Kultur und Entwicklung: Beraten und Vernetzen

Netzwerk Neue Perspektiven – Kultur und Klima

Sommerakademie, Netzwerk Neue Perspektiven, © Goethe-Institut MoskauNetzwerk Neue Perspektiven | © Goethe-Institut MoskauIm Rahmen von „Kultur und Entwicklung“ hat das Goethe-Institut der Region Osteuropa/Zentralasien das „Netzwerk Neue Perspektiven“ ins Leben gerufen. Ziel ist es Menschen, die zum Erhalt einer lebenswerten Umwelt beitragen wollen, zu vernetzen und kulturelle Projekte anzustoßen.

Die Atom-Katastrophe in Fukushima hat wieder einmal mit besonderer Deutlichkeit gezeigt, dass Umwelt- und Klimafragen essentiell für die Zukunft der Menschheit sind und dass sie in ihren Auswirkungen jeden einzelnen von uns betreffen und bedrohen können. Vor diesem Hintergrund erhalten Projekte wie „Netzwerk Neue Perspektiven – Klima und Kultur“, das im Rahmen der Initiative Kultur und Entwicklung des Goethe-Instituts Umweltaktivisten der Länder Osteuropas, des Südkaukasus und Zentralasiens versammelt und miteinander vernetzt, eine herausgehobene Bedeutung.

Beim ersten Netzwerktreffen 2010, einer Sommerakademie in Berlin, hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Belarus, der Ukraine, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Georgien, Armenien und Russland deutsche Initiativen kennengelernt, die durch kulturelle und kulturnahe Formate das Bewusstsein für Herausforderungen in den Bereichen Umwelt und Klima schärfen. Darüber hinaus standen Techniken des Projektmanagements, der Steuerung und Moderation von Prozessen auf dem Programm. Auf dieser Basis hatten die Aktivistinnen und Aktivisten eigene Projekte in den Bereichen Film, bildende Kunst, Theater und Medien entwickelt, die auf mehrere Länder der Region ausstrahlen und den Netzwerkgedanken aktiv weiterführen. Die Projekte, die von einer Jury geprüft und mit Hilfe von professionellen Trainern weiter entwickelt wurden, konnten in der ersten Jahreshälfte 2011 realisiert und in der Öffentlichkeit präsentiert werden. In Odessa wurde beispielsweise die Straßentheaterperformance „Climatic Play“ gezeigt. Bei dem Projekt „Eko-Kadry“ (Ekologija (russ.) = Ökologie, Kadr (russ.) = Schuss) wurden elf ökologische Kurzfilme produziert und in Belarus, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und der Ukraine vorgeführt. Eco-Art ließ Künstler aus Georgien, Russland, Usbekistan und der Ukraine Werkstätten unter freiem Himmel einrichten, wo sie an malerischen, aber ökologisch sensiblen oder bedrohten Orten in Georgien künstlerisch arbeiten konnten.

Das Treffen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts „Netzwerk Neue Perspektiven“ vom 1. bis 15. Juli in Berlin diente einer Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung der Initiative. Das Netzwerk sollte gestärkt, gemeinsame Projekte präsentiert, weitergeführt oder neu aufgelegt werden. Ein weiterer Baustein des Programms war das Thema Mittelakquise: Wie spreche ich potenzielle Sponsoren richtig an? Denn Aktivitäten in den Bereichen Klima und Umwelt können nur erfolgreich sein, wenn sie nachhaltig sind. Für Nachhaltigkeit ist eine längerfristige Unterstützung und Vernetzung notwendig. Dafür warben die Projektmanager bei ihrem diesjährigen Berliner Treffen.

„Das Netzwerk Neue Perspektiven bedeutet für mich vor allem die Möglichkeit, ungewöhnliche Projekte umzusetzen, bei denen ich mein kreatives Potential zum Nutzen aller einbringen kann. Die zweite Sommerakademie ist eine neue Phase, in der neue Probleme und neue Perspektiven zugleich auftauchen. Wir legen hier in Berlin das Fundament für unsere künftigen gemeinsamen Projekte“, so Aleksej Kobzev vom Ekoforum Usbekistan. Auch seine ukrainische Kollegin Natalja Shivaldova von der Ökologischen Organisation Ekomaktab hob die qualitative Weiterentwicklung des Netzwerks im zweiten Jahr seines Bestehens hervor: „Die zweite Sommerakademie ist für mich ein Durchbruch im Bewusstsein, meine deutschen Partner und Kollegen aus dem Netzwerk besser zu verstehen. In dieser Akademie hat sich für mich das Potential der Teilnehmer aus neuer Perspektive gezeigt.“

Am 8. Juli stellten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen verschiedenen deutschen Umweltinitiativen und Stiftungen, wie der Michael Succow Stiftung, dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) e.V. oder der Rosa Luxemburg Stiftung vor. Ziel des Nachmittags war es, das Netzwerk auszuweiten und mögliche Kooperationen zwischen den Teilnehmern und den deutschen Umweltinitiativen zu initiieren.

Neben „Netzwerk Neue Perspektiven“ führten die Goethe-Institute in Osteuropa und Zentralasien zwei weitere Pilotprojekte der Initiative Kultur und Entwicklung durch: Verlegerfortbildung 2009-2011 und das Kompetenzzentrum Kulturmanager

Links zum Thema

Reportagen Bilder Gespräche: Kultur und Entwicklung

Magazin des Goethe-Instituts (Foto: Goethe-Institut)
Das Goethe-Magazin 02/2012 bietet spannende Einblicke in das Programm der Initiative „Kultur und Entwicklung“.

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