Lena Hach, illustriert von Katja Berlin
Grüne Gurken

Lena Hach, Grüne Gurken, Mixtvision 2019 © Mixtvision Vielleicht wissen Sie nicht auf Anhieb, was ein Pleonasmus ist? Kein Grund zur Sorge, das wird in diesem Buch unter anderem auch erklärt: „ein Wortreichtum ohne Informationsgewinn“...(Wikipedia), wie z.B. weißer Schimmel, rotes Blut, grüne Gurken...Die blitzgescheite Lotte, 14jährige Icherzählerin und gerade aus einer hessischen Kleinstadt gegen ihren Willen nach Berlin-Kreuzberg verpflanzt, ist dennoch nicht so hochbegabt, wie ihre Eltern sich das wünschen. Dafür leidet Lotte unter ihrer Tollpatschigkeit, die sich natürlich genau dann zeigt, wenn es am peinlichsten ist. Aber nachdem Lotte den Kioskbetreiber Junus und dessen Freundin Miri kennengelernt hat, entwickelt sich aus ihrer anfänglichen Aversion gegen Berlin und alles berlinische ein zunehmendes Interesse an ihrer neuen Umgebung, was auch an Luke liegen könnte, der im Kiosk regelmäßig grüne-Gurken-Weingummis einkauft. Lotte berichtet mit viel Selbstironie von ihren Pubertätsproblemen, so gelingt Lena Hach mit ihrer Protagonistin eine authentische und witzige Mädchenfigur. Lottes Liebe zu Infografiken und Schaubildern steuert diesem coming-of-age-Roman eine schöne Anzahl an Illustrationen bei, die von Katja Berlin in schlüssige, farbige Schautafeln umgesetzt wurden, eine echte Weiterentwicklung der Listen–Jugendbücher, wie ich finde. Äußerst empfehlenswert!

Jule Pfeiffer-Spiekermann, Pinselfisch