Maker Faire Rome Deutsche Maker in Rom

Maker Faire Rome
© Goethe-Institut Italien

In Rom hat vom 1. bis 3. Dezember 2017 das fünfte Mal die Maker Faire Rome stattgefunden, das größte europäische Event zu Innovation und Kreativwirtschaft. Auf über 100.000 m² wurden Projekte, Produkte und Ideen vorgestellt, die die verschiedensten Bereiche wie Mode und Musik, Landwirtschaft und Recycling, Gesundheit und humanitäre Hilfe, virtuelle Museen und Ristoration abdeckten.

Neben italienischen waren auf der „Europäischen Edition 4.0“ auch Maker und Kreative aus ganz Europa vertreten. Auch die Kölner YouTuberin Laura Kampf und die zwei Münchener FabLabs Erfindergarden und FabLab München e. V. waren dabei, um ihre Projekte vorzustellen und um im Austausch mit ihren italienischen und europäischen Kollegen neue Ideen und Inspirationen zu finden.

Erfahrungen teilen

Einige wichtige Elemente, die einen Maker ausmachen, sind Neugier, Einfallsreichtum, Leidenschaft und der Wunsch, etwas Eigenes zu produzieren. So ist es auch bei Laura Kampf, die ihre Aktivitäten auf YouTube teilt, wo ihr mittlerweile eine große Community folgt und beim Kreativsein zuschaut. Gekonnt hat sie ihr Designstudium und ihre Arbeitserfahrungen in der Welt des Fernsehens kombiniert und erkannt, dass YouTube-Maker genau ihr Ding ist: „Ich habe in meinem Leben noch nie so viel und hart gearbeitet, aber es ist der beste Job, den ich jemals hatte.“ Beim Produzieren der Videos wird sie vor allem von ihrer großen Leidenschaft, Dinge selbst zu machen vorangetrieben, viel mehr als von ihren Ideen, die sie selbstironisch als „schlecht“ bezeichnet. Viel mehr als um das Ergebnis ginge es ihr um den Prozess und darum, mit ihren Videos die Zuschauer zu inspirieren und dazu anzuregen, selbst aktiv und kreativ zu werden.
 
  • Tin Tin Orto House: ein senkrechter Garten, der an die Form eines apulischen Trullo angelehnt ist © Goethe-Institut Italien
    Tin Tin Orto House: ein senkrechter Garten, der an die Form eines apulischen Trullo angelehnt ist
  • Das „crazy orchestra“ funktioniert Alltagsgegenstände in Musikinstrumente um © Goethe-Institut Italien
    Das „crazy orchestra“ funktioniert Alltagsgegenstände in Musikinstrumente um
  • Auch Fondazione Mondo Digitale war vor Ort. © Goethe-Institut Italien
    Auch Fondazione Mondo Digitale war vor Ort.
  • Laser4DIY, der Prototyp des FabLab München e. V. © Goethe-Institut Italien
    Laser4DIY, der Prototyp des FabLab München e. V.
  • Wenn ein Waffeleisen zum CD-Player umgebaut wird © Goethe-Institut Italien
    Wenn ein Waffeleisen zum CD-Player umgebaut wird
  • Workshops für Kinder © Goethe-Institut Italien
    Workshops für Kinder
  • Für einen interaktiven Museumsbesuch © Goethe-Institut Italien
    Für einen interaktiven Museumsbesuch
  • Innovationen für die Landwirtschaft © Goethe-Institut Italien
    Innovationen für die Landwirtschaft

Learning by making

Das FabLab München e. V. kam mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt „Laser4DIY“ auf die Messe, einer kostengünstigen Open Source-Lösung für das Löten von Metall und Elektronikplatinen. Die Entwicklungen dazu laufen auf Hochtouren, sodass Ende nächsten Jahres schon viele Makerspaces von dieser Innovation profitieren und dadurch viel Zeit und Kosten sparen sollten.
In diesem FabLab hat auch Andreas Kopp seine ersten Erfahrungen in einem Makerspace gemacht. Daraus entstand der Wunsch, ein eigenes FabLab zu betreiben: Erfindergarden. Mittlerweile hat er seine eigenen Räume im Zentrum Münchens, wo sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter dem Motto „Learning by making“ ausprobieren können. Immer auf der Suche nach Neuem hat er auf der Maker Faire Rome einen Open Source-Roboter entdeckt und direkt an ein Vater-Sohn-Team des Erfindergarden gedacht, dem er das Projekt zum Nachbauen und Weiterentwickeln vorschlagen möchte. Seit 2013 ist Andreas auf Maker Faires unterwegs und hat auch dieses Jahr viele bekannte Gesichter wiedergetroffen. Die Treffen mit anderen Makern sieht er als optimale Gelegenheit, sich mit Kollegen aus aller Welt auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und diese zu stärken. Für sein nächstes Projekt dürften ihm seine Bekanntschaften von Vorteil sein: er möchte einen FabLab-Jugend-Austausch ins Leben zu rufen und so junge Maker verschiedener Länder zusammenbringen.

Jeder kann ein Maker werden

Nicht nur die Anzahl der Kreativwerkstätten in Europa und auf der ganzen Welt nimmt stetig zu, sondern auch die der Kreativen, die sich in ihnen ausprobieren. Kontinuierlicher Fortschritt und Innovation machen es immer leichter, selbst zum Maker zu werden und mit 3D-Druckern, Lasercuttern und anderen digitalen Maschinen zu arbeiten. Dank der FabLabs und Makerspaces wird es Kreativen, Schülern und Studenten immer leichter gemacht, sich im Produktdesign und Coding auszuprobieren und eigene Projekte voranzutreiben. Man ist gespannt, welche Neuheiten auf der Maker Faire Rome 2018 vorgestellt werden.