Workshop in Riga, Lettland

„Event City“ – Internationale Sommerschule



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„Event cities“ - Räume sozialer Interaktion

‚Event City‘ steht im Zusammenhang mit der Frankfurter Konferenz Stadt der Zukunft, während der mit Architekten und Urbanisten aus Lettland, Estland, Litauen, Polen, Tschechien, aus der Slowakei, Slowenien und Deutschland grundsätzliche Fragen einer nachhaltigen Stadtentwicklung diskutiert und an einigen Hotspots und Beispielen aus verschiedenen Städten konkretisiert wurden.

Städte sind geprägt von Veranstaltungen, Ritualen und Festumzügen, d.h. von landwirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen, kommerziellen, religiösen und mythologischen Feierlichkeiten, die sozialen Beziehungen Form und Bedeutung geben. Menschliche Ansiedlungen werden so zu Räumen sozialer Interaktion, zu sogenannten „event cities“.

Wechselspiel zwischen Ritualen und Architektur

Rituale rufen architektonische Strukturen hervor, im Umkehrschluss fördert Architektur das ständige Entstehen neuer Rituale. Die Sommerschule in Lettland hat sich mit dem Wechselspiel zwischen Ritualen und Architektur näher befasst. Verschiedene Workshops zu städtischen und architektonischen Designprojekten bis hin zur Konstruktion von lebensgroßen Installationen wurden im Rahmen der Sommerschule anvisiert. Die Sommerschule war außerdem Teil des Kunstfestivals Cesis, das in diesem Jahr unter dem Titel „Experiment und Exzellenz“ firmierte. Dadurch hatten die Studenten Gelegenheit dazu, bei der Planung einer Veranstaltung praktisch mitzuwirken und sich mit den räumlichen Strukturen des Festivals auseinanderzusetzen. Die Ergebnisse der Sommerschule wurden im Rahmen einer Ausstellung einem breiten Publikum präsentiert.

Die Sommerschule fand in Cesis, eine der ältesten Städte Lettlands, statt. Angesichts des Bevölkerungsrückgangs führt Cesis schwerpunktmäßig Veranstaltungen durch, die Leben in die Stadt bringen sollen: u.a. Kunst- und Musikfestivals sowie Mittelalterfeste. An der Sommerschule nahmen Studenten der Architektur der Fächer Stadtplanung, der Geografie, der Soziologie, des Designs etc. teil.

Auf Einladung des Goethe-Instituts Riga wirkten bei der Sommerschule 2 deutsche Architekten - Jan Liesegang, raumlabor berlin, und Karsten Huneck, KHBT, London und Berlin, - mit

Jan Liesegang (*1968) studierte Architektur in Berlin, Kopenhagen und New York. 1997 wurde er für seine Diplomarbeit „Lebensgeschichten/Wohngeschichten - Versuch einer Wohnforschung Berlin - New York” mit dem Preis für hervorragende Diplomarbeiten an der TU Berlin ausgezeichnet. Liesegang ist Gründungsmitglied von raumlabor berlin, und seit 1999 an zahlreichen Projekten des Architektenpools beteiligt. Von 2002-2008 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Künste in Stuttgart am Fachbereich Architektur und Stadt.


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Karsten Huneck (*1970) studierte nach einer Tischlerlehre Architektur an der TU Darmstadt und arbeitet als Architekt in Großbritannien (ARB + RIBA). Seit 2001 war er für verschiedene internationale Architekturbüros, u.a. Foster + Partners und Aedas, tätig. Als Mitglied, seit 1996, von osa (office for subversive architecture) entwickelte er vor allem Projekte, die sich an der Schnittstelle von Kunst und Architektur bewegen. Seit 2008 ist er Gastprofessor an der Ecole Spéciale d’Architecture in Paris. Seit 2009 ist Huneck Partner mit Bernd Truempler im Studio KHBT in London und Berlin, welches auch als osa London/Berlin Studio operiert.


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Die Sommerschule wurde von der Fakultät für Architektur und Stadtplanung an der Technischen Universität Riga in Kooperation mit dem Goethe-Institut in Riga veranstaltet und von DAAD, Kulturkapital-Fond Lettland, VIAA (State Education Developement Agency, Latvia), Stadtverwaltung Cesis unterstützt.

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