Ergebnisse

2. Konferenztag

Kurzzusammenfassung des zweiten Konferenztags: Albrecht Plewnia
Download SymbolSprache und Integration (PDF, 24 KB)

 

Download SymbolMigration und Mehrsprachigkeit in Europa: Diskurse über Sprache und Integration (PDF, 113 KB)
Patrick Stevenson, University of Southhampton
Migration und Mehrsprachigkeit in Europa: Diskurse über Sprache und Integration
Kurz nach seinem Amtsantritt hat der Europäische Kommissar für Mehrsprachigkeit, Leonard Orban, in einer Rede im April 2007 erklärt, dass ‘die Mehrsprachigkeit von Anfang an ein Teil des genetischen Kodes der Europäischen Union war’, und diese Behauptung wird regelmäßig, wenn auch weniger bombastisch, in den Veröffentlichungen und Strategien der Kommission wiederholt. Dieser Feststellung wird im Kontext der Bestrebungen, ein europäisches Bürgerbewusstsein zu entwickeln und gleichzeitig den Realitäten der ständig wachsenden Migrationszahlen gerecht zu werden, besondere Bedeutung beigemessen. Doch in den öffentlichen Diskursen über Sprache und Integration bleibt noch unklar, wie die Grundbegriffe Mehrsprachigkeit, Migration, (Staats)Bürgerschaft und Integration zu verstehen sind. Außerdem werden ‘MigrantInnen’ in diesen Diskursen oft als undifferenzierte soziale Gruppen behandelt. In diesem Vortrag sollen daher zwei Ziele verfolgt werden. Erstens werden einige Probleme bei der Auslegung wichtiger Begriffe diskutiert werden, und zweitens werden Ergebnisse einiger Forschungsprojekte, die sich im Rahmen des europäischen Netzwerkes LINEE mit der europäischen Sprachpolitik und mit den Erfahrungen verschiedener Migrantengruppen befasst haben, kurz vorgestellt.

Download SymbolTürkisch-deutsch-bilinguale Erziehung in Deutschland (PDF, 1,5 MB)
Prof. Dr. Đnci Dirim, Universität Hamburg
„Türkisch-deutsch bilinguale Erziehung in Deutschland“
Zu Beginn des Vortrags wird das Spannungsverhältnis zwischen migrationsspezifischer Mehrsprachigkeit und der schulischen sprachlichen Praxis bzw. den Erwartungen der deutschen Schule an die Sprachkompetenzen der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund skizziert. Danach wird an Hand von Forschungsergebnissen ein Überblick über die Merkmale erfolgreicher Schulen in multilingualen Umgebungen gegeben. Die üblichen Modelle sprachlicher Bildung werden im Lichte dieser Ergebnisse bewertet. Bilinguale Schulen stellen in Deutschland hin und wieder erprobte Modelle im Umgang mit migrationsspezifischer Mehrsprachigkeit dar. Die Erfolgsaussichten dieser Schulen werden an Hand der türkisch-deutsch bilingualen Grundschulen in Hamburg diskutiert.

Download SymbolStruktur und Funktionen ethnolektaler Formen in Gesprächen von türkischstämmigen Jugendlichen (PDF, 245 KB)
Inken Keim, Mannheim
Struktur und Funktionen ethnolektaler Formen in Gesprächen von türkischstämmigen Jugendlichen
Seit einigen Jahren entwickeln sich in europäischen Städten mit hoher Arbeitsmigration (multi)ethnolektale Formen von regionalen Umgangssprachen. Sie entstehen in multilingualen Kontexten, in denen Sprecher unterschiedlicher Herkunftssprachen die regionale Umgangssprache des Landes, in dem sie leben, als eine Art lingua franca benutzen. In meinem Vortrag beschäftige ich mich mit Struktur und Funktionen von ethnolektalen Formen in Gesprächen von türkischstämmigen Migrantenjugendlichen aus Mannheim. Auf der Basis natürlicher Gespräche werde ich charakteristische Eigenschaften des Ethnolekts beschreiben und zeigen, dass die jugendlichen Sprecher zwischen Standard nahen und ethnolektalen Formen differenzieren und die Differenz als kommunikative Ressource benutzen, um diskursive und sozial-symbolisierende Aufgaben zu erfüllen.

Download SymbolEine unterschätzte Ressource – Herkunftssprachen in verschiedenen Kommunikationsbereichen (PDF, 7 MB)
Bernd Meyer, Sonderforschungsbereich Mehrsprachigkeit, Universität Hamburg
Eine unterschätzte Ressource. Herkunftssprachen in verschiedenen Kommunikationsbereichen.
Ausgangspunkt für diesen Beitrag sind soziodemografische Daten, die darauf hindeuten, dass in Deutschland eine nicht geringe Zahl von Personen anlassbezogen in anderen Sprachen als dem Deutschen kommunizieren muss und/oder will (durchschnittlich ca. 20 % der Personen mit Migrationshintergrund). Aus dieser veränderten Sprachenlandschaft ergeben sich neue Anforderungen an öffentliche Einrichtungen, Behörden und Unternehmen, aber auch neue Möglichkeiten der Nutzung dieser sprachlichen Ressourcen. So spielen Mitarbeiter/innen mit guten Kenntnissen der Herkunftssprachen in vielen Unternehmen und Einrichtungen eine wichtige Rolle für die Kommunikation mit Personen mit geringen Deutschkenntnissen (Meyer 2009). Es kann aber auch gezeigt werden, dass der Einsatz dieser Personen teilweise problematisch ist, da sie in den Herkunftssprachen den Anforderungen des Sprachgebrauchs in beruflichen Kontexten nicht immer gewachsen sind (Bührig & Meyer 2004). Literatur Bührig, K. & Meyer, B. 2004. Ad hoc interpreting and achievement of communicative purposes in briefings for informed consent. In: J. House & J. Rehbein (eds.) Multilingual communication. Amsterdam: Benjamins, 43-62. Meyer, B. 2009. Nutzung der Mehrsprachigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund: Berufsfelder mit besonderem Potenzial. Expertise für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg.

    Mehrsprachigkeit – Sprachen ohne Grenzen

    Goethe-Institut
    Welche Wirkung hat Mehrsprachigkeit auf das politische, soziale, geistige und kulturelle Leben? Welchen Wert für Wirtschaft und Wissenschaft?

    Projektschreiber

    Reporter dokumentieren vier ausgewählte Projekte im Rahmen von „Mehrsprachigkeit – Sprachen ohne Grenzen“ – in Texten, Tönen und Bildern.