Deutschland für Anfänger
Deutschland low-budget (und nachhaltig!)

Deutschland low-budget (und nachhaltig!)
© Alexandra Faust

Gerade als Auszubildender, Student oder Praktikant schwimmt man meist nicht unbedingt im Geld und ist dementsprechend dazu angehalten, ein wenig zu sparen. Im Folgenden will ich dir aufzeigen, wie du den Geldbeutel schonen und das Leben und Reisen in Deutschland preiswert gestalten kannst. Und oft hat das einen tollen Nebeneffekt: Du schützt zusätzlich auch noch die Umwelt.

Von Marina Hader

Reisen

Günstig und umweltfreundlich reist du innerhalb Deutschlands am besten mit Bahn, Fernbus oder Mitfahrgelegenheit. Wer mit dem Zug verreisen möchte, sollte sich rechtzeitig online nach Angeboten erkundigen, denn direkt am Schalter kosten Zugtickets oft mehr. Auf bahn.de findest du günstige Angebote, wenn du den Zug schon einige Wochen vorher buchst. Noch günstiger geht es auf ltur.com: Dort kannst du ab einer Woche vor dem Reisedatum zu niedrigem Preis buchen, aber Achtung: Die Anzahl der Tickets ist pro Strecke beschränkt und möglicherweise sind die Fahrscheine für deine Fahrtstrecke schnell vergriffen! Seit 2013 verbinden auch Fernbusse deutsche Großstädte mit anderen Städten im In- und Ausland. Eine Übersicht über die aktuellen Fahrpläne und –preise gibt das Portal busliniensuche.de. Neben den Infos zu Fernbussen findest du dort unter Umständen für die gleiche Strecke auch Infos zu Bahnangeboten oder Mitfahrgelegenheiten.

Letzteres klingt im ersten Moment vielleicht wie ein Zungenbrecher, erweist sich aber oft als sehr hilfreich. Über Mitfahrerzentralen wie blablacar.de findet man Leute, die für alle möglichen Strecken Plätze in ihrem privaten Pkw anbieten. Um mitzufahren, meldest du dich auf dem jeweili-
gen Portal an und suchst für deine Fahrtstrecke nach einer Fahrt im passenden Zeitraum. So findest du passende Fahrer mitsamt ihren Kontaktdaten (meistens Telefon oder E-Mail) und Bewertungen von bisherigen Mitfahrern zu Fahrstil und Komfort. Im Gegenzug für die Mitfahrt beteiligst du dich an den Benzinkosten und so ist allen geholfen.

Wohnen

In sehr beliebten Studentenstädten oder besonders hippen Wohngegenden muss man sich bei der Zimmersuche oft auf längere Bewerbungsverfahren einstellen (neudeutsch spricht man hier von WG-Castings). Für manche Wohnungssuchende können daher Programme wie Wohnen für Hilfe oder auch so genannte integrative WGs eine echte Alternative zur sonst oft langwierigen Zimmersuche darstellen, da es dafür meist weitaus weniger Bewerber gibt.

Deutschland low-budget (und nachhaltig!) © Marina Hader
Beim Wohnen für Hilfe begleicht der Mieter, wie der Name schon nahe-
legt, die Miete durch Hilfe. Diese Hilfe findet in der Regel durch Mitarbeit im Haushalt, Gartenpflege, Einkaufen, gemeinsame Spaziergänge oder Unternehmungen statt. Vermieter sind dabei oft ältere Menschen, die gerne Wohnraum gegen ein bisschen Unterstützung im Alltag anbieten (mehr Infos findest du hierzu auf der Seite wohnenfuerhilfe.info). Dem Konzept ‚Integrative Wohngemeinschaft’ liegt die Idee der Integration von Menschen mit Behinderung zugrunde. In einer integrativen WG leben Menschen mit und ohne Behinderung zusammen und unter-
stützen sich im Alltag. Angebote in deiner Stadt findest du bei Verbänden wie der Caritas oder der Lebenshilfe.

Essen

Wer sich gerne am Rande des Legalen bewegt, kann sich ja mal im Containern versuchen. Beim Containern ist die Idee, möglichst viele Lebensmittel vor dem Vergammeln zu retten, indem man sich des nachts zu den Müllcontainern von Supermärkten schleicht, um darin nach den Lebensmitteln zu suchen, die die Supermärkte wegwerfen, obwohl sie noch genießbar sind. Jedem, der Containern gerne ausprobieren möchte, sei aber gesagt, dass das Ganze rechtlich nicht einwandfrei ist: Der Müll in den Supermarkt-Mülltonnen ist nämlich eigentlich (noch) Eigentum der Supermärkte.
Für weniger Verwegene gibt es daher Foodsharing-Communities. Auch sie haben sich zum Ziel gesetzt, so wenig Essen wie möglich im Müll landen zu lassen. Um mitzumachen, kannst du dich auf
foodsharing.de registrieren und so bleibst du auf dem Laufenden, welche Lebensmittel in deiner Stadt gerade geteilt bzw. verschenkt werden und natürlich kannst du so auch selbst Lebensmittel loswerden, die du aus verschiedenen Gründen nicht selbst essen kannst oder willst.
Insbesondere in größeren Städten erfreut sich zudem die App toogoodtogo.de/de für den Essenseinkauf immer größerer Beliebtheit. Hier verkaufen Restaurants, Imbisse und teils auch Supermärkte Lebensmittel, die kurz vor dem Ablaufdatum sind, stark reduziert. 

Fahrrad, Kleidung, Bücher

Neue und gebrauchte Fahrräder oder auch Möbelstücke und Haushaltsgeräte in deiner Umgebung findest du bei den Ebay Kleinanzeigen (kleinanzeigen.ebay.de) sowie im Anzeigenteil deiner lokalen Zeitung. Auch gebrauchte und neue Bücher gibt’s bei ebay.de; gleiches gilt für Kleidung. Für Kleidung ist in Deutschland aber gerade unter jungen Leuten noch eine andere Plattform sehr beliebt: Bei kleiderkreisel.de findest du nach kurzer Registrierung jede Menge Secondhand-Kleidung und du kannst selbst Klamotten, die du nicht mehr trägst, durch Tauschen, Verkaufen oder Verschenken an den Mann oder die Frau bringen.

Ich hoffe, du findest die Tipps hilfreich und bist auch bald begeisterter Tauscher und Teiler. Denn wie sagt man doch so schön? Sharing is caring!

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