Eva Viežnaviec und Olga Bubich im Gespräch
Die Zukunft wird wunderbar sein, aber mit einem Preis bezahlt, der unsere Freude verfinstern wird, sagt die Autorin Eva Viežnaviec. Sie ist Schriftstellerin, die keine Art von Gewalt verhüllt lässt.
In ihrem Buch Was suchst Du, Wolf? geht es um eine lokale Geschichte: Die hier im 20 Jh. Begangenen Verbrechen waren verheerend, und das zu ändern, schafft nur sie, eine unbemerkbare Trinkerin. Nicht die Größe, sondern die Liebe zu suchen, ist das Motto der Autorin, die ihren Lebensstil als „Unkraut“ bezeichnet und sich selbst eher als eine Kompilatorin als Schriftstellerin: sie sammele nur die Geschichten.
Als Forscherin schaut sie jeden Tag den in Katyn ermordeten Offizieren in Gesicht, manche sind aus Belarus. Ihre vergilbten Fotos und Briefe, die der Familien lange verborgen blieben, veröffentlicht sie nun gegen das Vergessen. Kann die Erinnerung die Zukunft beeinflussen?
Darüber diskutiert Eva Viežnaviec mit Autorin und Fotografin Olga Bubich.
Gäste
© Dirk Skiba
Eva Viežnaviec (bürgerlicher Name Sviatlana Kurs) wurde in einem abgelegenen Dorf an der Grenze zwischen drei Regionen in Belarus geboren, in der alle Wege enden. Dies prägte sowohl ihr Bewusstsein als auch ihre Kreativität. Als Absolventin der Philologischen Fakultät der Belarusischen Staatlichen Universität schreibt Vieżnaviec alle zehn Jahre ein Buch. Seit 2006 lebt sie in Warschau.
© Андрэй Дубінін
Olga Bubich arbeitet als Fotografin und Autorin. In ihrem Werk hinterfragt sie Mechanismen der Erinnerung und des Vergessens. In ihrem Fotobuch
The Art of (Not) Forgetting erforscht sie die schmerzhaftesten und die hoffnungsstiftenden Erinnerungen von Belarusinnen und LGBT-Personen, die sie 2021 sammelte. Olga Bubich ist zwischen 2023 und 2024 Fellow bei
ICORN.
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