Ausstellungseröffnung und Performance
Places of Belonging

Preservar e seguir em frente
Entwurf: Liliane Kiame/Iris Buchholz Chocolate © Goethe-Institut Angola

Mit der Performance Chibinda Ilunga - Places of Belonging wurde am 7. Oktober 2022 die neue Ausstellung Preservar & Seguir em frente im Museu Nacional de Antropologia eröffnet. In der Ausstellung werden einige der Sammlungsstücke des Museums gezeigt, die in den vergangenen 10 Monaten von den Teilnehmer*innen der Weiterbildung konserviert und vor dem Verlust bewahrt wurden.

Fortbildung und Ausstellung sind ein vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördertes Teilprojekt der Partnerschaft des Goethe-Instituts Angola mit den Ethnologischen Museen in Luanda und Berlin. Chibinda Ilunga - Places of Belonging wurde vom Goethe-Institut Angola in Autrag gegeben, um die gemeinsame Geschichte der Sammlungen in Berlin und Luanda künstlerisch zu erforschen und das schwierige Erbe der Kolonialzeit offenzulegen. Über die Zukuunft der Arbeit der Museen ging es am 6. und 7. Oktober bei einer Tagung zur Zukunft der Arbeit der Museen.

 

Chibinda Ilunga - Places of Belonging

Während der Kolonialherrschaft wurden mit den "ethnografischen Objekten" auch Energiereserven, kreative Ressourcen und alternative Formen des Realen geraubt.

Deren Abwesenheit steht für die Trauer, für den Kampf um einen abwesenden Körper und den Wunsch nach Erinnerung und Berührung. Die Performance reaktiviert unsere Erinnerungen an eine Vergangenheit, die mit den Bildern und Ideen von heute wieder aufscheint. Das Berühren von fragmentierten Geschichten ist das Grundrauschen, das mit Gefühlen der Zugehörigkeit und Sehnsucht verbunden ist: ein Erwachen des kulturellen Bewusstseins und ein Gefühl der Verbundenheit.

Chibinda Ilunga - Places of Belonging reflektiert über die "Diaspora" vertriebener Objekte und die Wiedererlangung ihrer Narrative, die ihren Ursprung in den Zeiten, Räumen und künstlerischen Praktiken der Menschen in unserem Land haben oder ihnen gehören. Sie initiiert einen Prozes der kulturellen Wiederaneignung, der Körper und Geist als eine Form der Heilung und Befreiung wieder mit diesem Erbe verbindet.
Tila Likunzi

Tila Likunzi (Kuratorin)
Iris B. Chocolate (künstlerische Leitung)
Jaliya The Bird (Spoken-Word-Performerin)
Mwana Pwo (Video)
Lilianne Kiame (Inszenierung)
Produktion: Goethe-Institut Angola

Holzskulptur des Chibinda Ilunga
Anonym, (19. Jahrhundert)
Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum

Der deutsche Geograph Otto H. Schütt kaufte die Statue 1878 bei einem Chokwe-Händler.

Die Legende
Es heißt, dass die Königin der Lunda, Lueji, um 1600 Chibinda Ilunga, den Thronfolger des Luba-Reiches heiratete. Gemeinsam gründeten sie mehrere Königreiche, darunter das mächtigste der Region, das Königreich Lunda, in dem Chibinda Ilunga das Konzept des göttlichen Königtums einführte und die Kunst der Jagd lehrte. Chibinda Ilunga, Jäger und königlicher Vorfahre der Tschokwe, wird bis heute als kultureller Held und Vorbild verehrt. Die Tschokwe betrachten sich als seine Nachfahren.

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Über das Projekt
Chibinda Ilunga - Places of Belonging wurde vom Goethe-Institut Angola mit Unterstützung des Berliner Humboldt Forums produziert und wird am 7. Oktober 2022 im Museu Nacional de Antropologia (Luanda) im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung Preservar & seguir em frente uraufgeführt. Die Performance wird ein zweites Mal Ende Oktober 2022 im Berliner Humboldt Forum aufgeführt.

 

Preservar & seguir em frente

Ausstellung im Museu Nacional de Antropologia
In der Ausstellung im Museu Nacional de Antropologia (MNA) zeigeen die Teilnehmer*innen unseres Projekts Restaurierung am Museu Nacional de Antropologia Objekte, die sie in ihrer 10-monatigen Weiterbildung am MNA konserviert haben. Die Objekte kommen aus den Sammlungen des MNA und des Nationalen Instituts für Kulturerbe (INPC) in Angola.

Sechs Mitarbeiter*innen verschiedener angolanischer Museen und Kulturinstitutionen nahmen an der Fortbildung teil. In der Werkstatt fand ein intensiver Austausch und ein gemeinschaftliches Lernen von Theorie und Praxis des Konservierens und Restaurierens statt; während zahlreicher Besuche verschiedener Museen und historischer Stätten Luandas vertieften die Teilnehmer*innen ihre Kenntnisse der Sammlungsobjekte und der damit verbundenen Geschichte.

Die Fachrichtungen Konservierung bzw. Restaurierung vereinen Wissen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, von der Chemie bis zur Kunstgeschichte. Restaurator*innen erhalten unsere materiellen Kulturgüter, die alle Arten von Objekten umfassen können, welche Zeugnis ablegen von der künstlerischen Tradition und historischen Kultur einer ethno-linguistischen Gruppe oder einer Region.

Über das Projekt
Das Projekt Restaurierung am Museu Nacional de Antropologia wurde vom Goethe-Institut Angola im Rahmen seiner Partnerschaft mit den ethnologischen Museen in Berlin und Luanda konzipiert und organisiert. Das Projekt wurde finanziert durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland und das Goethe-Institut.