Theatertreffen On Screen 2026

Screening mit Diskussion| Vier Inszenierungen, die zum Theatertreffen 2026 eingeladen wurden

  • Abteilung Kultur und Bildung, Shanghai

  • Preis Eintritt frei

tt26_Fraeulein_Else_c_Marcel_Urlaub © Marcel Urlaub

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In Kooperation mit dem Berliner Theatertreffen präsentiert die Abteilung Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland Shanghai im September 2026 eine Auswahl von Inszenierungen als Aufzeichnungen mit chinesischen Untertiteln. Ziel ist es, die aktuellen Trends und Debatten im deutschsprachigen Theater dem chinesischen Publikum zeitnah näherzubringen.

Das diesjährige Programm umfasst die Vorführung von vier Inszenierungen, die zum Berliner Theatertreffen 2026 eingeladen wurden, begleitet von hybriden Nachgesprächen mit Theatermacher:innen sowie einer Diskussion mit chinesischen Kulturschaffenden, die am Theatertreffen in Berlin teilgenommen haben.

Zu den vier ausgewählten Inszenierungen gehören: „A Year without Summer“ von Florentina Holzinger (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, Teilnahme nur auf Einladung), „Fräulein Else“ von Leonie Böhm (Volkstheater Wien), „Il Gattopardo“ von Pınar Karabulut (Schauspielhaus Zürich) sowie „Mephisto“ von Jette Steckel (Münchner Kammerspiele).

Mehr Details zum Programm finden Sie bitte unten.

Theatertreffen On Screen 2026


Zeitplan

Erste Veranstaltung
„A Year without Summer“

Freitag, 11.09.2026, 18:50 – 22:00, Teilnahme nur auf Einladung
18:50 – 19:00 Begrüßung
19:00 – 21:00 Screening: „A Year without Summer“
21:00 – 22:00 Nachgespräch mit Florentina Holzinger (Regie), Gast: Ophelia Jiadai Huang

Zweite Veranstaltung
„Fräulein Else“

Samstag, 12.09.2026, 14:00 – 17:20
14:00 – 14:10 Begrüßung
14:10 – 14:50 Gespräch zwischen Xi Muliang und Selena Lyu
14:50 – 16:20 Screening: „Fräulein Else“
16:20 – 17:20 Nachgespräch mit Julia Riedler und Matthias Seier, Gast: Xiao Jing, Moderation: Selena Lu

Dritte Veranstaltung
„Il Gattopardo“

Samstag, 12.09.2026, 18:00 – 22:00
18:00 – 21:00 Screening: „Il Gattopardo“
21:00 – 22:00 Nachgespräch mit Pınar Karabulut (Regie), Gast: Selena Lu, Moderation: Xiao Jing

Vierte Veranstaltung
„Mephisto“

Samstag, 19.09.2026, 14:00 – 18:40
14:00 – 17:40 Screening: „Mephisto“
17:40 – 18:40 Nachgespräch mit Jette Steckel, Gast: Xi Muliang, Moderation: Xu Hongchang


Sprache
Sprache der Screenings: Deutsch mit chinesischen Untertiteln
Sprache der Gespräche: Deutsch / Englisch mit chinesischer Übersetzung

Orte und Adressen


Shanghai
Ort: Abteilung Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland Shanghai
Adresse: Fuzhou Lu 318, Cross Tower 101, Shanghai
Keine Anmeldung erforderlich („A Year without Summer“ nur auf Einladung). Eintritt frei. First come, first served.
 

Die Inszenierungen


Erste Veranstaltung
„A Year without Summer“
Von Florentina Holzinger
Eine Produktion der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Berlin), Florentina Holzinger/Spirit und neon lobster in Koproduktion mit Tanzquartier Wien, Kampnagel Internationales Sommerfestival (Hamburg), Dansenhus (Stockholm), DE SINGEL (Antwerpen), Maska (Ljubljana), asphalt Festival (Düsseldorf), Rising (Melbourne), Factory International (Manchester), Divine Comedy International Theater Festival / Łaźnia Nowa Theater (Krakau) und marvaða Iceland (Reykjavik)
Uraufführung: 21.05.2025

Mit Poesie, Humor und Exzess erzählen Florentina Holzinger und ihr Ensemble in A Year without Summer vom Streben nach Unsterblichkeit und der Utopie in der Apokalypse.

Nicht weichende Dunkelheit, grundlegende Erschütterungen, eine Welt wie in Nebel gehüllt – ist das 2025 oder 1816, das „Jahr ohne Sommer“, das auf den Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora folgte? Damals kamen mehrere Schriftsteller*innen, darunter die junge Mary Shelley, während der kalten und stürmischen Sommermonate am Genfer See zusammen und erzählten einander Gruselgeschichten. Mary erfand den Wissenschaftler Dr. Frankenstein, der sich der Erschaffung künstlichen Lebens widmet. Hier setzen Florentina Holzinger und das Ensemble an mit ihrer Erzählung über Gesundheit, Identität und Zerfall. In überwältigenden Bildern treffen große Gegensätze aufeinander: Jung und Alt, Schmerz und Zärtlichkeit, Mensch und Maschine, das ewige Leben und der sichere Tod. Bekannt für ihre spektakulären Performances mit Elementen aus Tanz, Akrobatik, Horror und Musik, erprobt Holzinger in A Year without Summer erstmals die Form des Musicals und entfaltet Szenen voll derbem Humor, fragiler Körperlichkeit und zeitloser Schönheit.

Hinweise zu sensiblen und/oder gesundheitlich relevanten Inhalten:
Das Stück beinhaltet, Stroboskop-Effekte, Blut und Körperflüssigkeiten, Selbstverletzende Handlungen sowie die explizite Darstellung sexueller Handlungen.


Zweite Veranstaltung
„Fräulein Else“
frei nach Arthur Schnitzler 
von Leonie Böhm und Julia Riedler (Volkstheater Wien)
Premiere: 08.02.2025

Mit Fräulein Else entwirft Leonie Böhm für und mit Julia Riedler ein präzise gearbeitetes, mitreißendes Solo, das die Novelle über Machtmissbrauch und die Verwertbarkeit weiblicher Körper in die unmittelbare Gegenwart bringt.

Else verbringt den Sommer in einem noblen Kurort, als sie ein Expressbrief erreicht: Der Vater sei hoch verschuldet, sie solle den deutlich älteren Kunsthändler Dorsday um Geld anpumpen, um den Ruf der Familie zu bewahren. Doch Dorsday stellt eine Bedingung: Die benötigte Summe bekommt Else nur, wenn sie sich ihm für eine Viertelstunde nackt zur Schau stellt. Leonie Böhm sucht in ihren Arbeiten immer wieder neue Lesarten kanonischer Texte, die Begegnung im Hier und Jetzt ist ein Grundprinzip ihrer Theaterpraxis. In ihrem packenden Zugriff auf Arthur Schnitzlers berühmte Novelle Fräulein Else aus dem Jahr 1924 kehrt sie zusammen mit Julia Riedler Elses inneren Monolog nach außen und lädt das Publikum dazu ein, live über ein schambesetztes Dilemma nachzudenken, es mitzuverhandeln und sich mitverantwortlich zu fühlen. Mit Witz, Spontanität, Sprachgewalt und Facettenreichtum spielt Riedler ein umwerfendes Solo, das Doppelmoral offenlegt und patriarchalen Machtstrukturen den Kampf ansagt.

Hinweise zu sensiblen und/oder gesundheitlich relevanten Inhalten:
Das Stück beinhaltet die Thematisierung von sexualisiertem Machtmissbrauch auf sprachlicher Ebene.


Dritte Veranstaltung
„Il Gattopardo“
von Giuseppe Tomasi di Lampedusa
Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber
Bühnenfassung von Pınar Karabulut und Hannah Schünemann
(Schauspielhaus Zürich)
Premiere: 29.11.2025

In opulenten, bis ins Detail ausgestatteten Palasträumen erzählen Pınar Karabulut und ihr Team stimmungsvoll und eindrücklich die Geschichte von Il Gattopardo als Untergang einer Familie und eines Lebensstils im Zuge von politischen Umbrüchen.

Der sizilianische Fürst Don Fabrizio di Salina ist ein Patriarch alter Schule – einflussreich, gebildet, standhaft. Doch die politischen Umbrüche des 19. Jahrhunderts wirbeln seine angesehene Adelsfamilie durcheinander: Sein Neffe Tancredi schließt sich dem Freiheitskämpfer Garibaldi an und in Gestalt der jungen Angelica hält das Bürgertum Einzug in seine Familie. Wie beeinflusst die neue Weltordnung individuelle Sehnsüchte? Kann sich eine Welt, deren Macht Einzelnen zuteilwird, wirklich verändern? In Giuseppe Tomasi di Lampedusas atmosphärisch dichtem Roman Il Gattopardo verschmelzen Ambiente und Erzählung, Ortsbeschreibung und Familienpsychologie. Pınar Karabulut schafft zusammen mit dem Ensemble ein groß angelegtes, stimmungsvolles Porträt einer Epoche, das durch die beeindruckenden Bühnenbilder von Michela Flück, die prächtigen Kostüme von Sara Valentina Giancane und die fein komponierten Klanglandschaften von Daniel Murena mehrdimensional plastisch hervortritt.


Vierte Veranstaltung
„Mephisto“
nach dem Roman einer Karriere von Klaus Mann
(Münchner Kammerspiele)
Premiere: 28.2.2025

Mit Mephisto bringen Jette Steckel und ihr herausragendes Ensemble den Drahtseilakt eines Schauspielers zwischen persönlichem Vorteil und Kritik am System sowie die Frage nach Kunstfreiheit in einem autoritären Regime in poetischen, klaren und fein komponierten Bildern auf die Bühne.

Der Schauspieler Hendrik Höfgen ist im Begriff, den Gipfel seiner Karriere zu erklimmen: Er bekommt ein Engagement am Preußischen Staatstheater Berlin, brilliert als Mephisto in Goethes Faust und wird schließlich vom Ministerpräsidenten zum Intendanten berufen. Doch der Aufstieg hat seinen Preis: Höfgen paktiert mit dem nationalsozialistischen Regime und verfängt sich in der Rolle seines Lebens. Klaus Manns Roman Mephisto gilt als ein Schlüsselwerk der Nachkriegsliteratur und thematisiert das Verhalten und die Verantwortung des Einzelnen in einem autoritären Regime, inspiriert von realen Vorbildern. In Jette Steckels eindrücklicher und kluger Inszenierung findet die gesamte Handlung im Theater statt. Damit rückt sie auch die Rolle von Künstler*innen innerhalb des Theaterbetriebs in den Fokus und schafft ein Fest der Schauspielkunst: Das Ensemble ist in Höchstform, allen voran Thomas Schmauser mit seinem vielschichten und einprägsamen Spiel, das die inneren Konflikte der Hauptfigur sichtbar werden lässt und ein Ereignis ist.
 

Die Gäste

(in alphabetischer Reihenfolge)

Florentina Holzinger

Florentina Holzinger ist eine österreichische Choreografin und Performancekünstlerin. In ihren Arbeiten treffen physische Extremzustände auf theatralische Präzision – mit dem Ziel, die Grenzen dessen auszuloten, wozu Körper fähig sind. Ihre Praxis bewegt sich spartenübergreifend zwischen Tanz, Performance, Oper und Theater und setzt sich zugleich kritisch mit deren jeweiligen Traditionen auseinander. So bringt Holzinger institutionalisierte „Hochkultur“ mit pop- und gegenkulturellen Einflüssen in Kontakt und verschiebt die Grenzlinien zwischen Spektakel und Subversion. Gemeinsam mit einem Team, dessen Expertise aus unterschiedlichsten körperbasierten Praktiken und Performancegenres stammt, entwickelt sie Arbeiten, die mit Formen von Körpermodifikation experimentieren – als ein Zusammenspiel von Transformation und Illusion. 

Holzingers Produktionen wurden mit dem NESTROY-Preis (TANZ 2020) und dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST (Ophelia’s Got Talent 2023) ausgezeichnet und vier Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen (TANZ, Ophelia’s Got Talent, SANCTA, A Year without Summer). Neben ihren Bühnenstücken realisiert Holzinger die Études, eine fortlaufende Reihe ortsspezifischer, einmaliger Performances im öffentlichen Raum. Diese entstanden bisher in Kooperation mit Institutionen wie dem Schinkel Pavillon in Berlin, der Bergen Kunsthall, dem Festival Berlin Atonal und den Wiener Festwochen. Seit 2021 ist sie assoziierte Künstlerin an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. 2026 vertritt sie Österreich bei der 61. Ausgabe der Biennale Arte in Venedig.


Ophelia Jiadai Huang
Kuratorin, Künstlerin und Dramaturgin aus Shanghai. Derzeit arbeitet sie als Leiterin für die internationalen Projekte am Shanghai Dramatic Arts Center und als Programmdirektorin für ACT Shanghai International Theatre Festival. Sie hat für das British Council als Dramaturgin in mehreren internationalen Projekten der darstellenden Künste wie Royal Court New Writing for Theatre in China gearbeitet. Zu ihren jüngsten künstlerischen Projekten gehören Galaxy Talk, Game#1 und MOTHERLAND. Viele Solo- und Gemeinschaftsarbeiten von ihr wurden in Theatern und Museen in Asien und Europa sowie auf internationalen Festivals wie Forest Fringe und AsiaTOPA gezeigt. Als Kritikerin schreibt sie über die darstellenden Künste und spielt eine aktive Rolle in der regionalen und lokalen Kunstszene wie etwa dem Asia Network for Dance. Ophelia Huang schloss ihr Masterstudium an der University of Warwick und der University of Arts in Belgrad ab.


Pınar Karabulut
Pınar Karabulut, studierte Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In der Spielzeit 2016/2017 leitete sie zusammen mit dem Kurator*innenteam Britney die Außenspielstätte am Offenbachplatz des Schauspiel Köln. Von 2020 bis 2023 war sie Teil der künstlerischen Leitung der Münchner Kammerspiele. Sie inszenierte unter anderem am Theater Basel, am Schauspiel Köln, am Deutschen Theater Berlin, am Volkstheater Wien, an den Münchner Kammerspielen, an der Volksbühne Berlin, an der Deutschen Oper Berlin und an der Opéra national de Lorraine.

Pınar Karabulut bringt in ihren Werken starke Frauenfiguren zur Geltung und arbeitet dabei auf kraftvoll radikale Weise die weibliche Perspektive heraus. In der Spielzeit 2020/2021 inszenierte sie die von der New York Times gelobte, queer-feministische Theaterserie „EDWARD II“. für die Online-Plattform des Schauspiel Köln. 2021 wurde sie mit dem Förderpreis für junge Künstler*innen des Landes Nordrhein-Westfalen in der Sparte Darstellende Kunst ausgezeichnet. 2022 wählte das Wirtschaftsmagazin Capital sie zu den „Top 40 unter 40“ in der Kategorie Gesellschaft. Ihre Inszenierung „LIKE LOVERS DO (Memoiren der Medusa)“ an den Münchner Kammerspielen wurde zum Theatertreffen 2022 eingeladen. Mit ihrer Inszenierung „Il Gattopardo“ am Schauspielhaus Zürich ist sie 2026 erneut beim Theatertreffen zu Gast.


Selena Lu
Selena Lu ist freie Theatermacherin, Mitgründerin des Ensembles _ao_ao_ing und Gründerin der Plattform Birdie für Theaterpädagogik und Auslandsstudium. Seit vielen Jahren arbeitet sie mit kollektiven Kreationsmethoden und dokumentarischen Theaterformen. In ihrer künstlerischen Praxis verbindet sie häufig „reale Materialien“ wie Oral History, dokumentarische Filmaufnahmen und Archivtexte mit literarischen Metaphern und entwickelt gemeinsam mit Laiendarsteller:innen und professionellen Performer:innen Workshops und künstlerische Projekte.

Ihre Arbeiten wurden unter anderem vom Helsinki Festival, den International Ibsen Awards (Norwegen), Dash Arts London, dem Wuzhen Theatre Festival, dem Nanluoguxiang Performing Arts Festival in Beijing, dem Ming Contemporary Art Museum (McaM) Shanghai, dem Power Station of Art Shanghai, dem Shanghai Dramatic Arts Centre sowie dem Shanghai International Dance Center eingeladen oder in Auftrag gegeben.

Als Artist Fellow wurde sie außerdem für internationale Begegnungs- und Austauschprogramme ausgewählt, darunter das Internationale Forum des Berliner Theatertreffens, Theaterformen Hannover sowie das Taipei Arts Festival.


Julia Riedler
Julia Riedler (geb. 1990) ist Schauspielerin und Hörspielsprecherin. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. In ihrem letzten Studienjahr wurde sie fest an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg engagiert und erhielt 2013 den Boy-Gobert-Nachwuchspreis. Sie war von 2013-2015 festes Ensemblemitglied am Schauspiel Köln und von 2015-2020 an den Münchner Kammerspielen, bekam dort den Preis des Vereins zur Förderung der Münchner Kammerspiele 2015, den AZ-Stern des Jahres als beste Schauspielerin 2016 und den Bayerischen Kunstförderpreis 2017. Seit 2020 arbeitet sie freischaffend, u.a. am Thalia Theater Hamburg, am Schauspielhaus Zürich, am Maxim Gorki Theater Berlin, bei den Salzburger Festspielen und in Wien am Volkstheater und Burgtheater, wo sie für den Nestroy - Theaterpreis 2021 als beste Nebenrolle nominiert wurde. Sie ist in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, so etwa im Tatort (2022 Frankfurt, 2025 Köln), in der ARD- Serie „30 Tage Lust“ (2024) oder im französischen Kinofilm „Conann“, der 2023 Premiere in Cannes feierte.


Matthias Seier
Matthias Seier wurde 1993 im Münsterland geboren. Studierte Kultur- und Literaturwissenschaften sowie Soziologie in Dortmund und Athen. Ab 2014 Dramaturgieassistent, von 2018 bis 2020 Dramaturg am Schauspiel Dortmund. Seit 2020 Dramaturg am Volkstheater Wien. Arbeiten u. a. mit Kay Voges, Claudia Bauer, Calle Fuhr, Leonie Böhm, Alexander Giesche, Mechthild Harnischmacher, Olivia Axel Scheucher und DARUM. Weitere Arbeiten als Dramaturg und Autor u. a. am Schauspielhaus Hamburg und der Volksbühne Berlin sowie Lehrauftrag an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Die von ihm betreuten Produktionen „Das Internat“ (Regie: Ersan Mondtag, 2018), „humanistää!“ nach Ernst Jandl (Regie: Claudia Bauer, 2022), „[EOL]. End of Life“ (Regie: DARUM, 2024) sowie FRÄULEIN ELSE (Regie: Leonie Böhm, 2025) wurden jeweils zum Berliner Theatertreffen eingeladen. In der Kritikerumfrage des Fachmagazins Theater heute wurde seine Dramaturgie für „humanistää!“ zur besten Dramaturgie der Spielzeit 2021/22 gewählt.


Jette Steckel
Jette Steckel, 1982 in Berlin geboren, studierte von 2003 bis 2007 Schauspieltheaterregie an der Theaterakademie Hamburg und als Gasthörerin an der Russischen Theaterakademie GITIS in Moskau. Für ihre Inszenierung von „Nachtblind“ von Darja Stocker wurde sie von der Zeitschrift Theater heute zur Nachwuchsregisseurin des Jahres 2007 gewählt und das Stück wurde auf zahlreiche Festivals eingeladen. Für „Gerettet“ von Edward Bond wurde sie mit dem Eysoldt-Preis für junge Regisseure ausgezeichnet und zum Festival Radikal jung nach München eingeladen. 2008 wurde für Jette Steckel für den österreichischen Theaterpreis NESTROY in der Kategorie „Bester Nachwuchs“ nominiert.

Von 2009 bis 2013 und seit 2019 ist sie Hausregisseurin am Hamburger Thalia Theater, ihre dort entstandene Inszenierung „Die Tragödie von Romeo und Julia“ von William Shakespeare wurde mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet. Neben Arbeiten am Schauspiel Köln inszenierte Jette Steckel auch am Burgtheater Wien und an der Oper. Außerdem inszeniert sie seit 2008 regelmäßig am Deutschen Theater Berlin. Im Frühjahr 2017 gewann Jette Steckel mit „Das achte Leben (Für Brilka)“, dem jahrhundertumspannenden Epos der Autorin Nino Haratischwili, den Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares.
Ihre Inszenierungen „Die Vaterlosen“ (2023) und „Mephisto“ (2025) an den Münchner Kammerspielen wurden und werden zum Berliner Theatertreffen eingeladen.


Xi Muliang ist Theaterkritiker und Vorstandsmitglied der chinesischen Sektion der International Association of Theatre Critics (IATC). Er ist Initiator der Plattform „Jury für Theateraufführungen“ (观剧评审团) für Theaterkritik in den Neuen Medien und Mitglied mehrerer chinesischer Theater- und Kunstkritikerverbände. Er promoviert im Bereich Kulturerbe an der Peking-Universität. Seine Theaterkritiken und Beiträge zur Theaterbranche erscheinen in renommierten chinesischen und internationalen Medien wie „Lifeweek“, „China Newsweek“, „People’s Daily“, „Beijing Youth Daily“ und im „International Theatre Annual“ des International Theatre Institute (ITI).


Xiao Jing 
Xiao Jing ist Dramatikerin und Theaterregisseurin. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch einen präzisen Blick auf die Gegenwart und eine ausgeprägte literarische Sensibilität aus. Poetischer Ausdruck verbindet sich darin mit kritischer Reflexion. In ihrer künstlerischen Praxis setzt sie sich kontinuierlich mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen auseinander und richtet dabei einen besonderen Blick auf die Vielschichtigkeit menschlicher Lebenswirklichkeiten.

Zu ihren Theaterarbeiten zählen unter anderem „Three Springs in a Dream“ (Text/Regie), „Night Flight“ (Text/Regie), „To the Moon“ (Bearbeitung/Regie), „Romance Comes Occasionally“ (Regie) und „The Peach Blossom Fan“ (Text/Regie). Ihre Produktionen wurden an Spielstätten und bei Festivals wie dem Heidelberger Stückemarkt, dem Wuzhen Theatre Festival, dem Aranya Theatre Festival und dem Beijing International Youth Theatre Festival gezeigt. Seit Langem beschäftigt sie sich intensiv mit dem zeitgenössischen deutschsprachigen Theater. 2022 wurde sie vom Schweizer Kulturfonds Pro Helvetia als Artist-in-Residence ausgewählt.


Xu Hongchang ist Dramatiker, Regisseur und ehemaliger Jurist. Sein Theaterstück „Late Years“ wurde 2017 mit dem zweiten Preis des Pan-Chinese Global Youth Scriptwriting Competition ausgezeichnet, 2018 veröffentlicht und ins Ausland vermittelt; szenische Lesungen fanden unter anderem in Kaohsiung, Nanjing und Beijing statt. 2025 wurde seine Arbeit „One Year, Three Meals“, für die er Text und Regie verantwortete, zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen. 2023–2024 war seine ebenfalls von ihm geschriebene und inszenierte Produktion „To Kill a Sheep“ beim Nanjing Young Theatre Festival und bei der Chengdu Luxelakes Environment Theatre Week zu sehen. 2020 wurde er vom Goethe-Institut China eingeladen, „Galaxy Rage“, ein Stück aus dem Stückemarkt des Berliner Theatertreffens, zu inszenieren.

Als Dramaturg war er unter anderem an dem Tanztheaterstück „Don Quijote“ beteiligt, das für das Programm „Emerging Choreographers“ der 22. Guangdong Modern Dance Week ausgewählt wurde. Das dokumentarische Theaterstück „Please Open the Balcony for Me“ wurde für das Programm „New Bund 31 Young Artists“ ausgewählt. Das Tanz-/Dokumentartheaterstück „Kalami Wants to Fight the Tiger, So He Starts by Dancing“ wurde vom Ming Contemporary Art Museum Shanghai und vom Yunmu Theater Guangzhou eingeladen.
Website: hongchangxu.com