Strahlender als es je gewesen ist: Die Sanierung des Berliner Bode-Museums hat alle Zeitschichten getilgt
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Als Wilhelm von Bode, den alle Welt ob seiner Macht und seines Auftretens „Museumsgeneral“ nannte, das 1897–1904 vom Hofarchitekten Ernst Eberhard von Ihne errichtete Haus übernehmen konnte, war es ein reines Tageslichtmuseum ohne künstliche Beleuchtungsmöglichkeiten. Ursprünglich trug das Museum den Namen Kaiser Friedrichs, was dem im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten Haus zu DDR-Zeiten fast zum Verhängnis geworden wäre. Mit der politisch motivierten Umbenennung 1957 auf den Namen des Museumsgründers war der Weg frei für Wiederaufbaumaßnahmen.
Im Sanierungsprogramm der Museumsinsel
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Eine Aufgabe für den Wiener Architekten Heinz Tesar, der den Wettbewerb für die Sanierung des Bode-Museums gewonnen hatte, war deshalb, die unterirdische Anbindung an diese zukünftige Passage zu planen. Ansonsten hatte er das Haus denkmalgerecht wieder herzurichten, was ihm eindrucksvoll gelungen ist, wie die Festgesellschaft bei der Einweihung einmütig anerkannte. Sie und die Öffentlichkeit waren durch die geschickte Politik des Generaldirektors Peter Klaus Schuster und durch ein euphorisches Presseecho auf das freudige Ereignis positiv eingestimmt worden.
Hochtechnisierte Maschine im historischen Gewand
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Wenig Anklang findet die Edelstahlästhetik der Glaswand im neuen Romanik-Saal, richtig störend wirken die modischen Leuchten in der rekonstruierten zentralen „Basilika“, gewöhnt haben sich die Museumsleute schon an die massiven Sockel für die Bildwerke, gelungen ist Tesar die Unterfangung der östlichen Treppenrotunde, die mit ihrem Kryptacharakter auf den Eingang zur zukünftigen „Archäologischen Promenade“ vorbereitet.
Die strahlende Wiederauferstehung des Bode-Museums als in den Idealzustand versetzter wilhelminischer Kulturtempel ist erkauft worden durch den Verlust der bauhistorischen Zeitschichten eines ganzen Jahrhunderts, der Denkmalwert ist dem Bildwert geopfert worden. Eine „denkmalgerechte Sanierung“ (Generaldirektor Schuster) hätte wohl anders aussehen müssen.
ist Bauhistoriker und Architekturkritiker.
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Oktober 2006
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