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SeeYouSound – Fokus Berlin
Sinfonien der Großstadt

Berlin, East-Side-Gallery
Berlin, East-Side-Gallery | © Goethe-Institut Italien / Foto: Caterina Decorti

Anlässlich des 30. Jahrestags des Berliner Mauerfalls präsentiert das Film- und Musikfestival „SeeYouSound“ (Turin, 25. Januar bis 3. Februar 2019) in seiner fünften Ausgabe zusammen mit dem Goethe-Institut Turin eine Hommage an Berlin und die Berliner Musikszene von den 80er Jahren bis heute.

Von Marco Farano


Eröffnet wird das Festival mit dem Film Symphony of Now von Johannes Schaff, der das Nachtleben und die Musikszene im heutigen Berlin porträtiert und damit inhaltlich an den Eröffnungsfilm des Jahres 2015, B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979-1989, anknüpft.

In diesem Zusammenhang darf natürlich auch ein Rückblick in das Berlin vergangener Tage nicht fehlen: Der Film Berlin – Die Sinfonie der Großstadt von Walter Ruttmann diente im Laufe der Jahre immer wieder als Inspiration für filmische Hommagen an die deutsche Hauptstadt und wird im Rahmen des Festivals mit Live-Musik-Begleitung von Domenico Sciajno und Giovanni Corgiat vorgeführt.
 
Hansa Studios: By The Wall 1976-1990 von Mike Christie erzählt von den gleichnamigen Berliner Tonstudios im Westen Berlins, der sich vom „Schaufenster des Westens“ in eine rebellische Insel der Kreativität verwandelt hatte: einen Ort, an dem Gruppen wie Einstürzende Neubauten entstanden und der Künstler wie David Bowie und Nick Cave anzog. Nach dem im Jahr zuvor gezeigten Film Conny Plank – The Potential of Noise (präsentiert von Regisseur und Sohn Stephan Plank) setzt das Festival damit seinen Streifzug durch die Welt der deutschen Tonstudios fort.
 
Im Zuge der Kooperation mit dem Soundwatch Berlin Music Film Festival entstand darüber hinaus die Idee zu einer Zusammenstellung von Musikvideos, die auf beiden Seiten der Mauer und in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung gedreht wurden. Präsentiert wird das bunte Programm von Natalie Gravenor.
 
Auf beiden Seiten der Mauer spielt auch der Film Gundermann, der dem Leben des Liedermachers Gerhard Gundermann gewidmet ist. Der überzeugte Kommunist liegt trotz allem in ständigem Konflikt mit den Behörden; tagsüber arbeitet er in einer Kohlegrube, abends steht er auf der Bühne. Mit seinen kritischen Liedern wird er zum Sprachrohr der Menschen in der DDR der 80er Jahre. Aber auch nach dem Fall der Mauer hält Gundermanns Popularität an, denn der Liedermacher scheut sich nicht, die von vielen ehemaligen DDR-Bürgern als Grenzen und Fehlentwicklungen erlebten Aspekte der Wiedervereinigung anzuklagen. Es ist daher wohl kein Zufall, dass der Film von Andreas Dresen gedreht wurde, einem der größten deutschen Regisseure der Gegenwart, der selbst ebenfalls in der DDR aufwuchs und dort auch sein Studium absolvierte. Mit diesem Film schlägt Dresen nun eine Brücke zwischen unterschiedlichen Epochen und Welten und zeigt zugleich, dass die im Jahr 1989 gefallene Mauer bis heute noch nicht ganz abgetragen ist.
 

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