Lesung und Diskussion: Josef Winkler: Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe - Goethe-Institut
Lesung und Diskussion

Josef Winkler: Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe

Josef Winkler
© Jerry Bauer & © Suhrkamp

Fr, 24.09.2021 13:00 Uhr - 13:50 Uhr

Výstaviště Praha Holešovice

Výstaviště 67
170 90 Prag 7

Details

Sprache: Deutsch mit Simultanübersetzung ins Tschechische
Preis: Mit gültiger Eintrittskarte zur Buchmesse..
Industriepalast, rechter Flügel, Balkon

Links zum Thema

Lass dich heimgeigen, Vater oder Den Tod ins Herz mir schreibe (2018) ist Josef Winklers neuster Roman, übersetzt von Magdalena Štulcová im Jahre 2020.
Wir befinden uns in einem bekannten Kreuzdorf: Geschichten aus seiner Heimat Kärnten, die in der Ich-Perspektive erzählt werden, sind ein authentischer Beitrag mit grimmig-grotesken Bildern aus dem Familienalbum. Neben der Geschichte vom Zusammenstoß eines dreijährigen Kindes mit der Leiche seiner Großmutter oder einem an einem Apfelbaum knienden Großvater nach dem Verlust seines dritten im Krieg gefallenen Sohnes, gibt es auch ganz neue Geschichten aus dem Leben von Verwandten mütterlicherseits, die im Zweiten Weltkrieg gelitten haben.

˶Und gerade die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges, die bereits in den bisherigen Werken von Winkler auftauchen, bilden das Thema dieses neuen Buches von Winkler. Auch diese Prosa wird also in die Reihe der sog. Antiheimatliteratur bzw. schwarzen Heimatliteratur eingeordnet, welche seit der Zeit von Thomas Bernhard bis zu den zeitgenössischen Werken der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, Österreich nicht als Naturparadies oder als unschuldige Kultur, die sich der Musik verschriebenhat, darstellt, sondern als Land, das für die NS-Kriegsverbrechen des „Dritten Reichs“ mitverantwortlich ist. Aus dem Motiv dreier alter Kriegsveteranen, die an Allerseelen für den Krieg brennen, entwickelt Josef Winkler diesen traditionellen Topos der modernen österreichischen Literatur über die Schicksalsträchtigkeit der historischen Lüge, welche auch für die gegenwärtige Gesellschaft verhängnisvolle Auswirkungen hat, weiter zum Bild einer verseuchten Landschaft." (Dana Pfeiferová)

Josef Winkler (* 1953, Kamering) ist derzeit einer der bedeutendsten österreichischen Autoren. Er absolvierte die Handelsschule in Villach, arbeitete als Verwaltungsangestellter in den Oberkärntner Molkereien und später als Sachbearbeiter an der Universität Klagenfurt. 1979 veröffentlichte er sein erstes Buch Menschenkind, den 1. Teil der geplanten Trilogie Der Ackermann aus Kärnten. Winkler gewann eine Reihe von Literaturpreisen, darunter den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur (2007) und den Georg-Büchner-Preis (2008). Acht seiner Prosatexte wurden auf Tschechisch veröffentlicht, alle im Verlag Archa.

Das Gespräch mit der Übersetzerin Magdalena Štulcová führt die Germanistin Dana Pfeiferová.

14:00 – Autogrammstunde am Stand des Goethe-Instituts

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