Tegene Kunbi

Profile Photo of Tegene Kunbi © Dale Grant Tegene Kunbi wurde 1980 in Addis Abeba, Äthiopien, geboren. Er studierte Malerei und Kunstpädagogik an der Kunsthochschule der Universität Addis Abeba, schloss sein Studium 2004 ab und lehrte anschließend an der Kotebe College Academy, wo er seine Leidenschaft für Farbe, Textur und Abstraktion weiterentwickelte. Im Jahr 2008 erhielt er ein DAAD-Stipendium für ein Aufbaustudium an der Universität der Künste Berlin, wo er 2011 seinen Master of Fine Arts erwarb. Seitdem arbeitet Kunbi zwischen Addis Abeba und Berlin und entwickelt eine Praxis, die sein äthiopisches Erbe mit zeitgenössischer Abstraktion verbindet.

Kunbi ist bekannt für seine vielschichtigen abstrakten Gemälde, in denen kühne geometrische Formen und satte Farben zusammenkommen, um Erinnerung, Materialität und Migration zu erforschen. Seine Arbeiten spiegeln einen Dialog zwischen kulturellem Erbe und Diaspora-Erfahrung wider und beziehen sich oft auf äthiopische Textiltraditionen durch visuelle Metaphern von Kette und Schuss. Kunbi erklärt: „Farbe ist ein Vokabular, mit dem ich Aspekten meines kulturellen Erbes Ausdruck verleihe. Jeder Farbton steht im Dialog mit dem nächsten und erzeugt ein Gefühl von Harmonie und Spannung.“

Seine Ausstellungsbilanz umfasst Europa, Afrika und Asien, mit bemerkenswerten Einzelausstellungen wie „Warp and Weft“ (Mailand, 2022), „Tessellations Through Time“ (Paris, 2023) und „Dripping Time, Fading Memory“ (Mailand, 2025).

Im Jahr 2022 wurde er auf der Dak’Art Biennale mit dem Grand Prix Léopold Sédar Senghor ausgezeichnet, in Anerkennung seines besonderen Beitrags zur zeitgenössischen afrikanischen Kunst. Kunbis Werk hinterfragt das Zusammenspiel von Ort, Diaspora und Abstraktion und schafft eine Bildsprache, die gleichzeitig verwurzelt und transnational ist und über Kulturen und Geografien hinweg Resonanz findet.