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Deutschlehrertag Barcelona 2008 (Spanien)

Mehrsprachigkeit und Spracherwerb sind Themen, die im spanisch-katalanischen Kontext von besonderem Interesse sind. Das Goethe-Institut Barcelona stellte sie ins Zentrum des Deutschlehrertags 2008.

Welchen Einfluss hat die Zweisprachigkeit auf den Spracherwerb der ersten Fremdsprache und wie beeinflusst wiederum die erste Fremdsprache den Erwerb der zweiten und dritten Fremdsprache? Welche Chancen haben bilinguale Bildungsgänge in Spanien? Wo gibt es sie bereits und welche Perspektiven sind abzusehen? Wo liegen die Grenzen und Möglichkeiten einer Mehrsprachigkeitsdidaktik?

Um diese Fragen eingehend zu beleuchten, wurden Experten aus Deutschland und Spanien eingeladen.
Zu den Referenten gehörten Prof. Dr. Karin Aguado von der Universität Kassel, die in ihrem Beitrag „Mehrsprachigkeit und Fremdsprachenerwerb: psycholinguistische und neurokognitive Aspekte“ auf die Besonderheit der spanischen Situation mit ihren Minderheitensprachen einging. In seinem Vortrag „Von der inneren zur äußeren Mehrsprachigkeit“ beschäftigte sich Herr Prof. Dr. Jörg Roche von der Maximilian-Ludwig-Universität München mit dem Sprachlernprozess. Dr. Nicole Marx von der Westfälischen Wilhelms-Universität-Münster konzentrierte sich in ihrem Beitrag „Deutsch als Tertiärsprache“ auf Lernprozesse, die beim Erwerb einer Tertiärsprache, in erster Linie in der Konstellation „Deutsch nach Englisch“ ablaufen.

In Spanien entstehen derzeit in einigen Regionen neue bilinguale Zweige mit Sachfachunterricht auf Deutsch. Dieser Entwicklung trug der Beitrag von Paul Palmen von der Bezirksregierung Köln über „Bilinguale Bildungsgänge – Chancen und Perspektiven“ Rechnung. Auf die besondere Situation vor Ort wurde im gemeinsamen Abschlussvortrag von Frau Dr. Olga Esteve und Zinka Carandell „Auf dem Weg zu einer Didaktik der Mehrsprachigkeit: Grenzen und Möglichkeiten“ eingegangen.

Alle Beiträge orientierten sich an der aktuellen Forschung und stellten gleichzeitig den Bezug zur Praxis her. Hinzu kamen zwei besonders praxisnahe Vorträge von Theo Scherling und Meike Müller, bei denen Bilder und Körpersprache im Mittelpunkt standen und den Begriff der Mehrsprachigkeit auf nonverbale Elemente ausweiteten.
Die Vorträge wurden ergänzt durch Workshops, Buchpräsentationen und Filmvorführungen. An Informationsständen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Verlagsneuheiten und Studienmöglichkeiten in Deutschland informieren.

Der Deutschlehrertag sollte in seiner Gesamtheit für die Deutschlehrerinnen und -lehrer ein motivierendes Erlebnis sein. Dazu gehörte neben dem fachlichen Input auch der persönliche Erfahrungsaustausch. Dieser wurde gefördert durch die Atmosphäre des nahe am Meer gelegenen Campus, die Kaffeepausen im sonnigen Innenhof der Universität und durch ein gemeinsames Abendessen im alten Hafen.
Copyright: GI BarcelonaFür Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits am Vortrag angereist waren, fand im Festsaal der Privatbibliothek „Ateneu“ die Kabarettveranstaltung „Lügen, aber ehrlich“ statt. Der Kabarettist und Schauspieler Karsten Kaie hatte sich dafür die Rolle eines charmanten Lügenmotivators und Kommunikationstrainers auf den Leib geschrieben. In 13 Kapiteln spannte er einen Bogen über die unerschöpflichen Möglichkeiten des positiven Lügens. Im Laufe des Abends wurden Strategien entwickelt, um mit seinen Lügen ehrlich leben zu können.

Copyright: GI BarcelonaDer Deutschlehrertag wurde gemeinsam vom Goethe-Institut Barcelona, der Universität Pompeu Fabra und dem katalanischen Germanistenverband organisiert und von der Bildungsbehörde Kataloniens unterstützt. Er fand am 19. und 20. September im Campus del Mar der Universität Pompeu Fabra statt.

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