Kristina Gehrmann Im Eisland

„Im Eisland“ von Kristina Gehrmann © Hinstorff Verlag Die Suche nach der legendären Nordwestpassage in der Arktis trieb die ehrgeizige königliche Marine im Jahr 1845, und damit die beiden Segler Erebus und Terror unter der Leitung von Sir Admiral Franklin in die eisigen Regionen. In ihrem 3-bändigen Epos zeichnet Kristina Gehrmann mit Leidenschaft und Forschereifer die Schicksale einzelner Expeditionsteilnehmer nach, illustriert im wörtlichen Sinne Zeit, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und das Leben an Bord.

Mit klarer Linie und gezieltem Einsatz von Rasterfolie gelingt es Gehrmann, detailgenau aber dennoch gut lesbar und hochspannend von der Schifffahrt zu einer Zeit zu berichten, als die Welt noch nicht weitestgehend kartiert war. So passiert denn auch das Unvermeidliche: die Exkursion endet als Desaster, Mannschaft und Schiffe verschwinden und enden im Ewigen Eis.

Der Erzähl- und Zeichenstil Gehrmanns fokussiert immer wieder auf einzelne Charaktere, behält aber auch die Gruppendynamik auf den Schiffen im Blick. So wird nichts beschönigt und der großartige erzählerische Bogen zieht auch schon Kinder ab 8 Jahren in seinen Bann. Absolut lesenswert!

Jule Pfeiffer-Spiekermann, „Pinselfisch“