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Band des Monats
Rammstein

Rammstein. Engel live from New York
Rammstein. Engel live from New York | CC BY- SA 3.0 KinkESizemore

„Erst wenn die Wolken schlafen gehen
Kann man uns am Himmel sehn
Wir haben Angst und sind allein
Gott weiß ich will kein Engel sein“

(Engel)

Schon zu Beginn ihrer Karriere zeichnete sich ab, dass diese sechs Musiker aus dem ostdeutschen Schwerin keine Engel sein würden. Mit ihrem brachialen Musikstil der Neuen Deutschen Härte polarisieren sie gleich von Beginn an. Ihr Bandname „Rammstein“ beinhaltet möglicherweise bereits eine Provokation, ist der Name doch eng mit dem Unglück bei der Flugschau im Ort Ramstein am 28. August 1988 verbunden. Bei diesem Unglück stürzten drei Kunstflugmaschinen ins Publikum ab.
 

Provokation gepaart mit Ambivalenz

Der von einer starken Symbolik geprägte Stil Rammsteins könnte die Namensgebung aber auch mit einer Hommage an die 70 Todesopfer und zahlreichen Verletzten dieses tragischen Unglücks verbinden. Vielleicht sind es diese Interpretationsspielräume und die spektakulären Bühnenshows, die Rammstein zu einer der international erfolgreichsten deutschsprachig singenden Bands werden ließen.

Gegründet hat sich die Band 1994 auf Initiative von Richard Z. Kruspe-Bernstein, nachdem sich die sechs Bandmitglieder Till Lindemann, Richard Z. Kruspe-Bernstein, Oliver Riedel, Christoph "Doom" Schneider, Paul Landers und Christian "Flake" Lorenz, vorher in loser Formation, endgültig zusammenfanden. Zunächst spielten sie auf wenig besuchten Konzerten, auf denen sie aber schon die für die Band typische Pyrotechnik einsetzten. Im selben Jahr begannen Rammstein die Zusammenarbeit mit Emanuel Fialik als ihrem Manager und waren ab 1995 bei dem Plattenlabel Motor Music. Heutzutage stehen die sechs Musiker bei Universal Music unter Vertrag.

Nach dem Einstieg des Debütalbums Herzeleid auf Platz 99 der deutschen Albumcharts ging es mit dem Erfolg der Band stetig bergauf. Sämtliche Alben, die seitdem veröffentlicht wurden, erreichen in Deutschland und Österreich Top-Platzierungen in den Charts. Bei den ab 1997 folgenden Live-Touren erreichten sie internationales Publikum, sowohl in Europa als auch in auf dem amerikanischen Kontinent. Es sind gerade die zahlreichen Live-Auftritte mit der teilweise martialischen Choreografie und die Kombination ihrer Musik mit der passenden Pyrotechnik, die Rammstein, auch nach 25 Jahren Bandgeschichte, immer noch zum einem der international gefragten Live-Acts machen.

Symbolik und Kontroverse

„Du
Du hast
Du hast mich
Du hast mich
Du hast mich gefragt
Du hast mich gefragt
Du hast mich gefragt und ich hab nichts gesagt“

Zahlreiche Texte der Band sind von einer starken Symbolik und häufig auch einer Doppeldeutigkeit mit dem Hang zur offenen Provokation geprägt. So bedient sich Rammstein beispielsweise in dem Lied Du hast dem Wortspiel mit den Verben „haben“ und „hassen“.

Diese provokative Symbolkraft spiegelt sich auch in ihren oftmals bildgewaltigen Videoclips wider. So führte schon 1998 die Verwendung von Videomaterial von Leni Riefenstahl im Video Stripped (einer Cover-Version zu dem 1993 erschienen Depeche Mode-Hit) zu einer heftigen Debatte darüber, ob die Band rechtsextremistische Tendenzen hätte. Ebenso wird das gerollte „R“ in Till Lindemanns Gesang häufig stark kritisiert. Einige Radiosender verzichten unter anderem daher auf die Ausstrahlung der Rammstein-Songs.

Im März 2019 rückt die Extremismusdebatte mit dem Teaser zum Videoclip Deutschland erneut in den Vordergrund. Der Teaser zeigt die Bandmitglieder in der Kleidung von KZ-Häftlingen. Im vollständigen Video wird später deutlich, dass die deutsche Vergangenheitsbewältigung das eigentliche Thema des Liedes ist.
Weiterhin bieten die in den oftmals recht poetischen Texten verarbeiteten, häufig tabuisierten Themen immer wieder Anlässe für heftige Diskussionen und Skandale. Dazu zählen unter anderem die thematische Auseinandersetzung mit Gewalt, Homosexualität, Sadomasochismus, Inzest, Tod oder Pyromanie. Auch zeigen viele der Songtitel wie beispielsweise Ich tu dir weh, Pussy, Bück‘ dich oder Ausländer die Beschäftigung mit einem Tabu auf.

Nach inzwischen 25 Jahren Diskussionen und Polemik ist die Band, die sich mit den menschlichen Abgründen auf ihre sehr spezielle und provokative Art und Weise befasst, allgemeinhin als Gesamtkunstwerk anerkannt. Das aktuelle Album Rammstein verkaufte sich in Deutschland in der ersten Woche gleich ca. 270.000 Mal. In Frankreich verdrängte Rammstein sogar die zurzeit stark angesagte belgische Sängerin Angèle von Platz Eins der Albumcharts.

Ihre aktuelle Europe Stadium Tour wird 2020 fortgesetzt. Im Juli sind Rammstein live in Lyon zu sehen

DISKOGRAPHIE:

Alben
2019                Rammstein
2017                Rammstein: Paris
2011                Made in Germany - Rammstein
2009                Liebe ist für alle da
2006                Völkerball
2005                Rosenrot
2004                Reise, Reise 
2001                Mutter
1999                Live aus Berlin
1997                Sehnsucht
1995                Herzeleid

Videos & DVDs
2017                Rammstein: Paris
2015                Rammstein in Amerika
2006                Völkerball
1998                Live aus Berlin 

 

Band des Monats auf Spotify

Hände und Gitarre © Colourbox.com, ldutko Jeden Monat stellen wir euch eine Band oder eine*n Sänger*in aus einem deutschsprachigen Land vor – den Musikstilen sind keine Grenzen gesetzt. Mit dieser Playlist könnt ihr in die Musik der vorgestellten Künstler*innen hineinschnuppern.

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