Freiraum
Internationales Projekt zum Thema Freiheit

Freiraum – Neapel – Aussicht © Goethe-Institut Neapel – Foto: Martin Devrie

In rund 40 europäischen Städten widmen sich die Goethe-Institute und ihre Partner aus Kultur und Zivilgesellschaft mit dem Projekt „Freiraum“ dem Freiheitsbegriff, knüpfen Netzwerke und erproben den Perspektivwechsel. Jeweils zwei Städte entwickeln im Tandem Projekte, die sich aktuellen gesellschaftlichen Fragen widmen und in einer Reihe von Veranstaltungen 2018 und 2019 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das Goethe-Institut möchte Europa im Dialog von unten neu betrachten und beleben. Denn Europa ist im Begriff, sich zu ändern. Populistische und nationalistische Parteien erleben in vielen Ländern Zuspruch, in manchen übernehmen sie sogar Regierungsverantwortung und beginnen, Grundlagen der Demokratie wie Rechtsstaatlichkeit oder Pressefreiheit auszuhöhlen. Skepsis gegenüber der Europäischen Union, wie sie sich zum Beispiel im Brexit-Referendum artikuliert, ist nicht auf Großbritannien beschränkt, und der Integrationsprozess verläuft mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Welchen Stellenwert hat Freiheit also im heutigen Europa? Wo ist sie in Gefahr? Wie stärken wir sie? 42 Goethe-Institute in Europa engagieren sich in dem Projekt „Freiraum“. In 41 Städten gehen sie in Zusammenarbeit mit Akteuren aus Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auf die Suche nach Antworten und loten die unterschiedlichen Komponenten des Begriffs Freiheit aus: die individuelle Freiheit, die ökonomische Freiheit und die konträren Auffassungen von politischer Freiheit. Die regional ganz unterschiedlichen Fragestellungen sind in fünf Themensträngen gebündelt: Es geht um öffentlichen Raum und Stadtplanung („Die lebenswerte Stadt“), um Demokratie, Nationalismus und Populismus („Nach Europa“), um Diversität und Integration („In Verteidigung der Vielfalt“), um das ökonomische Gefälle innerhalb der Europäischen Union („Freiheit, ein Luxus?“) sowie um Rede- und Meinungsfreiheit („Rede frei“).
 

Freiraum-Partner Neapel und Amsterdam

Im Dezember 2017 trafen sich die am Projekt beteiligten Institute und lokalen Partner in Warschau, um sich kennenzulernen, die zentralen Fragestellungen zu kommunizieren und Erfahrungen auszutauschen. Bei diesem Treffen entstanden Städtepaarungen, deren Protagonisten Hand in Hand an der spezifischen Situation des jeweils anderen arbeiten werden – in dem Einvernehmen, dass ein Perspektivwechsel der erste Schritt zu einer kreativen Lösung darstellen kann.

Freiheit als Konzept der Konstruktion und Performanz kultureller Identität: Inwiefern wirkt das Konzept verbindend oder trennend? Inwiefern verkörpert sich Freiheit in kulturellen Objekten und welche Strategien werden hierbei angewandt? Akteure aus unterschiedlichen Bereichen sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Expertisen zu den Objektfeldern Mode, Essen, Körper und anderen Themen zu teilen und miteinander in einen Dialog zu treten.

Protagonist in Amsterdam ist das Pakhuis de Zwijger, ein Ort für Debattenkultur, der sich gemeinsam mit der Stiftung Re:think diskursiv und künstlerisch mit Machtstrukturen in Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft auseinandersetzt.
Enge Gassen und eine der höchsten Bevölkerungsdichten Europas: dies sind wesentliche Merkmale der Altstadt Neapels. Ihre Bewohner reagieren auf den Platzmangel mit einem von großer Toleranz geprägten Lebensstil. Illegal errichtete Anbauten und Gebäudeerweiterungen werden als Maßnahme gegen die strikten staatlichen Regelungen und als Recht auf Freiheit zur Erweiterung des eigenen Lebensraumes betrachtet – doch handelt es sich dabei wirklich um Freiheit? Wie wird die Freiheit in Architektur und Stadtbild ersichtlich?

Unter Federführung des Künstler-Duos Bianco-Valente haben sich Autoren, Städteplaner, Architekten und Philosophen der süditalienischen Metropole die urbane Struktur Neapels genau angeschaut und ihr Potential diskutiert. Die Ergebnisse der Diskussion bilden eine Materialquelle für den Fortgang des Projekts.

Freiraum Neapel

Neapel / Die lebenswerte Stadt
Auf engem Raum

Die Bevölkerung Neapels reagiert auf die hohe Bevölkerungsdichte und Enge der Stadt mit einem von großer Toleranz geprägten Lebensstil. Illegale Bauten werden als Maßnahme gegen die strikten staatlichen Regelungen und als Recht auf Freiheit zur Erweiterung des eigenen Lebensraumes betrachtet – doch handelt es sich dabei wirklich um Freiheit? Wie wird dies in Architektur und Stadtbild ersichtlich?

Freiraum Amsterdam

Amsterdam / In Verteidigung der Vielfalt
Neue Perspektiven der Freiheit

Freiheit als Konzept der Konstruktion und Performanz kultureller Identität: Inwiefern wirkt das Konzept verbindend oder trennend? Inwiefern verkörpert sich Freiheit in kulturellen Objekten und welche Strategien werden hierbei angewandt? Akteure aus unterschiedlichen Bereichen sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Expertisen zu den Objektfeldern Mode, Essen, Körper und anderen Themen zu teilen und in einen Dialog miteinander zu treten.

Mehr zum Projekt „Freiraum“ in Italien