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19:00–21:00 Uhr
Wenn das Leben noch einmal beginnen könnte
Gespräch|Jenny Erpenbecks „Was wäre, wenn…“
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Abteilung Kultur und Bildung, Shanghai
- Sprache Deutsch, Chinesisch
- Preis Freier Eintritt, keine Anmeldung erforderlich.
„Was wäre, wenn …?“ In Erpenbecks Romanen ist nie bloß ein einfaches Gedankenexperiment, sondern eine literarische Methode, um historische Abzweigungen freizulegen. In Aller Tage Abend wird das Leben einer Frau immer wieder neu angesetzt: Wie hätte sich ihr Leben verändert, wenn sie einen anderen Weg eingeschlagen hätte? Wer hätte sie werden können? Und wie viel Freiheit bleibt dem Einzelnen gegenüber der Geschichte?
Im September kommt die bedeutende deutsche Gegenwartsautorin und Trägerin des Internationalen-Booker-Preises Jenny Erpenbeck auf Einladung von imaginist und der Deutschen Botschaft in China zu einer mehrwöchigen Kulturreise nach China. Am 4. September werden die Schriftstellerin Zhang Yiwei und der Literaturkritiker Da Lan mit Jenny Erpenbeck in der Abteilung Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai sprechen. Ausgehend vom Begriff „was wäre, wenn…“ geht es um Wahl und Schicksal, Zufall und Notwendigkeit – und darum, warum Literatur immer wieder versucht, jene Möglichkeiten zu öffnen, die in der Geschichte verschwunden sind, und das, was nicht geschehen ist, erneut sichtbar zu machen.
Gäste
Jenny ErpenbeckJenny Erpenbeck wurde 1967 in Ost-Berlin geboren und zählt zu den gewichtigsten und einflussreichsten Schriftstellerinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Ihre Werke sind bekannt für ihre präzise Konstruktion, ihre poetisch zurückgenommene Sprache und ihre tiefgreifende Dekonstruktion der neueren europäischen Geschichte; in ihrer kühlen, verdichteten Erzählweise entfalten sie eine enorme gedankliche Spannung. Der bekannte Literaturkritiker James Wood nannte sie „die herausragendste und wichtigste deutschsprachige Romanautorin ihrer Generation“.
2024 erhielt Erpenbeck für ihren Roman Kairos den International Booker Prize und wurde damit die erste deutschsprachige Romanautorin, der diese Auszeichnung zuteilwurde. Außerdem wurde sie unter anderem mit dem Hans-Fallada-Preis (2014), dem Independent Foreign Fiction Prize (2015), dem Thomas-Mann-Preis (2016), dem Premio Strega Europeo (2017) und dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (2017) ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den oft als „Nobelpreis-Indikator“ bezeichneten Neustadt International Prize for Literature (2024). Ihre Werke wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.
Zhang Yiwei
Zhang Yiwei ist Schriftstellerin, promovierte Literaturwissenschaftlerin und Associate Professor am Institut für Chinesische Sprache und Literatur der Fudan-Universität. Sie betreut zudem Masterstudierende im Bereich Theater und Kreatives Schreiben. Sie hat nahezu dreißig Bücher veröffentlicht, darunter Romane, Essaysammlungen und wissenschaftliche Studien. Zu ihren jüngeren repräsentativen Prosawerken zählen Sihe Ruyi, Sorrowful Sleep und Feast of Common People.
Sie erhielt unter anderem den ersten Preis beim New Concept Writing Competition (2004), den Nachwuchspreis des Mittelstreckenroman-Wettbewerbs der Zeitschrift Shanghai Literature (2007), den Jurypreis in der Kategorie Kurzgeschichte der United Daily News Literature Awards in Taiwan (2013), den ersten Preis in der Kategorie Roman/Erzählung der China Times Literature Awards in Taiwan (2013), den ersten Preis in der Kategorie Essay des Taipei Literature Award (2013), den Stipendienpreis des Taipei Literature Award (2016), den Zijin–People’s Literature Star Essay Award (2014), den ersten Preis in der höheren Kategorie Roman/Erzählung des Hong Kong Youth Literary Award (2014), den „Future Writers“-Preis des Instituts für Kreatives Schreiben der East China Normal University (2021), die Nominierung für den vierten Mao-Dun-Nachwuchspreis (2021) sowie den ersten Preis in der Kategorie Kritik des 36. Tian-Han-Theaterpreises (2022). Außerdem war sie für das Förderprogramm für junge Künstlerinnen und Künstler des Shanghai Literature and Art Award nominiert (2014) und wurde in die erste Auswahl der National Young Cultural Talents aufgenommen (2025).
Moderation
Da Lan
Da Lan ist ein bekannter Literatur-Content-Creator auf Bilibili und betreibt den Kanal „Da Lans literarischer Mittag“. Er führte bereits ausführliche Gespräche mit international renommierten Autorinnen und Autoren wie Hwang Sok-yong, Colm Tóibín, Shehan Karunatilaka und Hirano Keiichirō.
Ort
Fuzhou Lu 318, Cross Tower 101
Shanghai
China
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