Kirsten Fuchs Mädchenmeute

„Mädchenmeute“ von Kirsten Fuchs © Rowohlt Verlag Charlotte hat die Wahl: entweder mit ihren Eltern in das Nest, in dem ihre Oma wohnt, zu reisen, oder aber in ein Ferien-Fun-Survival-
Camp. Pest oder Cholera? Sie entscheidet sich für das Camp, obwohl das Motto: „Der Wald will nichts von dir. Du willst was vom Wald“ nicht gerade vielversprechend klingt. Dass es dann das Abenteuer ihres Lebens wird, liegt daran, dass die sieben Mädchen plötzlich auf sich allein gestellt sind und versuchen, im Wald zu überleben. Ganze zwei Wochen Freiheit, ohne dass die Eltern ahnen, dass sie nicht mehr im Camp sind. Die Chance ihres Lebens. Aber fühlt sich so Freiheit an, den Alltag meistern ohne Erwachsene? Und warum ist Freiheit so anstrengend? Die Gruppe durchlebt viele Situationen, in denen Verantwortung tragen und Pflichten übernehmen gefragt sind. Das Leben im Wald ist schwierig, es mangelt an vielem. Umso besser, dass es einen guten Geist zu geben scheint, der hin und wieder Hilfestellung leistet. Doch wer ist dieser Geist und wie kommen sie alle heil wieder raus aus der Sache?

Ein Buch, welches zu Recht für den Deutschen Literaturpreis nominiert ist. Einfühlsam und mit zielgruppengerechten Worten beschreibt die Autorin, wie wunderbar das Leben als lernender Mensch doch sein kann. Weit weg von der digitalen Welt und ohne die Belehrungen von Erwachsenen führt dieses Abenteuer die Mädchen durch die schwierigste Phase der Pubertät; das Abnabeln vom Elternhaus und das Übernehmen von Verantwortung für das eigene Handeln. Ein sinngemäßes Zitat aus dem Buch bringt es auf den Punkt: „Für jeden Jugendlichen sollte es so ein Ereignis im Leben geben, welches den Übergang zum Erwachsenenleben markiert“. Vielleicht nicht für alle möglich? Nun, zumindest kann es dieses wunderbare Buch für alle geben, die es wissen mögen. Unbedingt verschenken!!

Karina Wrona, „Pinselfisch“