German Design Award Die römische Universität RUFA begeistert die deutsche Jury

RUFA – Annual Report 2016
RUFA – Annual Report 2016 | © RUFA

Das Markenzeichen „Made in Italy“ steht für italienisches Design in der ganzen Welt. Normalerweise denkt man dabei an Mode und Möbel, aber auch in anderen Bereichen kommt der mediterrane Stil gut an. So konnte der Annual Report der römischen Universität RUFA überzeugen und hat den German Design Award 2018 gewonnen. Das Erfolgsgeheimnis? Kreative Inhalte, nicht nur Zahlen.

Sowohl Dozenten, als auch Studenten der Rome University of Fine Arts (RUFA) wurden in die Zusammenstellung des Jahrbuches 2016 eingebunden und haben es durch ihre Fachkenntnisse und kreativen Arbeiten in Bereichen wie Grafikdesign und Fotografie bereichert. Im Frühjahr haben RUFA und das Studio INTORNO DESIGN, das sich um das Design gekümmert hat, in Frankfurt am Main den Preis entgegengenommen.

Kreatives Schaffen im Fokus

Die Gestaltung des Layouts ist dynamisch, die Farben und die Typographie sind ausdrucksstark, der künstlerische Faden - in diesem Fall nicht rot, sondern magentafarben - wird buchstäblich von Anfang bis Ende durchgezogen. Genau dieses Zusammenspiel spiegelt den kreativen und multidisziplinären Geist der Universität wieder. “Sehr oft bestehen Jahrbücher hauptsächlich aus Zahlen, wir aber haben mit diesen Kriterien gebrochen und uns auf den kreativen Teil konzentriert“, erklärt Emanuele Cappelli, künstlerischer Leiter der RUFA. „Der redaktionelle Ansatz basiert auf den Inhalten. Unser Annual Report spricht von Kreativität.“

Einige Daten und Fakten, die Meilensteile und das Ausbildungsangebot der RUFA behandeln, sind natürlich im Jahrbuch enthalten. Der Großteil ist allerdings der didaktischen und kreativen Leistung der Studenten und in den Bereichen Graphic Design, Visual & Innovation Design, Set Design, Cinema, Photography und Visual Arts vorbehalten. Die herausragendsten Projektarbeiten werden vorgestellt und geben dem Leser so einen Einblick in das Schaffen der Studenten. Vor allem aber zeigen sie die vielfältigen Möglichkeiten auf, wie man heute als Künstler – abseits der klassischen Vorstellung – seine kreativen Talente auf dem Arbeitsmarkt einbringen kann. Die Projekte haben die verschiedensten Ansätze und reichen von der Entwicklung grafischer Konzepte einer Craft Beer-Brauerei über Neuinszenierungen von Theaterklassikern und Filmdreh, den Bau einer transportablen Sternwarte bis hin zur Entwicklung von Apps und einer Brand identity für einen sizilianischen Streetfood-Anbieter.

Ebenso werden Initiativen, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern stattfinden, im Jahrbuch vorgestellt. Die audiovisuelle Dokumentation von Festivals und Ausstellungen, die Entwicklung von Marketingstrategien für Großveranstaltungen oder die Organisation von Wettbewerben bringen den Studenten natürlich auch praktische Erfahrungen und geben ihnen einen Vorgeschmack auf das, was sie in etwa nach dem Studium erwartet.
 
Grafisches Projekt von Intorno Design

Ein Qualitätszeugnis

Cappelli hält den Fokus auf diese kreativen Inhalte als das entscheidende Element, das nicht nur die Jury des German Design Awards, sondern auch Jurys anderer internationaler Preise überzeugt hat. Dass mit einem Printprodukt gerade ein Preis aus Deutschland gewonnen wurde, dem Land, in dem Johannes Gutenberg den modernen Buchdruck erfunden hat, sei allerdings etwas Besonderes, eine Art Qualitätszeugnis. “Wir wissen, wie viel Wert die Deutschen auf präzise Details, Inhalte und auf ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Kreativität und grafischer Sorgfalt legen.”

Nach dieser Auszeichnung sind die Erwartungen an den nächsten Annual Report für 2017 natürlich hoch, doch ebenso ist es die Motivation der beteiligten Dozenten und Studenten, die sich nicht auf ihrem Erfolg ausruhen wollen. Die Veröffentlichung steht kurz bevor und wird sicher wieder mit kreativem Design und Inhalten gespickt sein.