Am liebsten Print – das Bureau Mario Lombardo

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Nach einer Umfrage im Rahmen des unter Federführung des Internationalen Designzentrums Berlin IDZ aufgelegten Programms Improve Design Business erwirtschafteten Grafik-, Web- und Multimediadesigner sowie visuelle Gestalter im Jahr 2006 in Deutschland fünfmal mehr Umsatz als ihre Kollegen aus den Bereichen Produkt- und Industriedesign.
Bei einem Gesamtumsatz der Designbranche von 14,9 Milliarden Euro handelt es sich hierbei immerhin um die beeindruckende Summe von 12,6 Milliarden Euro. Markt für Kommunikationsdesign ist gewachsen Bei genauerem Hinsehen werden die Zahlen jedoch nachvollziehbar. Nicht nur, dass nahezu jedes dreidimensionale Produkt einer grafischen Begleitung bedarf, denn beispielsweise benötigt jeder Tonträger ein Label und ein Cover, jedes Fahrzeug eine Microsite oder jedes neue Bürogebäude ein Leitsystem. Darüber hinaus ist aber auch der Markt für die Dienstleistungen des Kommunikationsdesigns per se in den vergang- enen zehn Jahren exponentiell gewachsen: der digitale Bereich mit Webseiten, Visualisierungen oder Computerspielen boomt und der Bedarf an Printprodukten ist aller Unkenrufe zum Trotz weiterhin hoch. Interessanterweise werden im Kommunikations- bereich die meisten Aufträge nicht von großen Agenturen erledigt, die es in Deutschland - MetaDesign, SpiekermannPartners oder Factor Design seien stellvertretend genannt - natürlich auch gibt, sondern von kleinen Büros mit weniger als zehn Mitarbeitern. |
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Individueller, experimenteller Stil
In diese Reihe gehört auch das 2004 in Köln gegründete und seit kurzem in Berlin ansässige Bureau Mario Lombardo, bestehend aus dem 1972 geborenen Gründer Mario Lombardo sowie vier weiteren Grafikern und einer Texterin. Das Bureau Mario Lombardo beschäftigt sich nach eigener Aussage hauptsächlich mit Printmedien, die sich im kulturellen Kontext von Musik, Mode, Fotografie, Design, Architektur, zeitgenössischer Kunst und TV-Design bewegen. Lombardo selbst betreut seit 1998 verschiedene Musik-, DVD- und Modelabels sowie Magazine. Sein Durchbruch gelang ihm bei dem immerhin bereits seit 1980 erscheinenden Popkultur-Magazin Spex, dessen Artdirektor er von 2001 bis Ende 2006 war. Dort überzeugte Lombardo binnen kürzester Zeit durch seinen individuellen, experimentellen Stil. Mittlerweile ist Mario Lombardo Art Director der monatlich erscheinenden Kulturzeitschrift Liebling, für deren Relaunch im Jahr 2008 er ebenfalls verantwortlich ist. Die "Zeitschrift für Mode, Film Musik und Kunst" erscheint monatlich, erinnert jedoch qua Papier und Berliner Format eher an eine Tageszeitung. |
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Blick über den eigenen Tellerrand
Im Frühjahr dieses Jahres von der Zeitschrift form nach seinen Lieblingsmagazinen befragt, wartete Mario Lombardo mit einer großen Bandbreite auf. Vom Satiremagazin Simplicissismus über das Kulturmagazin 032c (Art Director: Mike Meiré) bis zum Typografie/Mode-Periodikum Fairy Tale des Büros Vier5 (Marco Fiedler und Achim Reichert). Dass der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus keinesfalls schadet, zeigt sich daran, dass Lombardo mittlerweile ein gern gesehener Redner auf Konferenzen und begehrter Gastprofessor verschiedener Design-Hochschulen wie der HfG in Offenbach, der UdK Berlin, der Fachhochschulen in Düsseldorf und Potsdam, der Merz Akademie in Stuttgart und der HfK Bremen ist.
VisualLeader 2008 In einem Interview antwortete Mario Lombardo auf die Frage "Wie würdest Du die Vanity Fair gestalten?" kurz und knapp: "Gar nicht."
Andrej Kupetz |
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