Kultur und Entwicklung: Beraten und Vernetzen

Über Arab Shorts

Arab Shorts Symbolbild (Foto: Goethe-Institut)Arab Shorts | © Goethe-Institut„Arab Shorts“ ist ein Name für vieles – für ein kleines Festival, für eine Webseite (arabshorts.net), für ein Reiseprogramm arabischer Filmleute nach Deutschland und Deutscher nach Nahost, für moderierte Screenings und für Publikationen. „Arab Shorts“ ist ein Dreijahresprojekt der Goethe-Institute in Nordafrika und Nahost. Es will Akteure aus den unabhängigen arabischen Filmszenen intensiver mit Europa vernetzen. Und es will uns Einblicke gewähren in einen speziellen kulturellen Resonanzraum – eine Welt außerhalb der staatlich gelenkten Sphären, wo sich schonungslose Wirklichkeitsnähe und künstlerische Radikalität artikulieren.

Alles dreht sich um „kuratierte Programme“. Insgesamt 19 Kuratorinnen und Kuratoren treffen Auswahlen und präsentieren diese einmal im Jahr. So entstehen Sinnlinien und Deutungsmöglichkeiten. Die filmischen Arbeiten werden nicht bloß gezeigt, sondern mit einem Kontext versehen. Unter dem Dach von „Arab Shorts“ findet sich ein breites Spektrum, das vom narrativen Kurzfilm bis zu „Videokunst“ reicht.

Arab Shorts | © Goethe-InstitutWas ist zu sehen? Ungeschminktes, wie das sozialkritische Kaleidoskop aus einem Telefon-Shop oder jener klaustrophobische Fahrstuhl-Kurzfilm, wo weibliche Lebenswelten mit krasser Gefängnismetaphorik gezeichnet werden. Zu sehen sind, auf der anderen Seite des Spektrums, enigmatische Wüstenflugbilder einer „Ästhetik des Verschwindens“ oder „zerbrochene Filme“, die Kriegschaos in dissonant-verwürfelten Fragmenten auf die Leinwand werfen und sarkastisch from Beirut with love grüßen. Dazwischen gibt es immer wieder Trouvaillen: Eine wunderbare Reminiszenz an Eisensteins „Panzerkreuzer Potjomkin“, nachgestellt in Tunis; ein ironisches Selbstporträt namens Arafat & I; ein Film gemacht aus amerikanischen Zeitungsfotos über den Irak; eine einfühlsame Studie über das Erwachsenwerden und den Weg, Step by Step – „Schritt für Schritt“ –, in eine harsche, zersplitterte Gesellschaft.

Die Film-Arbeiten in „Arab Shorts“ eröffnen ungewohnte und ungewöhnliche Bildwelten. Es gibt verständliche „Botschaften“ und „verrätselnde“ Maskierungen. Im Code der Kunst wird hier, so die Süddeutsche Zeitung, eine „arabische Welt (dargestellt), wie sie wirklich ist: menschlich und divers“. Während das Fernsehen bewegende Bilder von Freiheitskampf und erschütternder Gewalt in unseren Alltag transportiert, ist dies viel und wenig zugleich. Denn eines ist im Kulturaustausch mit der arabischen Welt ganz sicher: Wir wissen zu wenig voneinander.

Künstlerischer Leiter der „Arab Shorts“ ist der Kurator und Filmemacher Marcel Schwierin. Er ist Mitbegründer der Werkleitz Biennale und der Internetdatenbank für Experimentalfilm & Videokunst cinovid.org.

Dr. Günther Hasenkamp, Leiter Kulturelle Programmarbeit im Goethe-Institut Kairo, Regionaler Fachauftrag Nordafrika und Nahost

    Reportagen Bilder Gespräche: Kultur und Entwicklung

    Magazin des Goethe-Instituts (Foto: Goethe-Institut)
    Das Goethe-Magazin 02/2012 bietet spannende Einblicke in das Programm der Initiative „Kultur und Entwicklung“.

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