Katesi Jacqueline Kalange

Profil Foto von Katesi Jacqueline Kalange © Nubuke foundation & Inkz photography Katesi Jacqueline Kalange ist eine 29‑jährige prozessorientierte bildende Künstlerin aus Uganda. Sie hat einen Masterabschluss in Kunst und Industriedesign der Kyambogo University. Ihre multidisziplinäre Praxis verwebt Skulptur, Architektur, Installation, Forschung und Performancekunst. Tief aus indigenem afrikanischem Wissen schöpfend erforscht sie dessen Rolle bei der Förderung von Harmonie zwischen Menschen und nicht‑menschlichen Wesen innerhalb gemeinsamer Ökosysteme.
Verwurzelt in ihrem Erbe und geleitet von afrikanischen Philosophien wie „Okwisania na Maani“, Ubuntu und Sankofa betont ihre Arbeit die Bedeutung, die Vergangenheit erneut aufzusuchen, um Gegenwart und Zukunft zu gestalten.

Durch gemeinschaftsorientierte Zusammenarbeit initiiert sie Dialoge über die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Als Antwort auf globale Abfallprobleme – insbesondere nicht biologisch abbaubare Materialien wie Kunststoffe und Second‑Hand‑Kleidung – integriert Kalanges Kunst Wiederverwertung inspiriert von indigenen Flecht‑ und Webtechniken.
In einer sich schnell verändernden Welt, in der Modernität oft überlieferte Weisheiten verdrängt, überschreitet ihre Kunst die rein visuelle Form und wird zu einem Wissensarchiv, das die Verbundenheit neu imaginiert, die unsere Vorfahren mit der Umwelt teilten. Ihre Werke laden dazu ein, ausbeuterische Haltungen gegenüber nicht‑menschlicher Natur zu verlernen und Respekt für alle Wesen zu fördern. Ihre Praxis stellt historische Fehlrepräsentationen infrage, die afrikanisches indigenes Wissen als barbarisch, unzivilisiert oder unheilig abtun, und positioniert es stattdessen als Grundlage für Innovation und nachhaltige Lösungen.

Über die akademische Ausbildung hinaus hat Kalange ihr Wissen durch Residenzen erweitert: Zwischen 2018 und 2022 wurde sie in der Tadooba Art Gallery in Mbalala und bei 32° East in Kampala betreut. 2023 absolvierte sie eine dreimonatige Residenz bei der Nubuke Foundation, Wa‑Loho, Ghana, gefolgt von einer zehnwöchigen Residenz bei der GAS Foundation in Nigeria im Jahr 2024. Später im selben Jahr führte sie eine Forschungsresidenz am Merian Institute for Advanced Studies in Africa der University of Ghana in Legon durch.

Zu ihren Gruppenausstellungen zählen das KLA Art Festival (2021), das STEAM Festival (2023), East African Visual Artists Connect (2021), die Passport Exhibition (2021) und Silent Invasions: The Art of Material Hacking (2022).

Ihre Auszeichnungen umfassen den Small Project Grant Fund (Goethe‑Zentrum, 2021), den Prince Claus Mentorship Award (2021), die El Anatsui Fellowship (Alternate, 2023), die Teilnahme am Venice Architecture Biennale College (2023), den Tilga Art Fund Grand Finalist (2023) sowie das MIASA Artist in Residence Fellowship (2024).