Kultur und Entwicklung: Positionen und Perspektiven

14. März 2012: Goethe-Institut und GIZ unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung (Foto: Goethe-Institut, © Bernhard Ludewig)
Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung (Foto: Goethe-Institut, © Bernhard Ludewig)
Das Goethe-Institut und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH weiten ihre bisherige Kooperation aus. Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, und Christoph Beier, stellvertretender Vorstandssprecher der GIZ, haben dazu am 14. März in Berlin eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Der stellvertretende Vorstandsprecher der GIZ Christoph Beier sagte: „Kultur fördert den sozialen Zusammenhalt und die Entwicklung von Gesellschaften. Sie ist Motor für gesellschaftliche Veränderungen. Gerade deshalb müssen kulturelle Identität und Traditionen in Gesellschaften bewahrt und für Entwicklung genutzt werden. Die GIZ bindet dieses Wissen in ihre Arbeit ein. Indem wir Kulturpolitik und die Kultur- und Kreativwirtschaft strukturell fördern, unterstützen wir unsere Partner in Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern darin, die kreativen, sozialen und ökonomischen Potentiale kultureller Vielfalt zu nutzen. Wir freuen uns, diese Herausforderungen in Zukunft gemeinsam mit dem Goethe-Institut noch intensiver angehen zu können.“

Auch der Generalsekretär des Goethe-Instituts Johannes Ebert bekräftigte: „Kunst, Kultur und Bildung spielen eine entscheidende Rolle bei der Konstituierung von Gesellschaften und sind wichtige Faktoren bei der Bewältigung der aktuellen globalen und regionalen Herausforderungen. Dies ist eine Erkenntnis, die viele Aspekte der Arbeit des Goethe-Instituts bestimmt. Zahlreiche Programme des Goethe-Instituts tragen dazu bei, dass Netzwerke im Bereich Kultur und Bildung entstehen und sich die Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Wissensgesellschaften in den Gastländern verbessern. Das Goethe-Institut kennt die kulturellen Szenen und Akteure vor Ort. Es ist hervorragend vernetzt. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns darauf, die Zusammenarbeit mit der ,Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit‘ zu verstärken, besonders bei konkreten Vorhaben in den Partnerländern.“

Bereits heute kooperieren Goethe-Institut und GIZ erfolgreich. Ein Beispiel ist die „Tahrir-Lounge“ in Kairo, die den Anhängern der ägyptischen Reformbewegung eine Plattform bietet oder die Förderung von Kulturgesellschaften in Afrika. Die heute unterzeichnete Kooperationsvereinbarung soll bestehenden und künftigen gemeinsamen Projekten einen Rahmen geben. Sie basiert auf dem Konsens der beiden Akteure, wonach die kulturelle Dimension ebenso entscheidend für Transformationsprozesse ist wie politische, ökonomische und soziale Faktoren. Gemeinsame Absicht ist es daher, zukünftig enger zu kooperieren und Synergien und Kompetenzen der Internationalen Zusammenarbeit und der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik stärker zu nutzen.

Gemeinsame Handlungsfelder sind hierbei beispielsweise die Stärkung der kulturellen Infrastruktur in den Partnerländern einschließlich der an Bedeutung gewinnenden Kreativwirtschaft, nachhaltige Stadtentwicklung oder die Unterstützung beim Erhalt des kulturellen Erbes. Auch die Bereiche Umweltpolitik und Umweltbildung bilden Schwerpunkte der geplanten Zusammenarbeit. Das gemeinsame Angebot umfasst Qualifizierungs- und Bildungsangebote für politische und zivilgesellschaftliche Akteure der Partnerländer, Kulturschaffende wie Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen und Kulturbetriebe.