Wege zur Mehrsprachigkeit

Was ist also zu tun?

  • Lehrkräfte und auch Erzieherinnen und Erzieher sollen Sprache stärker als Kommunikationsmedium und weniger als Unterrichtsfach betrachten.
  • Die Methoden der Sprachvermittlung im Elementar- und Primarbereich sollen kindgerecht und spielerisch sein und die Inhalte sollen bei den Interessen der Kinder ansetzen.
  • Sprache umgibt die Lerner nicht nur in der Schule und im Kindergarten, sondern auch im Elternhaus. Die Sprachkompetenz der Eltern soll aktiv und bewusst einbezogen werden. Dazu bedarf es einer konkreten Auseinandersetzung der Lehrkräfte und Erzieher mit den Eltern.
  • Ein Sprachenportfolio auch für ganz kleine Lerner anzulegen ist eine gute Methode, die Motivation fürs Sprachenlernen zu stärken. Diese Portfolios sind aber kein Kontroll- oder Testverfahren!
  • Werbung für Sprachen sollte allgemeiner gefasst werden und sich nicht auf eine bestimmte Fremdsprache beziehen. Dadurch gelangen Lerner und Eltern zu einer offenen Haltung der Mehrsprachigkeit gegenüber.

Das Sprachenlernen verändern

Um den Lehrkräften eine entspannte Haltung gegenüber der Fremdsprachenvermittlung zu ermöglichen, sollte der Druck, bestimmte grammatikorientierte Lernziele zu erreichen, verringert werden. Dazu bedarf es vielerlei Änderungen, zum Beispiel

  • Die Fremdsprachenangebote von Kindergarten, Vorschule und Grundschule müssen curricular aufeinander abgestimmt werden
  • Die Lernmaterialien müssen zu den Zielgruppen passen, kommunikativ und spielerisch orientiert sein und sollten möglichst auch eine Vielfalt von Sprachelementen verschiedener Sprachen und Kulturen aufgreifen
  • Um neue Ansätze und Materialien im Sinne einer Mehrsprachigkeitskultur zu nutzen, müssen Fortbildungen angeboten werden. Diese Fortbildungen müssen sehr genau auf die Zielgruppen ausgerichtet werden.
  • Für die Fortbildungen der Lehrkräfte sind zeitgemäße Formate zu verwenden (Selbstlernangebote, Mediennutzung).
  • Für viele verschiedene Aktivitäten, in deren Rahmen Mehrsprachigkeit gefördert wird, sind die Eltern eine unerlässliche, aber offenbar neue „Zielgruppe“. Es muss untersucht werden, wie Eltern sinnvoll in das Lerngeschehen eingebunden werden können

Mehrere Fremdsprachen gleichzeitig?

Diese Frage ist methodisch-didaktisch bisher nicht befriedigend beantwortet. Für jeden Einzelfall muss vermutlich eine spezielle Lösung gefunden werden. Eine Lernergruppe, die sich zum Beispiel mit Deutsch UND Englisch befassen soll, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Lehrerin/der Lehrer muss beide Sprachen auf B2-Niveau beherrschen und mindestens in einer Sprache die Lehrbefugnis haben.
  • Besonders die phonetischen Kenntnisse sollten in beiden Sprachen gut ausgebildet sein, weil sich eine fehlerhafte Aussprache besonders leicht mit in die höhere Lernebene transportieren lässt.
  • Da es bisher kaum die curriculare Möglichkeit gibt, eine Doppelstunde Deutsch/Englisch zu unterrichten, muss entschieden werden, dass zum Beispiel in einer Deutschstunde auch Englisch verwendet wird und in einer Englischstunde dafür auch Deutsch gelernt werden darf. Solche Pläne müssen curricular abgesichert werden, oder zumindest muss eine Genehmigung dafür bei der Schulleitung eingeholt werden.
  • Lehrerinnen und Lehrer sollten in Fortbildungen über die aktuellen Konzepte und einschlägigen Materialien informiert werden:
    • Methodisch-didaktischer Überlegungen
    • Einführende Texte zum Thema Mehrsprachigkeit sollen helfen, Begriffe und Konzepte einzuordnen und für Projektplanungen zu DaF-Maßnahmen nutzbar zu machen.
    • Mehrsprachig angelegte Einzelprojekte, wie die Aufführung eines mehrsprachigen Theaterstücks oder das Lesen eines mehrsprachigen Kinderbuchs können einen Anfang zu einem multikulturellen Sprachunterricht darstellen.

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11 Fragen zur Mehrsprachigkeit

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Erfolgreiche Litauer und Deutsche erzählen über das Sprachenlernen, Sprache im Alltag und die Mehrsprachigkeit in Litauen und Europa

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Leonard Orban, Mitglied der Europäischen Kommission zuständig für Mehrsprachigkeit