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Berlinale Summer Special 2021
Berlin startet wieder mit „Glück“

Glück | von Henrika Kull | DEU 2021, Panorama
Glück | von Henrika Kull | DEU 2021, Panorama | Foto (Detail): © Flare Film

Ob ein Film gelungen ist oder nicht, hängt von verschiedenen Kriterien ab, etwa davon, inwieweit er nach der Vorführung zum Nachdenken anregt. Die Berlinale bietet immer Filme von hoher Qualität. Am Mittwoch hat sie ihre Pforten für das Publikum geöffnet: Einer der ersten Filme im Programm war „Glück“.

Von Elena Gabella

Am Mittwoch, den 9. Juni, wurde das Berlinale Summer Special 2021 eröffnet, ein neues Format der Berliner Filmfestspiele, das eigens für die besondere Situation entwickelt wurde, in der wir uns befinden. Der Pandemie wegen hatte das offizielle Festival im März ohne Publikum im Streaming-Format stattgefunden und sich nur an Pressevertreter*innen und Fachpublikum gerichtet.

Am Eröffnungsabend war Glück von Henrika Kull an einem der Open-Air-Veranstaltungsorte auf großer Leinwand zu sehen. Im Laufe des Abends kamen die beiden Hauptdarstellerinnen (Katharina Behrens und Adam Hoya) sowie die Kamerafrau und der Produzent auf die Bühne und berichteten von der Entstehung des Films. Die Regisseurin wiederum trat nur mit einer aufgezeichneten Videobotschaft auf, doch das zahlreich versammelte Publikum im Freiluftkino Kreuzberg ließ es nicht an Applaus und Würdigungen fehlen.

Glück ist einer der Filme in der Sektion Panorama und erzählt die Geschichte von zwei Prostituierten, die sich an ihrem Arbeitsplatz ineinander verlieben. Alle Teile des Films sind einfühlsam und zeigen großes Fingerspitzengefühl, was sowohl der geradlinigen, eingängigen Regie als auch der guten Interpretation der beiden Hauptdarstellerinnen zu verdanken ist. Interessant ist, wie hier drei Sprachen zum Einsatz kommen (deutsch, englisch und französisch) und jede davon einem mehr oder weniger ausgeprägten Grad an Nähe zwischen den Gesprächspartner*innen entspricht.

Die Stärke dieses Films ist, dass er auf auffällig schlichte und elegante Weise von der Welt der Prostitution erzählt, einer Welt, die häufig durch Tabus und Vorurteile versperrt bleibt. Was wir hier sehen, ist eine neue, über die Liebesgeschichte hinausreichende Perspektive auf diesen Beruf. Wenn die Leinwand dunkel wird, wirkt eine feinfühlige, vom Üblichen abweichende Sichtweise nach, die uns die Hand reicht und unsere Sensibilität vergrößert.

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