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Goethe-Institut im Exil

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19:00–21:30 Uhr

Resonant Listening: Syrien

Konzert|Listening Session mit Ali Hasan, Julnar Georges, Mohamad Fityan, Wassim Mukdad und Konzert der Arabic Female Voices

Foto "Arabic Female Voices" © Abo Anton

Foto "Arabic Female Voices" © Abo Anton

Welche Klänge verbinden Gemeinschaften? Welchem Sound sitzen ihre Gefühle und Erinnerungen auf? Mit Resonant Listening möchten wir dem musikalischen Erbe von Gemeinschaften nachspüren, für die bestimmte Stücke, Klänge und Melodien eine besondere, ja ikonische Qualität bereithalten.

Musik hat die Kraft, Menschen zu verbinden und Zuversicht zu schenken – besonders für diejenigen, die Entwurzelung oder Exil erlebt haben. Vertraute Lieder rufen nicht nur Erinnerungen an vergangene, vielleicht bessere Zeiten wach, sondern schaffen auch eine nostalgische Verbindung zu vermissten Orten, geliebten Menschen oder ein längst vergessen geglaubtes Lebensgefühl. Sie entfachen persönliche sowie kollektive Erinnerungen und eröffnen das Potenzial für neue Verbindungen. Musik ist dabei sowohl Anker als auch Agent. In diesen Momenten hat sie eine gemeinschaftsbildende Kraft, die weit über die Grenzen der Sprache hinauswirkt.   

Jede Listening Session widmet sich der Vorstellung von Musikstücken, die eine besondere soziale Bedeutung für eine bestimmte Gemeinschaft haben. Dafür laden wir Musiker*innen und Musikwissenschaftler*innen ein, bis zu drei ihrer Lieblingsstücke zu präsentieren – seien es prägende Genres, klassische Werke aus bestimmten Regionen oder der „Soundtrack ihrer Jugend“. Die Auswahl der Stücke spiegelt die kulturelle und soziale Relevanz wider und ermöglicht uns, einen tiefen Einblick in die vielfältige Musiktradition unterschiedlichster Gemeinschaften zu gewinnen. Abgerundet wird jeder Abend mit einem Konzert, das neue Verbindungen und Erinnerungen schafft – Musik als Resonanzraum für gemeinsame Erfahrungen.

Für die erste Veranstaltung freuen wir uns auf die Teilnahme herausragender syrischer Musiker*innen, die in verschiedenen Formationen und Ensembles auf internationalen Bühnen sowie in Deutschland aktiv sind. In der Listening Session dürfen wir Beiträge der Violinistin Julnar Georges, des Musikers und Komponisten Mohammed Fityan und des Oud-Spielers und Komponisten Wassim Mukdad erwarten. Das Gespräch moderiert Ali Hasan.

Im Anschluss an die Listening Session folgt ein Konzert der Band "Arabic Female Voices" mit Ali Hasan (Perkussion), Wassim Mukdad (Oud) und der Sängerin Amal Shehab. Das 2022 gegründete Trio präsentiert Lieder bedeutender arabischer Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, darunter Fairuz, Oum Kalthoum und Asmahan. Die Musik stammt aus Ägypten, Syrien und dem Libanon und wird von der Sängerin Amal Shehab, begleitet von Ali Hasan und Wassim Mukdad, zum Leben erweckt.

Der Abend wird von Ali Hasan kuratiert.

Hier gehte es zur Spotify-Playlist:


 

Gäste

  • Mohamad Fityan (geb. am 1. August 1984 in Aleppo, Syrien) ist ein syrischer Musiker und Komponist, der besonders für sein herausragendes Können auf  der Nay und der Kawala bekannt ist. Er hat sein Diploma an der Musikhochschule (2004-2009) absolviert, und ist  von 2003 bis 2013 Solist des Syrian Orchestra und der Syrian Jazz Big Band.  Seit 2014 lebt er in Deutschland, wo er in zahlreichen Orchestern als Solist wie beispielweise: Berliner Symphoniker, dem Brüsseler Jazz Orchester, und der Bayerischen Philharmonie, Trickster Orchestra in Erscheinung getreten ist und über Rundfunk, Fernsehen und das Internet ein immer größer werdendes Publikum erreicht.

    Als Meister der Nay repräsentiert Mohamad Fityan sein Instrument auf dem  YouTube Kanal der Elbphilharmonie. Seine bisherigen Auszeichnungen sind u.a. : Best Nay Player Award beim Contest of Syrian Youth Musicians in Syrien (2002) und Best Conductor Award beim Contest of Syrian Youth Musicians in Syrien (2003).

  • Julnar Georges ist eine 32-jährige syrische Violinistin aus einer künstlerischen Familie. Ihre Leidenschaft für Musik begann im Alter von 10 Jahren, und mit 12 gewann sie den Preis für die beste orientalische Violinistin Syriens, was sie dazu inspirierte, ihren Traum zu verfolgen.

    Während ihres Studiums trat sie mit einem Orchester und lokalen Bands auf, bevor sie Solistin wurde und ihre Emotionen durch ihre Musik teilte. Ihre Reise führte sie nach Erbil im Irak, wo sie bei diplomatischen Veranstaltungen und großen Eröffnungen spielte und ein vielfältiges Publikum erreichte.

    Heute lebt Julnar Georges in Berlin, arbeitet mit lokalen Bands zusammen und setzt ihre musikalische Reise fort. Für sie ist die Violine mehr als nur ein Instrument – sie ist ihre Verbindung zur Welt.

  • Ali Hasan ist ein in Berlin lebender Musiker, Perkussionist, Pädagoge und Heilkünstler mit syrischen Wurzeln. Er ist bekannt für seine dynamischen Rhythmen und tritt als Solokünstler oder mit Gruppen wie Pulsar Collective und Dabke Community Dance bei Sasha Waltz & Guests auf. Als zertifizierter Physiotherapeut der Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg e. V. integriert Ali sein therapeutisches Fachwissen in seine künstlerische Arbeit.
    Als Mitbegründer und Kunstkurator von BAYNATNA, der ersten arabischen Bibliothek in Berlin, fördert er arabische und internationale Kunst und erhielt Auszeichnungen wie den Kulturförderpreis „The Power of the Arts 2020“. Außerdem kuratiert er das Resident Music Collective im Humboldt Forum und tritt gemeinsam mit diesem auf.
    Ali Hasan genießt in Europa und der internationalen Presse großes Ansehen und ist viel auf Tournee. Im Winter 2024/2025 ist er als Gastdozent an der Universität der Künste Berlin (UdK) tätig.

     

  • Wassim Mukdad ist ein in Berlin ansässiger Musiker mit syrischen Wurzeln. Er spielt die Oud (die arabische bundlose Laute), komponiert und dirigiert verschiedene Ensembles. Er vermischt gerne Elemente der orientalischen und westlichen Musikkultur und ist spezialisiert auf verschiedene Genres wie Tarab, Fusion und traditionelle Musik.

    Wassim wirkt regelmäßig bei Theater- und Opernaufführungen mit, zum Beispiel an der Neuköllner Oper, Maxim Gorki Theater und der Komischen Oper Berlin. Mit seinen Ensembles Ajam Quartet, Kayan Project, Trio Laulu und Atlas Ensemble (u. a.) spielt er in ganz Deutschland und darüber hinaus.

    Vor seinem Umzug nach Deutschland trat Wassim mit einer Vielzahl von Ensembles in Syrien und in der Türkei auf, wobei er sich darauf konzentrierte, das Gespräch zwischen den Kulturen zu öffnen und sich für Frieden angesichts von Stereotypisierung, Rassismus und Kriegen einzusetzen.

  • Amal Shehab ist eine Sängerin und Musikerin aus Syrien, die in Berlin lebt. Ihre Wurzeln in der klassischen und folkloristischen arabischen Musik inspirierten sie dazu, orientalische arabische Musik und anschließend Operngesang in Damaskus zu studieren. Dies eröffnete ihr die Möglichkeit, verschiedene Musikrichtungen wie Sufi, Flamenco, Jazz und elektronische Musik miteinander zu verbinden.

    Zwischen 2015 und 2021 war Amal Mitglied verschiedener Musikgruppen in Syrien, Libanon und Jordanien und trat auf renommierten Bühnen auf, darunter das Opernhaus in Damaskus und das Metro Al Madina in Beirut, bevor sie Ende 2021 nach Deutschland zog.

    Seit 2022 ist Amal die Lead-Sängerin von Arabic Female Voices und tritt in Berlin sowie in ganz Deutschland auf.

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