Tätigkeitsbereiche

Sie sind Teil des Lehrkörpers einer Schule. Ihre Einsatzfelder sind in Absprache mit dem Fachlehrer festzulegen und Ihre konkreten fachlichen Aufgaben fallen in der Regel in seinen Verantwortungsbereich. Er bleibt der Verantwortliche für den Sprachunterricht in der Klasse und ist Ihr wichtigster Kooperationspartner. Die von offizieller Seite formulierten Möglich-
keiten des Assistenteneinsatzes und das Potential, dass Sie als Person mitbringen, bieten eine große Bandbreite von Möglichkeiten für Ihre Tätigkeit:

Klassenunterricht mit dem Fachlehrer
Unterricht in Teilungsgruppen
Den Fachunterricht ergänzende Tätigkeiten
Tätigkeiten außerhalb des Fachunterrichts
Tätigkeiten in anderen Unterrichtsfächern

Diese Palette ist in dieser Breite nicht bei allen mit Ihnen zusammenarbeitenden Lehrern und Verantwortlichen präsent. In vielen Schulen ist das Modell vorherrschend, dass der Assistent Teilungsgruppen (Halbklassen) übernimmt und als guter „Animateur“ die Schüler zum Sprechen bringt. Sie sollten diese Rolle übernehmen und vielfältig ausgestalten können. Im Methodikteil finden Sie viele Ideen und Wege, wie die Fertigkeit Sprechen gefördert werden kann. Sie sollten jedoch keine Scheu haben, gleich zu Beginn wie auch im Lauf des Schuljahres, auf die Breite Ihrer Einsatzmöglichkeit aufmerksam zu machen und so versuchen, Schwerpunktsetzungen Ihrer Arbeit mitzubestimmen, auch wenn die Schulorganisation Ihnen oft starr und unbeweglich erscheint.

Ihr konkreter Stundenplan wird in der Regel von Deutschkollegen in Absprache mit der Schulleitung festgelegt, je nach Bedürfnissen der Schüler. Oft gilt dabei der Grundsatz der möglichst breiten Streuung Ihrer Tätigkeit in möglichst allen Deutschgruppen an einer oder sogar mehreren Schulen und weniger einer pädagogisch begründeten Schwerpunktsetzung. In dieser Frage bestehen bei Deutschlehrern, Schulleitungen und den Deutschinspektoren in den Akademien unterschiedliche Vorstellungen. Wenn Sie die Wahl haben, rät Ihnen das Goethe-Institut zu deutlichen Schwerpunkt-
setzungen und zu einer weniger starken Fragmentierung (also möglichst nicht zwölf verschiedene Klassen pro Woche). Eine Konzentration zum Beispiel während drei Monaten auf wenige Klassen mit jeweils zwei oder mehr Stunden pro Woche erleichtert Ihnen das Kennenlernen von Schülern und lässt Sie den Prozess des Sprachenlernenns besser nachvollziehen. Nur in solchen stundenplanmäßigen Konstallationen sind etwa das Lesen einer Lektüre oder die Durchführung eines szenischen Projektes mit einer Klasse für Sie möglich. Sie können während des Schuljahres in eine andere Klasse wechseln (auch wenn dieses bei den Verantwort-
lichen für den Stundenplan oft wenig beliebt ist). Besprechen Sie diese Option nach der anfänglichen Hospitationsphase.

Nicht erwarten kann man von Ihnen - das wissen Sie bereits vom Pädagogischen Austauschdienst - Unterricht in eigener Verant-
wortung zu erteilen, Grammatik zu unterrichten, Schülerleistungen zu benoten, eigenverantwortliche Aufsichten zu führen, fachfremden Unterricht zu erteilen, Vertretungsstunden zu übernehmen und Schulstrafen auszusprechen.