Aufgaben und Ziele

Die Schaffung einer euro-mediterranen Stiftung für den Dialog der Kulturen wurde im April 2002 im Rahmen des so genannten Barcelona-Prozesses beschlossen, der 1995 mit der „Erklärung von Barcelona“ begründeten Euro-Mediterranen Partnerschaft. Diese Partnerschaft umfasst drei so genannte Körbe:
  1. Politische Partnerschaft und Sicherheitspartnerschaft: Definition eines gemeinsamen Friedens- und Stabilitätsraums;
  2. Wirtschafts- und Finanzpartnerschaft: Schaffung einer Zone gemeinsamen Wohlstands und
  3. Partnerschaft im sozialen, kulturellen und menschlichen Bereich: Entwicklung der Humanressourcen, Förderung des gegenseitigen Verständnisses der Kulturen und von Austauschen zwischen Bürgergesellschaften. Im Rahmen des dritten Korbes wurde die "Euro-mediterrane Anna Lindh Stiftung für den Dialog zwischen den Kulturen" (ALS) am 20. April 2005 in Alexandria gegründet.

Die schwedische Politikerin Anna Lindh († 2003), Copyright: Anna Lindh StiftungDie Stiftung trägt den Namen der ermordeten schwedischen Außenministerin, die sich in besonderer Weise für den interkulturellen Dialog in Form direkter Begegnungen von Menschen und für den Nahost-Friedensprozess eingesetzt hatte.

Die schwedische Politikerin Anna Lindh († 2003)
Foto: Copyright Anna Lindh Stiftung


Die Anna Lindh Stiftung ist die erste gemeinsame Institution im Rahmen des Barcelona-Prozesses, dem inzwischen 42 Mitgliedstaaten angehören (EU-Staaten, die arabischen Mittelmeer-Anrainer, Israel und die Türkei, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien, Monaco und Mauretanien), der Hauptsitz befindet sich in Alexandria, Ägypten
(www.annalindhfoundation.org).

Zum Auftrag der Stiftung zählt die Überwindung von Missverständnissen und Stereotypen, die Unterstützung der Zivilgesellschaft und die Förderung der gegenseitigen Wertschätzung, der kulturellen Vielfalt und des friedlichen Zusammenlebens. Die Stiftung unterstützt interkulturelle Begegnungen im Rahmen von Projekten aus den Bereichen Bildung und Jugend, Kultur und Künste, Koexistenz und Kultur des Friedens, Werte, Religion und Spiritualität, Städte, Vielfalt und Migration, Medien. Zielgruppen sind insbesondere Frauen, Jugend und Migranten.

Der dritte Korb des Barcelona-Prozesses (kultureller, sozialer und zivilgesellschaftlicher Austausch) soll durch diese Stiftung nachhaltig gestärkt werden. Getreu des Mottos von Anna Lindh: „Dialog ist nicht genug, Begegnungen entscheiden.“

Die Stiftung versteht sich als ein "Netzwerk der Netzwerke", das in jedem Mitgliedstaat von einer koordinierenden Organisation getragen wird. In Deutschland hat das Goethe-Institut die Leitungsfunktion, unterstützt von einer weiteren Organisation aus dem Netzwerk, die durch Wahl bestimmt wird.
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