Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Porträt
Chen Xiaoyong (陈晓勇)

Chen Xiaoyong
Chen Xiaoyong | ©Friedrich Riehl

Chen Xiaoyong gehört derzeit zu den international gefragtesten chinesischen Komponisten der Gegenwart. Seit Oktober 2010 hat er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg eine Gastprofessur für "Neue Musik, Komposition und chinesische Musikkultur" inne.

Chen Xiaoyong wurde 1955 in Peking geboren und lebt derzeit in Hamburg. 1985 machte er seinen Abschluss in Komposition am Pekinger Central Conservatory of Music und wurde 1989 an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bei György Ligeti in eine vierjährige Meisterklasse aufgenommen. 1993 wurde Chen in München der Preis der Christoph-und Stephan-Kaske-Stiftung verliehen, 1995 erhielt er ein Stipendium der Bach-Preis-Jury der Freien und Hansestadt Hamburg, 2005 wurde er Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg. Ein Jahr später übernahm er eine Professur für Komposition am Shanghai Conservatory of Music. Am Zentrum für zeitgenössische Musik der Donau-Universität Krems in Österreich war Chen seit November 2007 als künstlerischer und akademischer Berater tätig, bevor er 2009 Composer in Residence der Donau-Universität Krems wurde. Seit 2010 hat er eine Gastprofessor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg für „Neue Musik, Komposition und chinesische Musikkultur“ inne.

Chen Xiaoyong ist derzeit einer der international gefragtesten chinesischen Komponisten. Er hat mit vielen bedeutenden Ensembles unter anderem aus Deutschland, Österreich, Frankreich, England, der Schweiz und Korea zusammengearbeitet und war mit seinen Werken auf wichtigen internationalen Musikfestivals und in eigenen Konzertveranstaltungen im In- und Ausland vertreten.

1) Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftigt?

Im November habe ich das Stück Qian & Yan in einer Bearbeitung für ein gemischtes Ensemble mit chinesischen und westlichen Instrumenten vollendet, die am 25. Januar 2011 bei Soundstreams in Toronto und am 13. April 2011 in Frankreich aufgeführt werden wird. Momentan bin ich dabei, ein Konzert für Violoncello zu schreiben, das am 21. Mai 2011 in der National Concert Hall in Taipei uraufgeführt werden soll. Außerdem bereite ich mich so allmählich auf das Weihnachtsfest vor.

2) Wann und wie kamen Sie zum ersten Mal in Berührung mit Deutschland?

Die erste Brücke hat die deutsche Musik in den 1970er Jahren geschlagen, doch meine persönliche Begegnung begann im Sommer 1985, als ich zum Studium nach Deutschland kam.

3) In welcher Weise hat die Begegnung mit Deutschland Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?

Beeinflusst haben mich die gewissenhafte Arbeitsweise der Deutschen, ihr Pflichtbewusstsein, ihr Verantwortungsgefühl, ihre Überlegtheit, ihr ernsthafter Umgang mit der Kunst, ihre Direktheit in persönlicher Meinungsäußerung, ihr Selbstbewusstsein.

4) Was war Ihr schönstes Erlebnis in Deutschland?

Der harmonische Umgang mit meinen deutschen Nachbarn. Man respektiert die Privatsphäre des anderen, ist hilfsbereit und begegnet sich mit gegenseitiger Achtung.

5) Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Deutschland?

Die Unerbittlichkeit, mit der sich die Angestellten an die Ladenschlusszeiten halten.

6) Haben Sie eine deutsche Lieblingsspeise?

Wenn ich zurück in China bin, vermisse ich immer wieder die ganz einfache deutsche Kost: Bratkartoffeln, geräucherter Schinken, Wurst und Käse – nicht unbedingt nur den deutschen – und vor allem die verschiedenen Sorten an dunklem Brot sowie einige Weißweine.

7) Was ist für Sie „typisch deutsch“?

Selbstbewusstsein, Pünktlichkeit, geistige Konzentration, Rigidität, ein ernsthafter Umgang mit der Kunst, aber auch ein Mangel an Subtilität, die Betonung der Logik und die Vernachlässigung der sinnlichen Wahrnehmung.

8) Welche Kulturleistung aus Deutschland beeindruckt Sie am meisten?

Ganz spontan fällt mir nur die Philosophie und die Geistesgeschichte ein, und dass man großen Wert auf soziale Gerechtigkeit legt.

9) Mit wem in Deutschland würden Sie gerne einen Tag tauschen?

Ich möchte überhaupt nicht tauschen.

10) Welche Gewohnheit oder Idee aus Deutschland würden Sie gerne in China übernehmen?

Siehe Antwort drei.

Top