Deutsche Comicszene
Neuerscheinungen

Der Märchenmaler von Zürich © Edition Moderne

Der Märchenmaler von Zürich

Serpentina Hagner, Edition Moderne, Juli 2017

Serpentina Hagner zeichnet die abenteuerliche Lebensgeschichte ihres Vaters Emil Medardus Hagner, der sich selbst Märchenmaler von Zürich nannte. Eine Geschichte voll Witz, Tragik und Schlauheit. Ein für Schweizer Verhältnisse ungewohnt deftiges und überaus vergnügliches Sittenbild von Zürich in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Eine der Hauptfiguren dieser Biografie, Emil Medardus Hagners Grossmutter Pauline, fasziniert mit ihrem unbändigen Temperament, ihrer Energie und ihrer Durchtriebenheit, mit der sie sich einen reichen Industriellen angelt.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit © Suhrkamp

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Nicolas Mahler, Suhrkamp, September 2017

Marcel Prousts Recherche ist der bedeutendste französische, wenn nicht der bedeutendste Roman überhaupt – ein Werk, dessen Lektüre lebensverändernd sein kann. Nicolas Mahlers Comic ist keine Nacherzählung, keine Kurzversion von Prousts monumentalem Œuvre, sondern eine überraschend komische Bilderzählung, respektlos und zugleich doch voll und ganz durchzogen vom Proust’schen Geist. So wird diese „Suche nach der verlorenen Zeit“ zu einem verdichteten Bilderstrom quer durch Raum und Zeit, zu einem brillant verschachtelten Spiegelkabinett der Proust’schen Motive und Wahrnehmungen.

Ich weiß © avant-verlag

Ich weiß

Birgit Weyhe, avant-verlag, August 2017

In Ich weiß berichtet Birgit Weyhe von Erlebnissen aus ihrer Kindheit: Die in München geborene Zeichnerin wuchs in Uganda, Tansania und Kenia auf. Sie beschreibt nicht nur ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen mit den Menschen vor Ort, sondern gibt auch Einblicke in die gesellschaftlichen und politischen Zustände, welche in diesen Ländern in den 1970er- und 1980er-Jahren geherrscht haben. In ihren typisch ausdrucksstarken schwarz-weißen Zeichnungen und mit melancholischem Humor erzählt sie facettenreich von einer Zeit, in der sie „die Fremde“ war. So ist auch der Titel im Doppelsinn zu verstehen: Ich (bin) weiß.

Nick cave – Mercy on me © Carlsen

Nick cave – Mercy on me

Reinhard Kleist, Carlsen, August 2017

Musiker, Schriftsteller, Schauspieler, Crooner – Nick Cave ist Kult. Reinhard Kleist hat sich der realen Figur angenommen und spielt in Nick Cave - Mercy on me mit Leben und Werk des Ausnahmekünstlers und schafft eine einzigartige Erzählung. Expressiv im Strich begleitet Kleist das Leben von Cave und entwirft ein Panorama aus Leidenschaft, Abhängigkeit und Tod.

Papa Dictator kriegt Besuch © Jaja

Papa Dictator kriegt Besuch

Michael Beyer alias Mic, Jaja, Juni 2017

Man könnte meinen, dass es nach dem Jubiläumsband (Nr. 5!) Weltherrschaft nichts weiter über Papa Dictator zu berichten gäbe, aber schließlich hat er sie dann wohl doch nicht errungen, die Weltherrschaft, und herrscht nach wie vor nur über seinen eigenen Staat. Als ordentlicher Staatsmann bekommt er nun Besuch. Mit diesem gibt es wichtige und großartige Deals zu machen, aber auch an einem Staatsbankett, Spionage und netten Geschenken der Freundschaft mangelt es nicht. Und wie immer erleben wir Mics Schwarzhumorigkeit in einer unverwechselbaren Mischung aus niedlichen Charakteren und Boshaftigkeit.

Der Sommer ihres Lebens © Reprodukt

Der Sommer ihres Lebens

Barbara Yelin, Thomas von Steinaecker, Reprodukt, September 2017

Die alte Gerda steht am Fenster des Seniorenheims und schaut in die Sterne. Lange hat sie die Frage aufgeschoben, jetzt sucht sie eine Antwort darauf: Hatte sie ein glückliches Leben? Und während sie versucht, den Alltag im Heim zu meistern, denkt sie zurück, an ihre Jugend in den 1960er-Jahren; ihre Begeisterung für ein Fach, in der sie als Frau schief angesehen wurde, die Astrophysik; die harte Wahl, die sie damals treffen musste, in jenem Sommer ihres Lebens: zwischen ihrer Liebe zu Peter und einer Karriere im Ausland…

Das Hochhaus © avant-verlag

Das Hochhaus

Katharina Greve, avant-verlag, September 2017

Mordgelüste, Frisurenprobleme, Wohnungssuche: Das sind einige der Zutaten für Das Hochhaus, ein Web-Comic-Bauprojekt von Katharina Greve. Jede Woche wächst das Gebäude um ein neues Stockwerk in die Höhe – bis auf 102 Etagen. Wie bei einer technischen Zeichnung ist das Haus aufgeschnitten: Der Blick ins Innere der Wohnungen zeigt eine Momentaufnahme des Lebens der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Episoden in den Wohnungen kommentieren zwischenmenschliche, aber auch politische Themen. Der Längsschnitt zeigt einen Querschnitt durch den Alltag.

Der nasse Fisch © Carlsen Verlag

Der nasse Fisch

Arne Jysch, nach dem Roman von Volker Kutscher, Carlsen, März 2017

Arne Jysch adaptiert nicht nur einen spannenden, erfolgreichen Krimi, sondern zeichnet im wahrsten Sinne des Wortes ein genaues Bild des Berlins der 1920er-Jahre, einer Welt im Umbruch. Es war die Zeit politischer Spannungen in der Weimarer Republik und hoher Kriminalität, aber auch der Beginn moderner Polizeiarbeit.