Wilfred Owen

1914

Krieg brach aus: Welt-Winters Nacht
Senkt sich vernichtend über alles hin.
Der Pesttornado, entsprungen in Berlin,
Hat über ganz Europa sich schon hergemacht,
Des Fortschrittes Segel fetzend. Entehrt
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Hymne für die verdammte Jugend

Welch Grabgeläute denen, die wie Schlachtvieh sterben?
– Die ungeheure Wut nur der Kanonen.
Das schnelle Schnacken nur von stotternden Gewehren
Kann ihre Stoßgebete übertönen.
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Dulce et decorum est

Gekrümmt wie alte Bettler unter ihrer Säcke Last,
Mit aufgeschundnen Knien, wie Hexen hustend, unter Fluchen,
Weg von den Leuchtraketen, die uns jagten, durch Morast,
Begannen wir, nach unserem fernen Ruheplatz zu suchen.
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Wilfred Owen


Wilfred Owen (* 18. März 1893 bei Oswestry, Shropshire † 4. November 1918 bei Ors, Frankreich) gilt als der herausragendste Kriegsdichter englischer Sprache. Nach sechsmonatigem Kriegsdienst an der Westfront wurde er zur Behandlung eines Kriegstraumas ins Craiglockhart Hospital nach Edinburgh geschickt, wo die Gedichte Dulce et decorum est und Hymne für die verdammte Jugend entstanden. Er kehrte im September 1918 an die Front zurückund starb bei einem Angriff eine Woche vor Kriegsende.