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"Drei Franzosen und eine Deutsche -
Meilensteine der Vergangenheit die Gegenwart denken"

Unter Beteiligung von Wolfgang Heuer, Privatdozent an der Freien Universität Berlin mit abgeschlossenem Studium der Geschichte, Germanistik und Lateinamerikanistik

Philosofie
9. bis 28. September 2015
Centro Cultural Banco do Brasil - Rua Primeiro de Março, 66 - Zentrum
4. Stock, 18.30 Uhr
Eintritt frei
21 3808-2020
Kuratoren:
Clarisse Fukelmann - Fachbereich Soziale Kommunikation an der PUC, Promotion in brasilianischer Literatur
Gustavo Chataignier - Promotion zum Dr. phil. an der Universität Paris 8

Internationales Seminar zu aktuellen Fragestellungen, ausgehend von vier Intellektuellen, die das westliche Denken des 20. Jahrhundert verändert haben: Sartre, Deleuze, Barthes und Hannah Arendt

Es werden 50 Einschreibungen angenommen, die für ein Anwesenheits-Zertifikat erhältlich ist.

Die Eischreibung sind nur über das CCE-PUC möglich.

Programm

Was das Denken kann: Subjekt und Werturteile
Für Arendt führt das Handeln zur Reflektion über die internen Bedingungen des Denkens und seine Verbindungen zum Handeln, zur Zeit und zur Vernunft. Sartre, in der Radikalität seiner Positionen und Vorschläge, lädt uns ein, über die Gegenwart nachzudenken. Aus dem philosophischen, literarischen und politischen Existenzialismus hat er trotz der Wurzeln in Kierkegaard und Heidegger und trotz der Kritiken an seinen subjektivistischen Grundannahmen eine innovative und aktive Philosophie gemacht.
Mit Renato Lessa und Danilo Marcondes
Moderation: Clarisse Fukelman und Gustavo Chataignier

14. September
Die Straße, das Haus und das Kabinett: Lebenserinnerungen und Handlungsarten des Intellektuellen
Die Beziehungen zwischen Theorie und Praxis und dem Denken eines Intellektuellen im Lichte seiner Biographie betrachtend, legt Sartre die Auswirkungen des Lesens und des Handelns in der Erziehung des Individuums dar. Barthes konzipiert ein persönliches Verständnis über Engagement, Diskurs der Autorität und die Kraft der Literatur. Die Perzeption der beiden über Verbindungsarten von Handlung und Wort erhellt die Gegenwart.
Mit Tiphaine Samoyault und Jacques Leenhardt
Moderation: Clarisse Fukelman

16. September
Erzieherische Beziehungen und politische Praktiken Nimmt man Deleuze als Professor, Philosoph, Erzieher des Denkens und Denker der Erziehung, so kommt die Frage auf, was er uns lehrt, heute über erzieherische Beziehungen zu denken und wie man sie praktiziert. Auf der anderen Seite thematisiert Arendt die Autonomie des Subjekts und Prinzipien der Freiheit, ausgehend von den Prozessen der Praktischen Politik und im Gegensatz zu Gewalt und der Macht der Wirtschaft.
Mit: Walter Kohan und Marion Brephol
Moderation: Gustavo Chataignier

21. September
Alterität, Abbild, Kunst und Vorstellung
In der Philosophie, Psychoanalyse, Anthropologie, Politik und Kunst bevorzugt Deleuze die Öffnung zur Pluralität, zu differenzierten Energien, und wendet sich ab von überholten Formen. Barthes erschafft im Nachdenken über Prozesse der Subjektivierung, Kunst und Schrift und Abbild und Vorstellung neue und erweiterte Bedeutungen des Lebens, der Kunst und der Kultur, die in der Gegenwart präsent sind.
Mit: Roberto Corrêa dos Santos und João Camillo Penna
Moderation: Tânia Rivera

23. September
Politik, Handeln und narrative Erfahrungen
Arendt gibt uns Mittel an die Hand, Krisensituationen, Totalitarismen und die Urteilskraft politisch einzuschätzen. Ihre Theorie des Handelns kann literarische Formen als Verbündete haben. Deleuze setzt auf das Denken als Neuerfindung und die Literatur als Labor für Experimente: sie regen Gedächtnis, Vorstellungskraft und sogar das Auslöschen des Ich im Fluxus des Realen an.
Mit: Eduardo Jardim und Karl Erik Schollhammer
Moderation: Filipe Ceppas

24. September
Schöne neue Welt: Instrumentalisierung und nomadisches Denken
Ausgehend von ihren Ideen über die politische Vernunft, über Macht, Gewalt, Gedächtnis und legislatives Subjekt, kritisiert Arendt einige Anwendungen der Wissenschaften. Deleuze und Guattari bringen Licht in das aktuelle Phänomen, Städte zu besetzen, das von den Sozialwissenschaften und der traditionellen Politik oder dem Feld der Kunst sensu stricto kaum erklärt werden kann. Das nomadische oder anti-totalitäre Denken öffnet sich der aktiven Affirmation, das konträr zur Instrumentalisierung des Alltags ist.
Mit: Wolfgang Heuer und Barbara Peccei Szaniecki
Moderation: Adriana Braga

28. September
Formen der Schrift: von der Linie zum Labyrinth
Dadurch, dass Barthes verschiedene Typen des Schreibens ausübt und das Lesen als Schrift und umgekehrt versteht, stellt er die Schranken zwischen Geschriebenem und Kritik auf den Kopf und provoziert das „Rauschen der Sprache“. Deleuze propagiert die schmale Beziehung zwischen Philosophie und Literatur. Er hilft uns, moderne poetische Tendenzen und die schriftstellerische Produktion zeitgenössischer Autoren zu verstehen.
Mit: Christian Prigent und Ana Maria Amorim de Alencar
Moderation: Ítalo Moriconi

Idealisierung: Clarisse Fukelman
Realisation: CCBB
Unterstützung: Departamento de Comunicação Social da PUC-Rio / Coordenação Central de Extensão da PUC-Rio / Consulado Geral da França no Rio de Janeiro e Goethe-Institut

1914/2014 – The Battlefield
of Memory: A fact - Many perspectives

Foto: Regine Dura

100 Years First World War: anniversary issue of Fikrun wa Fann

Otto Dix, Selbstporträt als Mars, 1915, Öl auf Leinwand ©Städtische Sammlungen Freital