Referenten

Rudolf Maresch, Autor, Publizist, Kritiker

Christoph Bieber Quelle: Universität Duisburg EssenRudolf Maresch; Foto: (c) privat

„Weder Weltverkehr noch Welthandel oder universalistische Werte haben vermocht, die Eigenheiten beziehungsweise Eigengesetzlichkeiten des materiellen Raums aufzuheben. Im Gegenteil, gerade die Globalisierung garantiert, dass politisch auftretende Mächte weiterhin und vielleicht heftiger denn je um Räume und Territorien kämpfen. In den für den normalen Beobachter uneinsichtigen Räumen des Cyberspace ist alles streng determiniert. Hier werden keine Fragen gestellt, hier ist auch kein Leben in Provisorien möglich. Die Menge möglicher Interaktionen wird durch mathematisch festgelegte Regeln vollständig definiert. Die Syntax der Maschine: Wenn-dann Sätze, in Zeichenketten umgeschrieben und vorerst noch in Silizium gebrannt, machen das Medium zum imperium (Befehl). Kommunikation – unter digitalen Bedingungen – bedeutet letztlich nichts anderes als: Lesen, Schreiben und Ausführen.“

Rudolf Maresch, Jahrgang 1954, studierte Philosophie, Soziologie und Pädagogik. Er ist Kritiker, Autor und Essayist. Die Bücher, die er herausgibt, beschäftigen sich mit den Themen Medien und Öffentlichkeit, Kultur und Politik sowie der Zukunft westlicher Gesellschaften. Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet er für verschiedene Online-Medien, derzeit vor allem für Telepolis, das Online-Magazin des Heise Zeitschriften Verlags.

Publikationen und Statements zum Thema

Mit Florian Rötzer: Renaissance der Utopie. Zukunftsfiguren des 21. Jahrhunderts. Frankfurt am Main 2004

Raum, Wissen, Macht. Frankfurt 2002

Cyberhypes. Frankfurt 2001

„Globalisierungskritik, wie weiter?“, Interview mit der Berliner Gazette, 24. September 2007

„Raum als Schicksal? Geografie, Territorium und Landschaft bescheren seinen Bewohnern unterschiedliche Infrastrukturen, Sicherheitszonen und Lebenschancen“. In: Journal of new frontiers in spatial concepts Karlsruhe, 2011

„Geografie der Macht. Das Westjordanland ist Testfall einer neuartigen Raum- und Biopolitik“. In: Telepolis, vom 22. Juli 2003

„Wachsende Räume. Der imperiale Subtext der Medien und ihrer Technik“. In: Telepolis, vom 1. Februar 2002

Links zum Thema

Fikrun wa fann: Medien

Fikrun wa fann, die Kultur-Zeitschrift des Goethe-Instituts. Texte der Ausgabe zum Thema Geschlechterrollen.

Humboldt: Protest 2.0 „Time for Revollusion“

Kulturzeitschrift für den Dialog mit Lateinamerika und der Iberischen Halbinsel – auch als E-Paper.

100 Stimmen

Hundert Video-Interviews über den Wandel in der arabischen Welt

Going Public – Über die Schwierigkeit einer öffentlichen Aussage

Kunst im öffentlichen Raum in Litauen, Belarus, Kaliningrad und Deutschland

Dossier: Zivilgesellschaft

Aktion des Projekts “Zwanzig-Forint-Operette”/ A „Húszforintos opera“ projekt akciója. Copyright: Fekete Hajnal
Was ist charakteristisch für die traditionsreiche deutsche und die erstarkende ungarische Zivilgesellschaft? Ein Überblick.