Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

re;publica 19
Let’s talk about Sex – auf Arabisch im Internet

Dalia Othman, Aya Hesham (auf dem Schirm), Aïda Khemiri
Dalia Othman, Aya Hesham (auf dem Schirm), Aïda Khemiri | © Goethe-Institut Italien / Foto: Christina Pawlata

Als Dalia Othman versucht, eine Skype-Verbindung mit Aya Hesham herzustellen, spielt ihr das Internet auf Europas größter Netzkonferenz re;publica einen Streich. Zum Glück gelingt es ihr nach ein paar Minuten doch, die Aktivistin von Wiki Gender zumindest über den Bildschirm aus Ägypten in den gerammelt vollen Konferenzsaal in Berlin zu bringen.

Von Christine Pawlata

Das Panel dreht sich um arabischsprachige Webportale über Themen wie Feminismus, Sex, Liebe und Gender. Es geht dabei um Rechte, die nicht nur im arabischen Raum unter Druck stehen: Frauenrechte, LGBTIQ-Rechte und Menschenrechte im Allgemeinen, denn „LGBTIQ-Rechte und Frauenrechte sind Menschenrechte“, wie Aïda Khemiri anmerkt. Khemiri ist die Gründerin der tunesischen Organisationen Chouf und Mawjoudin We Exist, die sich genau für diese Rechte einsetzen.
Dalia Othman, Aïda Khemiri bei re;publica 19 Dalia Othman, Aïda Khemiri bei re;publica 19 | © Goethe-Institut Italien / Foto: Christina Pawlata

Lebensverändernde Erfahrung

Es geht aber auch um das, was die Online-Initiativen für ihr Publikum bedeuten. „Für manche Leute, zum Beispiel aus der LGBTIQ Community, ist das Lesen von Inhalten, mit denen sie sich identifizieren können, eine lebensverändernde Erfahrung“, so Khemiri.

Ein zentrales Thema bei dem Panel ist, wie man das Publikum der Online-Medien schützen kann. Dalia Othman, Projektleiterin der Webseite Jeem.me, einer Initiative des Goethe-Instituts, erklärt, warum die Jeem-Redaktion ihre Inhalte nicht über Social Media verbreitet: „Auf Grund der Richtlinien über Datensammlung und Privatsphäre von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter können wir die Privatsphäre und Anonymität von unseren Lesern auf diesen Plattformen nicht gewährleisten.“

Kondome und Kunst

Jeem.me richtet sich an arabischsprachige junge Menschen in der ganzen Welt und bietet Informationen zu Liebe, Sex, Sexualität und Gender. Auf der Seite spricht man über Männer, die keine Kondome verwenden wollen, über Homosexualität und geschlechtliche Identität in Palästina, aber auch über Künstlerinnen im kriegsgebeuteltem Jemen. Das Projekt wurde vornehmlich positiv, aber nicht ohne Hindernisse, empfangen. Nach der Lancierung im Juli 2018 wurde die Webseite in Ägypten blockiert.
 
Hassnachrichten bekommt das Team laut Othman zum Glück nur wenige. Aber auch in negativen Reaktionen sieht Othman eine Chance: „Es ist ein Lernprozess für uns. Wir wollen diesen Austausch ja. Wir wollen, dass diese Gespräche stattfinden, und dadurch versuchen wir eigentlich die Grenzen zu verschieben. Durch unsere Inhalte und durch Geschichten Themen hervorzuheben, die nicht unbedingt Teil der öffentlichen Debatte sind.“

Top