Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Schaufenster Berlin
Gärten der Welt

Marzahn
Marzahn | © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti

Die Gärten der Welt sind ein kleines Meisterwerk städtebaulicher Sanierung mitten im Herzen von Marzahn, einem typischen Ostberliner Randbezirk.

Grünland und Plattenbauten aus sozialistischen Zeiten prägen hier die Landschaft. Die Mieten sind relativ niedrig, aber die große Entfernung zum Zentrum und die sozialen Spannungen – die hier größer sind als im Rest Berlins – machen Marzahn als Wohnbezirk nur wenig beliebt.

DIE SANIERUNG DES STADTTEILS

In den 80er Jahren begann man daher mit einer schrittweisen Aufwertung des Gebiets, mit dem Ziel, das Potenzial des Stadtteils besser auszuschöpfen. Zahlreiche Plattenbauten wurden umgebaut und ihre Höhe reduziert, im Jahr 1987 wurde ein Erholungspark eröffnet – eine weitläufige Grünfläche, in dessen Zentrum die Gärten der Welt angelegt wurden.
 
Wir haben die Gärten für euch nun zu einem ganz besonderen Zeitpunkt besucht, und zwar in der Abschlusswoche der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA), die von April bis Oktober in Marzahn stattfand.
Anlässlich dieser Schau wurde in den Gärten auch eine eigene Seilbahn eröffnet, die noch drei weitere Jahre in Berlin bleiben soll und vielleicht sogar überhaupt nicht mehr abgebaut wird, wie uns ein Mitarbeiter verriet. Ein weiterer Beitrag ganz im Sinne des Projekts zur nachhaltigen Entwicklung des Gebiets, für das sich die Senatsverwaltung energisch einsetzt.
 
  • Chinesischer Garten © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti
    Chinesischer Garten
  • Balinesischer Garten © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti
    Balinesischer Garten
  • Japanischer Garten © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti
    Japanischer Garten
  • Orientalischer Garten © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti
    Orientalischer Garten

DIE GÄRTEN DER WELT

Ein Besuch in den Gärten der Welt ist zweifellos ein eindrucksvolles Erlebnis. Nur wenige Dutzend Meter trennen die einzelnen Gärten voneinander, die mit Pflanzen und Materialien aus verschiedensten Ländern der Welt gestaltet sind. Tatsächlich hat man bald das Gefühl, durch die exotischsten Winkel des Planeten zu wandeln.

Der erste Garten, der errichtet wurde, war der chinesische. Hier im größten chinesischen Garten Europas dominieren farblich Rot-, Weiß- und Grautöne, ergänzt durch einen Teich mit dem Namen „Spiegel des Himmels“. An seinem Ufer befindet sich ein Pavillon, in den man einkehren und verschiedene Sorten chinesischen Tee probieren kann – vielleicht auch, um die kontemplative Stimmung zu genießen, die sich inmitten der Natur und in dieser besonderen Atmosphäre gerne einstellt.
 
Der Balinesische Garten, auch der „Garten der drei Harmonien“ genannt, wurde hingegen im Jahr 2003 errichtet und befindet sich im Inneren eines Gewächshauses, in dem das für die balinesische Vegetation notwendige warm-feuchte Klima geschaffen wurde. Kostbare Orchideen, Farne und Frangipiani umrahmen hier eine perfekt rekonstruierte Wohnanlage, die einen Eingangsbereich, einen Tempel und einen Pavillon umfasst. Berlin mit seinen kalten Farben und seiner weltstädtischen Ruhelosigkeit bleibt draußen. Drinnen bleiben allein das Rauschen des Wassers und die aufregende Schönheit der Farben.

Der Italienische Garten ist eine naturgetreue Nachbildung einer klassischen Renaissancevillen-Anlage. Tatsächlich übt er bei unserem Besuch eine seltsame Wirkung auf uns aus, denn alles hier erinnert uns an Italien: der Säulengang, die Blumenbeete, die Statuen und diese unverwechselbare Kombination von Formen und Farben, die allen, die auf der italienischen Halbinsel geboren und aufgewachsen sind, wohlvertraut ist.
 
Interessant sind auch der Koreanische Garten, mit seinen einzigartigen, grotesken Figuren, der Christliche Garten, mit seinem „Schriften“-Gang, bestehend aus Passagen heiliger Texte, und die Nachbildung des Labyrinths von Chartres in Frankreich. Bemerkenswert ist außerdem der Orientalische Garten mit seinen Brunnenspielen und bunten Fliesen. Neu ist hingegen die Hommage an Los Angeles – weniger ein Garten als vielmehr eine Komposition aus Palmen und amerikanischen Autos auf einem künstlichen Parkplatz. Offen gesagt dachten wir im ersten Moment, dass der Parkplatz echt sei und es hier nichts anderes zu sehen gebe.
 
Im Japanischen Garten, der Kreation eines Zen-Mönches, stehen im Gegensatz dazu Stille und Harmonie im Mittelpunkt. Im Sommer wunderschön, im Winter unvergleichlich poetisch, besticht der Garten mit einem Pfad, der sich durch drei unterschiedliche Bereiche schlängelt, die ihrerseits Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft symbolisieren. Japanischer Ahorn und Lavendel runden das Bild ab und verleihen dem Garten einen zeitlosen Charme.
 
Und das ist auch der Eindruck, den die gesamte Anlage der Gärten der Welt vermittelt. Ein Raum außerhalb unserer Zeit, mit der abstrakten Schönheit einer Großstadt-Oase – bereit zum Symbol für die Zukunft eines Stadtteils zu werden, der nicht mehr verlangt, als wieder aufzuleben und Verbesserung zu erfahren.

Top