Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

re;publica 19
Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen

Am Leuchttisch
Am Leuchttisch | © Goethe-Institut Italien / Foto: Christina Pawlata

„Trickmisch – das mobile Sprachlabor ist eine Sprachschule von Neuankommenden für Neuankommende: Schüler und Schülerinnen machen Filme über ihre eigenen Geschichten, die von anderen Schülern wieder verwendet werden können, um Deutsch zu lernen“ – so Trickmisch-Gründerin Julia Kapelle, die das Projekt auf der re;publica19 vorstellt.

Von Christine Pawlata

Tina mag ihren langweiligen Geschichtslehrer nicht, deshalb kommt sie zu spät in die Schule. Zur Strafe schickt ihr Lehrer sie mittels eines Zaubers auf Zeitreise in das alte Ägypten, wo sie den Gott Anubis trifft. Die Schülerin singt ihm ein arabisches Lied vor, als Gegenleistung überreicht der Gott ihr einen Zaubertrank, der ihren Lehrer in einen netten Menschen verwandelt.

Das ist nur eine von bisher etwa 120 Geschichten, die Schüler*innen aus Willkommensklassen in Berlin im Rahmen des Projekts Trickmisch in wunderschönen, oft witzigen und poetischen Trickfilmen erzählen, dabei auch noch Deutsch lernen und ein Online-Bildwörterbuch anlegen.

Sprachschule von und für Neuankommende

Trickmisch – das mobile Sprachlabor ist eine Sprachschule von Neuankommenden für Neuankommende. Die Schüler und Schülerinnen machen Filme über ihre eigenen Geschichten. Und diese Filme können von anderen Schülern wieder verwendet werden, um Deutsch zu lernen“, erklärt Trickmisch-Gründerin Julia Kapelle, die das Projekt auf der re:publica19 vorstellt.

Dafür fertigen die Animationskünstler*innen in spe zuerst Scherenschnitte von selbstgezeichneten Bildern an, die im Legetrick-Verfahren animiert und danach live vertont werden. Animierte Zwischentexte erläutern die Bilderstrecken und motivieren zum Zuhören und Mitlesen.
  • Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen © Trickmisch / Foto: Julia Kapelle
    Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen
  • Julia Kapelle und Irina Novarese © Goethe-Institut Italien / Foto: Christina Pawlata
    Julia Kapelle und Irina Novarese
  • Scherenschnitte © Goethe-Institut Italien / Foto: Christina Pawlata
    Scherenschnitte
  • Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen © Trickmisch / Foto: Julia Kapelle
    Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen
  • Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen © Trickmisch / Foto: Julia Kapelle
    Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen
  • Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen © Trickmisch / Foto: Julia Kapelle
    Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen
  • Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen © Trickmisch / Foto: Julia Kapelle
    Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen
  • Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen © Trickmisch / Foto: Julia Kapelle
    Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen
  • Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen © Trickmisch / Foto: Julia Kapelle
    Trickmisch – Deutsch lernen mit Trickfilmen
„Besonders das Einsprechen des Texts ist ein toller Moment. Es geht dabei nicht nur um die Überwindung am Mikrophon, sondern auch in der neuen Sprache zu sprechen, und sich in der neuen Sprache zu hören“, erzählt die Künstlerin und Trickmisch-Teammitglied Irina Novarese.

Visualisieren von Sprache

Die gebürtige Turinerin erlebte am eigenen Leibe, wie sehr das Visualisieren von Sprache beim Spracherwerb hilfreich sein kann.

„Ich selbst als Ausländerin finde den Bezug zum geschriebenen Wort in unseren Animationen faszinierend. Wir schneiden die animierten Texte Buchstabe für Buchstabe aus Papier. Jeder Satz muss gelegt werden, es ist diese ganz langsame Arbeit, die Sprache auf Film festzulegen, das visualisiert die geschriebenen Worte ganz anders als beim Schreiben.“

Die entstandenen Trickfilme werden auf der Webseite www.trickmisch.de präsentiert. Dort gibt es auch ein Bildwörterbuch, das mittlerweile mehr als 5000 Einträge umfasst. Dabei übersetzen die Schüler*innen aus den Willkommensklassen Begriffe aus ihren Trickfilmen in ihre Muttersprachen. Sieben unterschiedliche Sprachen kann man mit dem Bildwörterbuch jetzt schon lernen.

Aber nicht nur Spracherwerb wird mit dem Trickmisch-Sprachlabor gefördert, sondern auch das Selbstbewusstsein der neuangekommenen Schüler*innen und das Gemeinschaftsgefühl, erzählt Irina Novarese: „In Willkommensklassen kommen Kinder aus sehr unterschiedlichen Kulturen, es bilden sich oft Gruppen. Durch unsere Filme arbeiten Kinder oft ganz anders miteinander. Weil jedes Kind in der Geschichte einen eigenen Darsteller entwickelt, mischt das die Zusammenarbeit und die Gruppen noch mal ganz anders durch.“

Top