IGNACIA GONZÁLEZ
PUNTO CIEGO
Das Stück PUNTO CIEGO führt die Zuschauenden zu einer überraschenden Begegnung mit den Konzepten der biologischen und der kulturellen Blindheit. Hierfür verknüpft das Stück den juristischen Prozess, den der chilenische Staat im Jahre 1880 gegen die sogenannten "Hexen von Chiloé" führte mit den realen Erfahrungen von Lorenzo Morales, einem 70-jährigen Blinden. Ein Bühnenbild bzw. die Bühne an sich bleiben in dieser Inszenierung verborgen, so dass die die Zuschauenden der Wahrnehmung einer blinden Person folgend eine alternative Art des Beobachtens und des Denkens der Welt erfahren. Ausgehend von einer interdisziplinären Arbeit werden die Zuschauenden in ihrer üblichen Art des Erfahrens und des Wahrnehmens provoziert und dazu angestoßen, diese vor allen Dingen in Richtung des Klangs zu öffnen. Das Stück gründet auf einer szenischen Annäherung an die „Kultur der Blindheit“ und richtet sich sowohl an blinde als auch sehende Zuschauer*innen. PUNTO CIEGO geht hierbei verschiedenen Vorurteilen auf den Grund, die sich über viele Jahre hinweg haben halten können und auch nach wie vor bestehen. Bedeutet etwas sehen zu können automatisch auch zu verstehen? Was sehen wir, wenn wir uns andere Menschen oder uns unbekannte Länder vorstellen? Wie sehen wir den*die „andere*n“ und wie nehmen wir jene wahr, die am Rande unserer Gesellschaft stehen? Was verbergen letztlich all die Bilder, die von einer Gesellschaft zu einem bestimmten Thema erzeugt werden?
Die Besonderheit, mit der sich das Stück PUNTO CIEGO mit dem Thema Blindheit befasst sowie der innovative Ansatz in Hinsicht auf den Zugang und die Barrierefreiheit für blinde Personen im Theaterkontext zeichnen diese Arbeit speziell aus. Gemeinsam mit dem blinden Schauspieler Lorenzo Morales, der ebenso fester Teil der Theatergruppe Teatro Persona ist, wurde das Stück nicht nur viele Male aufgeführt, sondern die Künstler*innen wurden ebenso dazu eingeladen auch im internationalen Kontext Workshops zu ihrer besonderen Arbeitsweise zu geben, darunter im Rahmen von Encuentro Otros Territorios (Mexiko, 2020) und Primer Simposio Acciones transversales inclusivas (México, 2019). Ignacia González hält regelmäßig Vorträge zu diesem Thema und ist eine der wenigen Theaterschaffenden in Chile, die sich intensiv mit dem Aspekt der Barrierefreiheit und Inklusion im Theater beschäftigt.
Trailer
MINI-DOKU ÜBER DEN ENTSTEHUNGSPROZESS
Bildergalerie zum Stück
Kritiken
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