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Installazione del pannello “Freiraum. Un progetto di libertà” a Torino© Goethe-Institut Turin

Tandem Genua-Turin–Stockholm
Jugendliche empowern

Die Goethe-Institute Genua und Turin widmen sich gemeinsam im Rahmen des Freiraum-Projekts dem Verhältnis von ökonomischen Zwängen und individueller Freiheit. In Zusammenarbeit mit dem Partner YEPP haben sie sich den Lebensumständen junger Menschen in sozial schwierigen Vierteln beider Städte angenommen, Porta Palazzo in Turin und Cornigliano in Genua. Inwieweit stehen Jugendliche aus zwar ähnlich schwierigen, dabei aber doch strukturell unterschiedlichen Gegenden ähnlichen oder ganz anderen Fragen und Hürden gegenüber, und wie empfinden sie diese? Aus der Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist die interaktive Foto-Installation Scatti di libertà entstanden, die an immer neuen Orten die Besucher*innen auffordert, ihre eigenen Antworten zu hinterlassen.

Installation „Scatti di libertà“ und Kurzfilm „Sei tu quello giusto?“

Die Beschäftigung der Jugendlichen mit den Freiraum-Themen führte zu der interaktiven Foto-Installation Scatti di libertà (Schnappschüsse zur Freiheit): In 26 Bildern und 6 kurzen Textzeugnissen berichten die Jugendlichen über ihre Hindernisse auf dem Weg zur Freiheit und wie sie diese überwinden. In einem interaktiven Wandspiel, das die gestellten Fragen an die Jugendlichen nachzeichnet, wird den Besucher*innen die Möglichkeit gegeben, nicht nur den Pfad anderer nachzuvollziehen, sondern selbst Teil der Fragestellung zu werden. Nach den ersten Präsentationen der Installation in den Giardini Luzzati in Genua und der Conserveria in Turin reist das Wandspiel an unterschiedliche Orte in Italien und lädt die jeweiligen Besucher*innen dazu ein, ihren persönlichen Pfad zur Freiheit auf dem Spiel zu hinterlassen.

In der zweiten Phase des Projekts setzten sich die Jugendlichen aus Porta Palazzo und Cornigliano mit inhaltlicher Unterstützung des Centro Studi MEDÌ mit Rassismus und Diskriminierung im Alltag, in ihrer Lebenswelt und in den sozialen Medien auseinander. Sie näherten sich so aus ihrer spezifischen Sichtweise der Frage der Tandemstadt Stockholm an, wie mit Nationalismus und Rechtsradikalismus umzugehen ist. Ihre eigene Antwort auf diese Frage geben die Jugendlichen in dem Kurzfilm Sei tu quello giusto? (Bist du sicher?).
 


Bei der großen Freiraum-Abschlussveranstaltung in Berlin, an der alle teilnehmenden Goethe-Institute und ihre Partner mit der interessierten Öffentlichkeit zusammentrafen, wurden die Installation und der Kurzfilm als Teil der Freiraum-Ausstellung im ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik vom 12.–17. März 2019 präsentiert.

  • Berlin: Wandspiel und Fotoinstallation in der Freiraum-Ausstellung im Z/KU © Goethe-Institut / Foto: Anja Weber
    Berlin: Wandspiel und Fotoinstallation in der Freiraum-Ausstellung im Z/KU
  • Berlin: Wandspiel in der Freiraum-Ausstellung © Goethe-Institut / Foto: Anja Weber
    Berlin: Wandspiel in der Freiraum-Ausstellung
  • Berlin: Auf dem Wandspiel wird ein persönlicher Pfad hinterlassen © Goethe-Institut / Foto: Anja Weber
    Berlin: Auf dem Wandspiel wird ein persönlicher Pfad hinterlassen
  • Berlin: die Fotoinstallation bei der Freiraum-Ausstellung © Goethe-Institut / Foto: Anja Weber
    Berlin: die Fotoinstallation bei der Freiraum-Ausstellung
  • Berlin: Austausch über die lokalen Projekte © Goethe-Institut / Foto: Anja Weber
    Berlin: Austausch über die lokalen Projekte
  • Berlin: Open Situation Room – Diskussionen um die Freiraum-Themen © Goethe-Institut Turin | Foto: Laura Fiorio © Goethe-Institut Turin | Foto: Laura Fiorio
    Berlin: Open Situation Room – Diskussionen um die Freiraum-Themen
  • Auf der Spielwand werden persönliche Lebenspfade nachgezeichnet © Goethe-Institut Turin
    Turin: Auf der Spielwand werden persönliche Lebenspfade nachgezeichnet
  • Workshop in Turin mit dem Partner aus Stockholm, Mitt 127 © YEPP Porta Palazzo
    Workshop in Turin mit dem Partner aus Stockholm, Mitt 127
  • Einweihung der Installation „Freiraum. Un progetto di libertà“ in Genua © YEPP Porta Palazzo
    Einweihung der Installation „Freiraum. Un progetto di libertà“ in Genua
  • Stadtbesuch anlässlich des Workshops von YEPP in Stockholm © YEPP Porta Palazzo
    Stadtbesuch anlässlich des Workshops von YEPP in Stockholm
  • YEPP in Stockholm an einem sonnigen Tag © YEPP Porta Palazzo
    YEPP in Stockholm an einem sonnigen Tag
  • Die schwedischen Partner in Turin © YEPP Porta Palazzo
    Die schwedischen Partner in Turin
  • Beim Workshop in Turin mit Mitt 127 wird über die Fragestellungen diskutiert © YEPP Porta Palazzo
    Beim Workshop in Turin mit Mitt 127 wird über die Fragestellungen diskutiert
  • Da entstehen neue Freiheitsperspektiven © YEPP Porta Palazzo
    Da entstehen neue Freiheitsperspektiven
  • YEPP und Mitt 127 zusammen in Turin: eine bunte, fruchtbare Zusammenarbeit! © YEPP Porta Palazzo
    YEPP und Mitt 127 zusammen in Turin: eine bunte, fruchtbare Zusammenarbeit!

Jugendliche empowern: das Projekt

In Genua und Turin arbeitet das Goethe-Institut seit Beginn des Freiraum-Projekts gemeinsam mit YEPP (Youth Empowerment Partnership Programme), einem internationalen Programm für junge Italiener*innen und Ausländer*innen, die unter ungünstigen sozioökonomischen Bedingungen leben. Mit ca. 30 Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren aus den Turiner und Genueser Bezirken Porta Palazzo und Cornigliano wurde in mehreren Workshops darüber reflektiert, was für sie Freiheit bedeutet und was sie daran hindert, sich frei zu entfalten. Sie diskutierten darüber, was die schwierigen ökonomischen Verhältnisse für ihren Alltag und für ihren Lebensweg bedeuten, inwiefern sie ihren persönlichen Freiraum konditionieren. Ein Wort tauchte immer wieder in den Debatten auf: Mut. Mut, verinnerlichte Stereotype loszuwerden und die großen Herausforderungen anzugehen, Mut, den kleinen Freiraum zu nutzen, der einen umgibt, um ihn am Ende vielleicht sogar ein Stück zu erweitern.

Gemeinsam mit den jungen Menschen entstand so die Fragestellung für das Freiraum-Projekt:

„Ökonomische Umstände schränken unsere Freiheit ein. Es sind aber auch mangelnde Aufnahme, kontaminierende Vorurteile und zwischenmenschliche Beziehungen, die unseren Mut beschneiden, uns selbst zu verwirklichen und zu verändern“. Welche Antworten darauf haben wir für Jugendliche in Genua Cornigliano und Turin Porta Palazzo?
Während eines Treffens aller an dem europäischen Freiraum-Projekt beteiligten Städte in Warschau wurde uns per Zufallsgenerator Stockholm als Partnerstadt zugelost. In der schwedischen Hauptstadt beschäftigt sich das Goethe-Institut mit der Erstarkung von politischem Populismus und Extremismus und hat sich dafür mit verschiedenen Organisationen wie Juridikfronten und der Stiftung Expo zusammengesetzt. Die Partner setzen sich gegen Intoleranz und für die Verteidigung der Rechte und des Freiraums von Minderheiten ein und versuchen dabei auch, Rechtsextremismus innerhalb der legalen Grenzen zu halten.

Schweden hat eine multikulturelle und inklusive Gesellschaft, aber seit einigen Jahren dringen vermehrt populistische Einstellungen in die politische Debatte ein. Die Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Fundament der Demokratie, aber wie soll man sich Gruppen gegenüber verhalten, die mit ihren Gewaltakten und Parolen die Freiheit von anderen Menschen beschränken wollen?

Stockholm stellt uns im Rahmen des Projekts also die Frage:

Wie kann die Arbeit gegen Nationalismus und Rechtsradikalismus aussehen?
Im Zuge der Städtepartnerschaft soll der verbindendende Kern der zwei Fragestellungen, Rassismus und Diskriminierung, aus den verschiedenen Perspektiven der lokalen Partner bearbeitet werden. Zu diesem Zweck wurden zusätzliche Partner ins Boot geholt: die schwedische Jugendgruppe  Mitt127 (127 ist die Postleitzahl des Stockholmer Stadtteils Skärholmen, in dem die Organisation agiert) sowie das in Genua ansässige unabhängige Forschungszentrum Centro Studi MEDÌ, das zu Themen der Migration forscht.

Im Februar besuchten schwedische Jugendliche von Mitt127 die Partnerstadt Turin und nahmen an einem gemeinsamen Foto-Workshop teil. Dabei wurde über die beiden Fragestellungen gesprochen und reflektiert, Erfahrungen wurden ausgetauscht und Fragen diskutiert wie: „Inwieweit sind unsere jeweilige Situationen vergleichbar, was verbindet die Lebensumstände der Jugendlichen in den beiden Ländern, was trennt sie?“ – oder auch „Wie sieht es mit politischem Extremismus und daraus resultierender Gewalt und Intoleranz auf politischer Ebene, aber auch im persönlichen Umfeld und im Alltag aus?“.

Im Gegenzug reisten im Juli italienische Jugendliche nach Stockholm. Neben dem Austausch über die schwedische Fragestellung in Workshops und Gesprächsrunden stand auch der Besuch des von Mitt127 organisierten Sommerfestivals im Stadtviertel Skärholmen auf dem Programm, um so die Kinder- und Jugendarbeit des Partners und die lokalen Begebenheiten kennenzulernen.
FREIRAUM Video Turin /Genua© Goethe-Institut | Regie: Manuel Peluso © Goethe-Institut | Regie: Manuel Peluso

Genua & Turin / Freiheit, ein Luxus?
Mut zur Veränderung

„Ökonomische Umstände schränken unsere Freiheit ein. Aber auch Erfahrungen mangelnder Aufnahme, die Vorurteile anderer, die wir mit der Zeit verinnerlichen, und schwierige zwischenmenschliche Beziehungen beschneiden unseren Mut und behindern uns darin, uns frei zu entfalten“. Was können wir Jugendlichen in Genua und Turin antworten?

Freiraum #STOCKHOLM Foto: FREIRAUM Sweden

Stockholm / Nach Europa
Was tun gegen Rechtsradikalismus

Die Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Fundament der Demokratie, Teile der politischen Debatte werden jedoch vermehrt von populistischen Kräften geprägt. Wie kann man sich Gruppen gegenüber verhalten, die mit ihren Worten und Taten die Freiheit anderer Menschen beschneiden wollen? Wie kann die Arbeit gegen Nationalismus und Rechtsradikalismus aussehen?