Kultur und Entwicklung: Beraten und Vernetzen

„Young Composers Southeast Asia“ – Ein Projekt mit hoher Strahlkraft

Young Composers Southeast Asia (© Goethe-Institut)Young Composers South East Asia | © Goethe-InstitutMit vier Konzerten in Indonesien fand im Herbst 2011 eines der wichtigsten und größten Projekte von Kultur und Entwicklung in Südostasien einen stimmungsvollen Ausklang: „Young Composers Southeast Asia“. Die Initiative erwies sich als wegweisend für künstlerisches „Capacity Buildung“ im Bereich der Neuen Musik in Südostasien.

Young Composers Southeast Asia | © Goethe-InstitutBereits zum zweiten Mal hatten die Goethe-Institute in der Region Südostasien 2011 im Rahmen von „Kultur und Entwicklung“ einen Wettbewerb für junge Komponisten ausgeschrieben. Dabei lag der Akzent auf der Nachwuchsförderung sowie auf der unmittelbaren Qualifizierung von künstlerischem und medialem Schaffen. In Kooperation mit der Universitas Pendidikan Indonesia in Bandung, Indonesien, wurden junge südostasiatische Musikerinnen und Musiker eingeladen ihre Kompositionen einzureichen. Das Instrumentarium sollte sowohl westliche als auch indonesische (westjavanische) Gamelan-Instrumente berücksichtigen. An der Resonanz ließ sich bereits die hohe regionale Bedeutung des Projekts ablesen: Über 70 Bewerbungen trafen ein. Aus den Einsendungen wählte eine internationale Jury, bestehend aus renommierten Musikern aus Deutschland und Südostasien, die besten zehn Kompositionen aus.

Workshop und erfolgreiche Konzerte

Young Composers Southeast Asia | © Goethe-InstitutDiese jungen Komponisten wurden im Herbst 2011 nach Bandung zu einem zehntägigen Workshop unter Leitung von Dieter Mack, Professor für Komposition an der Musikhochschule Lübeck, und der internationalen Jury eingeladen. Das Berliner ensemble mosaik und das Bandunger Gamelan-Ensemble Kyai Fatahillah nahmen ebenfalls teil. Die Weiterbildung sollte anwendungs- und praxisbezogene Lerninhalte vermitteln, aber auch die Vernetzung der Komponisten innerhalb der Region wie auch mit der internationalen Musikszene fördern. Am Ende des Workshops wurden die besten Werke bestimmt und mit einem Preis ausgezeichnet. Zum Abschluss präsentierten zwei Konzerte in Bandung und zwei weitere in Jogjakarta und Jakarta die Arbeit der jungen Komponisten aber auch das Engagement des Goethe-Instituts im Bereich der Neuen Musik einer überraschend großen Öffentlichkeit: Mehr als 1.000 Zuhörer besuchten alleine in Bandung die Aufführung – und das, obwohl auch in Indonesien die Neue Musik eher eine künstlerische Nische bedient.

Grundstein für eine breite lokale Entwicklung

Young Composers Southeast Asia | © Goethe-InstitutDer Erfolg von „Young Composers Southeast Asia“, die hohe Beteiligung, die nachhaltige Vernetzung (nach wie vor stehen wie Komponisten in regem gegenseitigen Austausch) und die hohe Medienresonanz bestätigen ein insgesamt stimmiges Projekt-Konzept. Seine Strahlkraft verdankt das „Young Composers Southeast Asia“ nicht zuletzt Professor Mack, seiner Expertise im Bereich der Neuen Musik, seiner engen Beziehung zu Indonesien, seinem wertvollen Netzwerk sowie seinem engagierten Einsatz. „Das Goethe-Institut hat mit dieser Veranstaltung und seinem Engagement einen Grundstein für eine breite lokale Entwicklung in einer äußerst reichen und komplexen Region gelegt“, betonte Professor Mack die regionale Bedeutung des Projekts und verwies auch auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von westlichen und asiatischen Musikern: „Entwicklung bedeutet in diesem Fall keine Entwicklungshilfe, sondern an erster Stelle kritischen Austausch, der für alle beteiligten Parteien Anregungen zur weiteren Entwicklung bietet.“

Um die Talentförderung systematisch und nachhaltig zu gestalten, sollte der Wettbewerb im Jahr 2013 in Manila fortgesetzt werden.

Projektdaten:
Künstlerischer Leiter: Prof. Dieter Mack
Programm-Koordinatorin: Katrin Sohns
PR-Koordinatorin: Christiane Jekeli
Internationale Jury:
Michael Asmara - Indonesien
Bernd Asmus – Deutschland
Jonas Baes - Philippinen
Chong Kee Yong – Malaysia
Dieter Mack – Deutschland
Tran Kim Ngoc – Vietnam
Anothai Nitibohn - Thailand
Thomas Oesterdiekhoff – Deutschland
Chung Shih Hoh - Singapur
Ernst Surberg – Deutschland

Links zum Thema

Reportagen Bilder Gespräche: Kultur und Entwicklung

Magazin des Goethe-Instituts (Foto: Goethe-Institut)
Das Goethe-Magazin 02/2012 bietet spannende Einblicke in das Programm der Initiative „Kultur und Entwicklung“.

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