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Freiraum in Neapel
Drei Fragen an Yasser Almaamoun

 V.l.n.r.: Fabio Landolfo, Sophia Karimi, Giovanna Bianco, Maria Carmen Morese, Yasser Almaamoun
V.l.n.r.: Fabio Landolfo, Sophia Karimi, Giovanna Bianco, Maria Carmen Morese, Yasser Almaamoun | © Bianco-Valente

Von Dr. Maria Carmen Morese

Du warst in den letzten Monaten mehrfach in Neapel zu Gast. Wie hast du die Zeit genutzt?

Ich habe die Stadt intensiv erkundet und den Kontakt zu den Neapolitanern gesucht. Neben Gesprächen mit den Künstlern Bianco-Valente und Fabio Landolfo, bei denen ich mich sehr für ihre Zeit und Unterstützung bedanke, habe ich zahlreiche Interviews geführt, sowohl mit Fachleuten, z.B. mit Annalisa Piccirillo vom Zentrum für Postkoloniale Genderforschung der Universität „L’Orientale“, als auch mit Menschen, die mir zufällig auf meinen Touren durch Neapel begegneten. Sie haben mir davon erzählt wie sie ihre Stadt wahrnehmen und welche Orte ihren Alltag prägen. Auch meinen Gastgebern, Nicola Ciancio und Vincenzo Falcione von SuperOtium, verdanke ich viele interessante Gespräche, meist bis in die frühen Morgenstunden. (er lacht…)

Warum hast du die Piazza Carità für dein Projekt ausgewählt? Was fasziniert dich an diesem Ort?

Die Piazza Carità ist mir sofort durch ihren architektonischen Mix, ihre moderne und doch zugleich antiquierte Ausstrahlung aufgefallen. Sie wird von einer wichtigen Verkehrsader geteilt und wirkt wie eine Verbindung zwischen Altstadt und Spanischem Viertel bzw. der Pignasecca. Schon auf den ersten Blick habe ich die besondere „private“ Nutzung des Platzes durch Anwohner und Passanten bemerkt.

Was dürfen die Neapolitaner von deinem Projekt erwarten?

(er lacht....) Eine Provokation! Ich bin sicher, es wird eine lange Diskussion geben. Im Ernst, ich möchte eine Debatte darüber anregen, wie Menschen einen öffentlichen Platz, in diesem Fall die Piazza Carità nutzen. Ich weiß nicht, wie die Leute auf meinen Vorschlag reagieren werden. In den letzten Wochen habe ich Tag und Nacht an diesem Projekt gearbeitet. Eines ist mir wichtig: Ich möchte eine Debatte anregen. Eine Debatte zu führen bedeutet, Kunst zu machen.
 

Yasser Almaamoun spricht bei einer Veranstaltung © Goethe-Institut / Adam Burakowski Yasser Almaamoun

Yasser Almaamoun ist Architekt und Aktivist aus Syrien. Seit 2013 lebt und arbeitet er in Berlin. Neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, engagiert er sich im Kulturprojekt Multaka: Das Museum als Treffpunkt, einer Initiative der Staatlichen Museen zu Berlin. Seit 2014 ist er Mitglied des Zentrums für politische Schönheit, wo er als „Außenminister“ agiert.

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