Filmempfehlungen

Wie wird der Klimawandel im Film behandelt? Inwieweit können Filme für dieses Thema sensibilisieren? Das Goethe-Institut hat zusammen mit ECOMOVE International 13 Lang- und Kurzfilme aus verschiedenen europäischen Ländern zu der Filmreihe Klima.Kultur.Wandel zusammengestellt, die sich mit den Ursachen der Klimakrise befassen und einige Lösungsansätze aufzeigen. Zusätzlich empfiehlt das Goethe-Institut über 30 weitere herausragende Filme zum Thema Klimawandel.

Ergänzende Empfehlungen

Petropolis © Autlook filmsale GmbH

Genauso vielfältig wie die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels ist auch die mediale Beschäftigung damit. Als Ergänzung zur Filmreihe „Klima.Kultur.Wandel“ hat das Goethe-Institut zusammen mit ECOMOVE International eine Liste weiterer empfehlenswerter Film- und TV-Produktionen zum Themenbereich Klimawandel zusammengestellt.

Link: USMP

Unterschiedliche Blicke auf den Klimawandel

Die Empfehlungsliste präsentiert über 30 herausragende Film- und TV-Produktionen aus allen Teilen der Welt (u.a. Brasilien, Mexiko, USA, Indien, Russland) und eröffnet einen breiten Fächer audio-visueller Zugänge: Genres, Erzählweisen, Themenaspekte, Rück- und Ausblicke. Die Auswahl spannt einen Bogen von massenkompatiblen Spielfilmen, wie der amerikanischen Hollywoodproduktion The Day after Tomorrow, über behutsam begleitende Beobachtungen, wie dem indischen Dokumentarfilm Where is my home? Child of the Environment, bis hin zu verstörend-atmosphärischen Annäherungen, wie dem kanadischen Kurzfilm Sunday Afternoon.

Die Zusammenstellung der Filme ist dabei geleitet von der Idee, unterschiedliche Blicke auf das Phänomen Klimawandel nebeneinander zu stellen und damit ein größeres, vollständigeres Bild zu erzeugen. Ein TV-Thriller wie Burn up etwa kann Machtbeziehungen und individuelle Verstrickungen offen legen, während eine Dokumentation wie The Oil Crash die Faktenlage liefert. Der brasilianische Film Herança lässt die vom Klimawandel Betroffenen sehr einfühlsam zu Wort kommen, während der Animationsfilm Delivery das Gefühl der Zukunftsangst in eine berauschend-bedrohliche Bilderwelt überführt.

Mediale Orientierungshilfe

Ziel der Empfehlungsliste ist es, diese beeindruckende Vielfalt bei der Bearbeitung des Themas Klimawandel für Interessierte nutzbar zu machen. Sie fungiert als mediale Orientierungshilfe in einer sehr unübersichtlichen thematischen Landschaft. Nicht nur die Goethe-Institute weltweit sind herzlich eingeladen, diesen Fundus für ihre tägliche Filmarbeit zu nutzen. Auch Institutionen, NGOs und interessierte Privatleute bekommen hiermit einen kommentierten Zugang zu Medien mit Bezug zu Klima- und Nachhaltigkeitsfragen. Aus diesem Grund ist neben einer Synopsis sowie einer kurzen Bewertung bzw. Einordnung des Films auch die Kontaktadresse zum Bezug der jeweiligen Produktion angegeben. Wir hoffen sehr, dass wir damit einen Beitrag leisten können, für diese allesamt sehenswerten Filme ein möglichst großes Publikum zu gewinnen.

Der Klimawandel ist ein existenzielles Thema, das unsere Gesellschaften weiterhin beschäftigen wird. Auch als filmisches Sujet wird er bis auf weiteres nicht verschwinden. Es ist im Gegenteil damit zu rechnen, dass die kulturelle Bedeutung solcher Zukunftsfragen überall auf der Welt beträchtlich zunehmen wird. Aus diesem Grund ist die Empfehlungsliste als offene Plattform konzipiert, die über die Zeit erweitert, ergänzt und aktualisiert werden soll. Das globale Netz der Goethe-Institute und ihre Nähe zu den verschiedenen regionalen Kontexten und deren kulturellen Erzeugnissen bietet hier ideale Voraussetzungen für eine kontinuierliche Erweiterung der Empfehlungsliste zu einer umfangreichen internationalen Datenbank.

Themenbereiche

Die Empfehlungsliste gliedert sich in vier Themenbereiche.

Unter der Überschrift Klimawandel - Fakten, Utopien, Katastrophen wird dem Phänomen in seinen sicht- und spürbaren Auswirkungen auf Mensch und Natur nachgegangen. Daneben kommen aber auch die massiven Ängste und Hoffnungen zur Sprache, die der Klimawandel auslöst.

Die Filme des Themenbereichs Alte und neue Energien begeben sich auf die Suche nach den energetischen Ursachen der klimatischen Misere. Hier wird nicht nur der moderne Fetisch auf die endliche Ressource Öl behandelt, sondern auch bereits existierende sowie erhoffte Alternativen dazu.

Den humanitären Klimafolgen stellen sich die Filme, die im Bereich Menschen im Wandel zusammengefasst sind. Dabei liegt der Fokus neben den sozialen und individuellen Tragödien, die der Klimawandel mit sich bringt, insbesondere auf den Impulsen der Veränderung, die Menschen überall auf der Welt lebendig werden lassen.

Einen eher allgemeinen Blick auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur präsentiert schließlich der Filmblock Der bedrohte Planet. Intensive Reflexionen und der Blick von oben stehen hier im Vordergrund – die Realität hinter den Zahlen und Schicksalen.

Neue Perspektiven schaffen

Das Medium Film hat ein großes Potenzial, die Problemlagen der Zeit aufzunehmen, zu reflektieren und sie damit dem gesellschaftlichen „Gespräch“ zur Verfügung zu stellen. Die Empfehlungsliste des Goethe-Instituts möchte dazu beitragen, das Medium Film in weit größerem Umfang zu nutzen als es bislang der Fall ist. Denn Filme können neue Perspektiven schaffen und neues Denken inspirieren. Überall auf der Welt.

Michael Greif
leitet das Büro von ECOMOVE International in Hamburg und ist dort unter anderem zuständig für Medien- und Kommunikationsprojekte (mit Auslandsschwerpunkt), die Kuratierung von Filmreihen sowie Medienberatung im Nachhaltigkeitsbereich.

Copyright: Goethe-Institut e. V., Online-Redaktion
April 2010

Haben Sie noch Fragen zu diesem Artikel? Schreiben Sie uns!
online-redaktion@goethe.de