll – zum Autor oder zum Leser? – wird von den meisten Verlagsmitarbeiterinnen sehr eindeutig beantwortet, nämlich hin zum Leser. Meine Zusammenarbeit mit den „blinden“ Lektorinnen ist sehr gut gewesen. Besonders interessant finde ich diese Situation des Als-Ob, dass der übersetzte Text gründlich als deutscher Text lektoriert wird, ohne ein solcher zu sein. Aber wir alle tun so, als wäre er einer – eine total spannende Situation.

In der Beschreibung des äußeren Kontextes unserer Arbeit sind wir vom individuellen biografischen Hintergrund zur sozusagen sekundären Textarbeit übergegangen, dem Lektorieren. Als drittes Thema wollen wir einen weiteren Aspekt ansprechen, der die Arbeit des Übersetzens beeinflusst, und zwar den Bereich der beruflichen Vernetzung.

Gibt es kulturspezifische Unterschiede im Bereich der beruflichen Vernetzung? Vernetzen sich griechische Kolleg*innen anders als deutschsprachige? Sind wir alle Einzelkämpfer*innen oder setzen wir auf Kollektivität? Welche beruflichen und privaten Netzwerke gibt es, welche Berufsverbände, welche Förderinstitutionen? Und wo liegen die länderspezifischen Unterschiede? 

Da möchte ich gern bei Marianna weitermachen. Erzähl uns doch etwas über die griechische Szene.
 
Chalari: Vor einer Zusammenfassung, wie ich das Berufsfeld der Übersetzenden hier in Griechenland wahrnehme, sollten wir zunächst einmal schauen, welche Berufsverbände es gibt, um sich ein genaueres Bild zu machen.
An erster Stelle ist die PEM zu nennen, die Panhellenische Übersetzervereinigung, mit Sitz in Thessaloniki, gegründet 1963 und mit einer hohen Mitgliederzahl, die auch eine Datenbank pflegt, durch die man mit den Mitgliedern Kontakt aufnehmen kann. Daneben gibt es die PEEMPIP, die Panhellenische Vereinigung von Berufsübersetzern mit Abschluss an der Ionischen Universität, mit Sitz auf Korfu, gegründet 2004, die sich vorwiegend an die Absolventen eben dieser Uni richtet. Darüber hinaus gibt es SMED, den Verband Übersetzer-Lektoren-Korrektoren, mit Sitz in Athen, gegründet 2009, ebenso wie die Griechische Gesellschaft der Literaturübersetzer, die auch entsprechende Preise vergibt, die jedoch, soweit ich sehen konnte, keine Website hat. Preise für literarische Übersetzungen verleiht auch das Kulturministerium im Rahmen der alljährlichen Staatlichen Literaturpreise.
All diese Berufsverbände haben folgendes gemeinsam: die Verteidigung der Rechte der Übersetzer sowie die Förderung ihrer Zusammenarbeit und Vernetzung. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus habe ich jedoch das Gefühl, dass all jene, die sich auf diesem Feld aktiv engagieren, eher persönliche Kontakte nützen, um ihre beruflichen Ziele zu verfolgen. Es gibt keinen einheitlichen Rahmen, es gibt keine nationale Übersetzungspolitik. Demzufolge verhandelt man auf individueller und nicht auf kollektiver Ebene. Ich fände es interessant, wenn es uns - die wir im bilateralen deutsch-griechischen Bereich tätig sind - gelingen könnte, günstige Bedingungen für mehr Kommunikation untereinander, beispielsweise durch die Einführung eines regelmäßigen Übersetzertreffens, zu schaffen. Wir könnten derartige Treffen, die sich in deutschen Städten etabliert haben, zum Vorbild nehmen. Frau Tzimis, die Leiterin der Abteilung für Literatur und Übersetzungsförderung am Goethe-Institut Athen, hat vor ca. einem Jahr auf einer Veranstaltung im Rahmen des Litrix-Programms etwas Ähnliches vorgeschlagen. Ich glaube, wenn die praktischen, durch die Pandemie entstandenen Probleme erst einmal überwunden sind, sollten wir so eine Initiative ins Auge fassen.
 
Prinzinger: Wir machen ja heute schon einen ersten Schritt in diese Richtung und wollen auch auf andere Initiativen zurückkommen, die in diese Richtung arbeiten. Ich möchte allen Teilnehmer*innen ankündigen, dass wir ein Handout vorbereitet haben. Darin habe ich einige grundlegende Links zusammengestellt, in beide Sprachrichtungen.
 
Hinweis auf das EÜK Straelen, wo sich Übersetzer*innen aus und in ALLE Sprachen für einen Arbeitsaufenthalt bewerben können, auf der Startseite der Website finden Sie eine PDF auf Griechisch mit den entsprechenden Erläuterungen.
Hinweis auf die zweisprachige 2. ViceVersa Deutsch-Griechische Übersetzerwerkstatt die 22.-26. März 2021 schlussendlich online stattfinden wird.
Hinweis auf diablog.eu, deutsch-griechische Begegnungen, als ein Vernetzungsprojekt von Kulturmittler*innen und ein Showcase für die zeitgenössische griechische Kulturproduktion.
Hinweis auf literaturuebersetzer.de, die Website des deutschen Literaturübersetzerverbandes VdUe und die zahlreichen Informationen, die dort zu finden sind.

Zu allen Links siehe hier: Handout Online-Seminar Kultureller Kontext.
 
Und jetzt möchte ich gern zum 4. Thema übergehen, zur Frage der internationalen Kulturpolitik. Wir sind ja als Übersetzer*innen Teil einer internationalen Kulturpolitik. Jetzt würde ich gern die anderen Sprecher*innen fragen, welche Instrumentarien es gibt, um die eigene Literatur im Ausland zu fördern und um anderssprachige Literatur im Inland zu fördern? Was können wir als Übersetzende tun, um Alternativen für fehlende Förderstrukturen zu schaffen?
 
Hier möchte ich Christos Asteriou das Wort erteilen, der uns das Programm Litrix.de und andere ausgewählte Fördermöglichkeiten vorstellen wird.
 
Asteriou: Darüber könnten wir stundenlang reden, eine Beschränkung auf einige Minuten ist kaum möglich. Es wäre ungerecht, die beiden Länder, also Deutschland und Griechenland, in dieser Hinsicht zu vergleichen. Deutschland ist ein Land, das ein ganz anderes Verhältnis zur Literatur hat. Wir sprechen über einen Staat, der seine Autoren in vielfältigster Weise auszeichnet. Sie müssen sich vorstellen, dass es überaus zahlreiche nationale und internationale Literaturfestivals gibt, dazu kommen Preise, die selbst von kleinen Städten vergeben werden. Das erscheint uns in Griechenland vielleicht utopisch und unerreichbar, aber oft ist es keine Geldfrage, sondern eine Frage der Wahrnehmung von Literatur und des Verhältnisses zu ihr. Ich könnte mir vorstellen, statt eines der vielen sommerlichen Halligalli-Events zu veranstalten, einen Preis für einen Roman oder einen Gedichtband zu stiften. Also ist es eher eine Frage der Tradition, die die Literatur in einem Land hat, als eine finanzielle Frage. Deutschland hat starke, vielseitige und vielfältige Fördermechanismen für Literatur. Und das hat mit der Art und Weise zu tun, wie der Staat mit den Übersetzenden deutscher Literatur umgeht. Ich hatte die Gelegenheit, genau das von der anderen, das heißt der griechischen Seite her zu erleben, als 2001 das Europäische Zentrum für Literaturübersetzung in Athen gegründet wurde, wo ich Leiter der deutschen Abteilung war.
Während seiner etwa drei- bis vierjährigen Betriebszeit hatten wir ein familiäres Gefühl, das heißt, die Übersetzenden hatten einen Begegnungsort und konnten sich zu Übersetzungsthemen austauschen und Mentoring in Anspruch nehmen. Leider, und das ist ein großes Problem, haben in Griechenland Institutionen keine lange Lebensdauer.
Als Gegenbeispiel möchte ich Ihnen das Programm Litrix.de zeigen, in dessen Jury ich Mitglied bin. Seit Jahren bereits existiert das Übersetzungsprogramm des Goethe-Instituts. Es sollte von allen Seiten anerkannt werden, dass ein Buch Unterstützung benötigt und von allein nicht erscheinen kann. Sie müssen bedenken, dass die überwiegende Mehrzahl der aus dem deutschsprachigen Raum übersetzten Bücher, die in Griechenland erscheinen, subventioniert werden. Sie müssen bedenken, wie viel schwieriger es für ein griechisches Buch  ist, in Deutschland herausgebracht zu werden, wenn es diese Unterstützung nicht hat und wenn es kein Übersetzernetzwerk gibt, das mit staatlicher Hilfe betreut, gefördert und ausbildet wird und dem man ein bisschen Zuwendung und Ermunterung schenkt.
Litrix.de ist ein Programm, das zusätzlich zum zentralen Übersetzungsprogramm des Goethe-Instituts läuft und das sich alle zwei Jahre einem anderen Land widmet. Griechenland ist der erste kleine Sprachraum, dem man sich zuwendet. Was macht Litrix.de kurz gesagt? Es gibt eine Kommission, die aus der Programmleiterin Anne-Bitt Gerecke, griechischerseits aus Marina Agathangelidou und mir und deutscherseits aus drei Mitgliedern (für Kinderbücher, Belletristik und Essay) besteht. Wir wählen Texte aus, die griechischen Verlagen auf der Website www.litrix.de vorgeschlagen werden. Dort findet man Buchpräsentationen und Übersetzungen ins Griechische und Englische. Ein Verlag, der sich für eines dieser Bücher entscheidet, kann sich darauf verlassen, dass die Übersetzungskosten zu 100% und die Rechte zu 50% abgedeckt sind. Daran sehen Sie, wie viel einfacher es für die deutsche Literatur ist, im Ausland Fuß zu fassen. Als Autor würde ich mir wünschen, es gäbe ein entsprechendes Litrix-Programm auf griechischer Seite. Wir sollten nicht nur Literaturkonsumenten sein, sondern selbst Projekte vorschlagen, da es sehr schöne griechische Bücher gibt. So viel fürs erste, als ein Beispiel dafür, wie man die deutsche Literatur im Ausland promotet.
 
Prinzinger: Danke, Christos. Im Gegenzug möchte ich kurz auf die Situation der Übersetzungsförderung griechischer Literatur ins Deutsche eingehen. Da kann ich mich, was die griechische Seite betrifft, relativ kurz halten, da es nicht viel zu berichten gibt. Leider gibt es kaum Fördermöglichkeiten. Wir kennen ja das gebetsmühlenartig wiederholte Mantra von Übersetzer*innen aus dem Griechischen in alle möglichen Sprachen: Es fehlt ein Instrument griechischerseits, das Übersetzungen fördert und damit fehlt die Basis für jede kontinuierliche und nachhaltige auswärtige Buch- und Literaturpolitik. Literatur braucht mehr als alle anderen Künste Unterstützung, weil sie ja nur das Wort hat, mit dem sie arbeitet. Und da sind mehr als Lippenbekenntnisse der griechischen Kulturpolitik gefragt. Die Frage ist jetzt, was können WIR tun? Sind wir dem Zustand in den Nationalstaaten ausgeliefert, wo nichts passiert? Die europäische Ebene ist oft zu hoch, um sich auf ihr einmischen zu können. Wir können auf regionaler und lokaler Ebene, in unserem Viertel, in unserem Dorf, in unserer Stadt etwas für Literatur und Übersetzung tun. Wir können unsere persönlichen Beziehungen spielen lassen. Genauso ist es in Deutschland passiert, bei der Entstehung des EÜK Straelen. Freundschaftliche und berufliche Beziehungen haben geholfen, ein konkretes Projekt umzusetzen. Wir können uns für Preise und Anerkennungen für unsere Arbeit einsetzen, wir können uns auf persönlicher Ebene in den Sozialen Medien einbringen und dort Informationen teilen und auf unsere Belange hinweisen. Wir wollen ja ernst genommen werden als Übersetzer*innen, und dafür sollten wir unsere bürgerschaftlichen Rechte nutzen und z. B. Vereine gründen, wie wir von diablog.eu es in Berlin mit dem Verein Diablog Vision e. V. getan haben, um uns einzubringen und Fördergelder zu beantragen. Das ist, kurz gesagt, die kulturpolitische Situation, über die wir noch stundenlang reden könnten.
Zum Abschluss haben Christos und Marianna zwei Textbeispiele vorbereitet, damit wir zur konkreten Textarbeit zurückkehren.    
 
Dabei geht es um die 5. Fragestellung: Gibt es generationenspezifische Unterschiede beim Übersetzen? Welchen Einfluss hat Technik und Digitalisierung auf das Übersetzen? Die Tatsache ist nicht von der Hand zu weisen, dass jüngere Übersetzende mit anderem sprachlichen Handwerkszeug aufwachsen als ältere. In den letzten Jahrzehnten hat es technische Umwälzungen bei der Texterstellung gegeben, die der Erfindung des Buchdrucks gleichkommen. Interessant ist, ob dadurch der (nicht nur sprachliche) Kulturtransfer beeinflusst wird.
 
Marianna, möchtest du uns ein Beispiel aus der älteren Reiseliteratur, die du übersetzt hast, nahebringen?

Chalari: Ja, sehr gern. Als kurze Einleitung möchte ich sagen: Wir heutige Übersetzerinnen und Übersetzer haben die Möglichkeit, im Internet tatsächlich alles Mögliche nachzuschauen, von einer einfachen Suche, wie man einen Ausdruck in der Alltagssprache verwendet, bis hin zur lautlichen Wiedergabe eines seltenen Namens oder dem Betrachten eines Videos zum Thema, das uns beschäftigt. Dazu kommt der direkte Kontakt mit Menschen, die die Ausgangssprache sprechen, und, wenn wir Glück haben und die Bedingungen günstig sind, sogar die direkte Kontaktaufnahme mit dem Autor oder der Autorin. In dieser Hinsicht fühle ich einen unendlich tiefen Respekt vor den Übersetzer*innen, die in der Zeit vor dem Internet arbeiteten.
Ich würde gern folgendes zeigen: Abgesehen von den kleineren oder größeren Transferprozessen, die in diesem Rahmen stattfinden, schaffen wir schlussendlich etwas, das eine bloße sprachliche Vermittlung übersteigt. Und da die Übersetzung genau eine Form interkultureller Kommunikation und ein fortgesetztes Bemühen um Verständigung ist, reicht ihr ganzer Prozess über die rein sprachliche Ebene hinaus.
Anhand eines konkreten Beispiels will ich zeigen, wie die kulturelle „Last“, die ein Übersetzer mit sich herumträgt, den Übertragungsprozess beeinflussen und eventuell zu Ausrutschern führen kann. Gleichzeitig können sich solche Umstände als signifikant erweisen, sodass einem bewusst wird, warum man die eine Wahl trifft und nicht die andere.

Abschnitt aus den Erinnerungen eines deutschen Philhellenen © Michaela Prinzinger Sie sehen das 1823 publizierte Original vor sich. Es handelt sich um einen Abschnitt aus den Erinnerungen eines deutschen Philhellenen, in denen er die Vorbereitungen des deutschen Militärs auf eine Schlacht schildert, konkret auf die Schlacht von Peta. Nachdem die einzelnen Bataillone aufgeführt wurden, steht der Ausdruck „die beiden Stücke“. Hier hatte die Übersetzerin ein Problem. Die anfängliche Hypothese war, „Stück“ sei in der allgemeinen Bedeutung des Teils oder Anteils an einem Ganzen zu verstehen. Meine erste Wahl war, es als „die beiden Teile“ oder „die beiden Seiten“ (der zusammengezogenen Truppen) wiederzugeben.

Da mir diese Interpretation aber sehr abstrakt und diffus erschien, folgte die Suche nach Bedeutungen, die in den üblichen zeitgenössischen Bedeutungswörterbüchern wie Duden oder Wahrig geboten werden, ohne eine befriedigende Lösung zu liefern. In der Folge suchte ich im Wörterbuchnetz, einer Plattform mit digitalisierten Lexika, die für ältere Texte besonders hilfreich sind. Nach einer Suche im Grimmschen Wörterbuch und in Meyers Großen Konversationslexikon, das sich für Realiensuche besonders gut eignet, traf ich auf „Stück“ in der Bedeutung von „Geschütz“. Diese Interpretation bestätigte sich anhand eines alten Lexikons militärischer Begriffe, das ich online im Netz fand, und so gewann meine Fassung schließlich folgende Gestalt: Τα δύο πυροβόλα τοποθετήθηκαν μπροστά στο μέσο της δεξιάς πτέρυγας και κάποια καπετανάτα κάλυψαν και τις δύο πλευρές.

Hier kurz zur Interpretation des beinah erfolgten Fehltritts: Das Missverständnis ergab sich zum einen aus der mangelnden Erfahrung mit dieser Textsorte, also mit älteren Texten mit militärischer Terminologie, und zum anderen aus meinem Beharren auf einer bestimmten Sichtweise des Originals, die sich offensichtlich aus meinem eigenen kulturellen Kontext speiste. Da das Wort „Stück“ in der griechischen Sprache keine militärische Entsprechung hat, verfügte ich nicht über die sprachliche Sensorik, um die schlussendliche Bedeutung - etwa analog zum englischen „piece“ – auf dem Schirm zu haben.

Dabei möchte ich die Bedeutung der Wachsamkeit hervorheben, die man auf alle Stellen lenken sollte, wo in der Übersetzung etwas „nicht ganz passt“. Unsere kulturelle „Last“ kann sich zuweilen als allzu schwer erweisen und unsere übersetzerischen Entscheidungen auf eine Art und Weise lenken, die das Resultat negativ beeinflussen. Schließlich liegt der große Nutzen der modernen Technologie auf der Hand: Sie und das Internet haben sich - wieder einmal - als Schutzengel der Übersetzerin erwiesen!

Prinzinger: Danke, Marianna, für das schöne Beispiel. Das war sehr eindrucksvoll, wie du das nachvolllzogen hast. Christos, möchtest du uns jetzt dein Beispiel anhand des Autors Clemens Setz zeigen?
 
Asteriou: Ich habe einen Text aus dem letzten, von mir übersetzten Buch ausgewählt. Er stammt vom österreichischen Autor Clemes Setz und zeigt etwas Paradoxes und auch, wie ich glaube, Typisches für die Herausforderungen, die der heutige Übersetzer zu meistern hat: Es handelt sich um einen Text, der auf Deutsch „Spam“ heißt und Texte imitiert, die wir alle schon in unserem Spamordner gelesen haben, mit völlig verrückter, im Grunde maschinenübersetzter Syntax, die großteils keinen Sinn ergibt. Als ich ihn zum ersten Mal las, fragte ich mich, wie ich so etwas übertragen könnte. Zunächst probierte ich es auf die traditionelle Weise. Aber bald sah ich, dass meine Übersetzung sinngemäß viel glatter war als das Original. Dann überlegte ich, den Text auf Deutsch neu zu erstellen, so dass er im Original Sinn ergab. Dabei half mir ein zweisprachiger Kollege an der FU, Herr Kaissas. An einigen Stellen kam auch er damit nicht zurecht. Den Text wollte ich vor allem deswegen neu erstellen, damit aus dem gebrochenen Deutsch und der aufgelösten Syntax normale Sätze entstehen, die ich im Anschluss durch das Programm google translate laufen lassen könnte, um zu sehen, was passiert. Die Methode, der ich schließlich gefolgt bin - Sie können das am griechischen Text sehen, der ebenfalls keinen Sinn ergibt -, war gemischt: Teils entstand die Übersetzung durch google translate und teils musste ich eingreifen, damit der Text nicht eins zu eins mit dem Original übereinstimmt, sondern den Eindruck einer ebensolchen syntaktischen Paranoia erzeugt. Diese Texte führen, das wissen wir aus unserem Spamordner, meistens zu irgendeiner Dame, die uns bekannt gibt, dass wir im Lotto gewonnen haben und sofort jemanden in Afrika kontaktieren sollten, um eine Million Euro in Empfang zu nehmen.
Das war ein Beispiel dafür, wie sich Texte in der Zeit der Globalisierung entwickeln, wie durch den Einsatz maschineller Übersetzung neue Textsorten entstehen und wie der Übersetzer, auch wenn er meint, er hätte sein Handwerk gelernt, in unserer globalisierten Epoche dazu aufgerufen ist, sich ständig neuen Herausforderungen zu stellen. 
 
Heiß dieser Tag nicht gewesen in seiner geräuschlos die Unruhe der Gärten, frisch er aus dem Tumult des kurzen Schauers dauert, sondern wir beide in etwas leichte Kleidung mit mir als Sommerkleid mit sehen-through Träger und Sie mit dem Pullover an leichter als gewöhnlich an Ihnen zu beobachten in dieser strahlende Kalendermonat. Woche sehr Highlight Lotterie Glück. Der legendäre Einfallsreichtum einfach zwei Menschen, die sich einander nähern und schon vom täglichen Anblick her kennen begrüßen mit dem vertrauten Nicken einige Sekunden lang, das Blicken gefolgert von kürzestem Lächeln zu zweit auf der Distanz zweier Fremder sich gewogen sind leicht über den Tag. Dann und das erste Gespräch, ach, und Ihr Kamm, der Ihnen aus es ist immer wieder die Brusttaschen gefallen ist und meine Tests ihn für Sie aufzuheben, was ich gerne vollendete trotz der regennassen Hoffnungen, in die ich mich befand. Sie bedankten sich bei meine und Ihre Freude 149 (c) Suhrkamp Verlag AG, Berlin Confidential Review Copy war es, uns einige Minuten zu unterhalten, gelockert ich und unbegreiflich und frei der. Die Arme der Strahlen Nachmittagssonne unterhielten die Kirchtürme über dem Fluss in ihrem da war ein Wiege Rosa, fast zu viel zart, und gerade in der Erinnerung so schmerzhaft das O von Madonnenfiguren zu Santa Maria Maggiore.
 
Η μέρα δεν ήταν ζεστή και στη σιωπή θα μπορούσατε να ακούσετε την ανησυχία των κήπων, πρόσφατα ήρθατε από την ταραχή της σύντομης βροχής, αλλά και οι δύο φορούσαμε ελαφριά ρούχα, ένα καλοκαιρινό φόρεμα με διαφανή λουριά και ένα πουλόβερ, ελαφρύτερο από το συνηθισμένο για να σας δούμε σε αυτόν τον φωτεινό ημερολογιακό μήνα. Η εβδομάδα τονίζει την τύχη της λαχειοφόρου αγοράς. Η θρυλική εφευρετικότητα δύο μόνο ανθρώπων που πλησιάζουν ο ένας τον άλλον και που γνωρίζουν ήδη ο ένας τον άλλον από μέρα σε μέρα και που χαιρετούν ο ένας τον άλλο για λίγα δευτερόλεπτα με ένα οικείο νεύμα, τα βλέμματα ακολουθούνται από ένα μικρό χαμόγελο σε απόσταση από δύο άτομα που ζύγιζαν ελαφρώς πάνω από το άλλο Ημέρα. Και μετά η πρώτη συνομιλία, ω και η χτένα σας, η οποία έπεφτε συνεχώς από την τσέπη του πουκαμίσου σας και οι προσπάθειές μου να την σώσω για εσάς, την οποία μου άρεσε, παρά τις βρεγμένες μου ελπίδες. Με ευχαριστήσατε και ήταν χαρά για εσάς που μιλήσαμε για λίγα λεπτά, ήμουν απίστευτα χαλαρή και ελεύθερη. Τα χέρια των ακτίνων του απογευματινού ήλιου διασκέδαζαν τους πύργους της εκκλησίας πάνω από το ποτάμι μέσα της, υπήρχε ένα λίκνο ροζ, σχεδόν πολύ τρυφερό, και τόσο επώδυνο στη μνήμη, όπως το O από τις φιγούρες της Madonna έως τη Santa Maria Maggiore.
 

 

Top