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Goethe-Institut im Exil

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17:00–19:00 Uhr

Syrien: Quo Vadis?

Panel Diskussion| A year after the fall of Assad, where do Syrians in Germany stand today?

  • ACUD Studio, Berlin

  • Sprache Englisch
  • Preis Eintritt frei

Yarmouk Camp cemetery, bombed by the Syrian regime and later by ISIS. © Guevara Namer

Yarmouk Camp cemetery, bombed by the Syrian regime and later by ISIS. © Guevara Namer

In der fünften Ausgabe unserer Reihe „Syrien: Quo Vadis?“ blicken wir zurück auf einen entscheidenden Moment in der jüngeren syrischen Geschichte und in unserer eigenen Arbeit: ein Jahr nach dem Sturz des Assad-Regimes – und genau ein Jahr, nachdem wir diese Reihe im ACUD Kunsthaus Berlin ins Leben gerufen haben. Diesen Jahrestag nehmen wir zum Anlass, um zu reflektieren, was sich im vergangenen Jahr sowohl in Syrien als auch in Deutschland verändert hat und wie diese Entwicklungen von Syrer*innen im Exil erlebt werden.

Wie nehmen Syrer*innen in Deutschland die Situation sowohl in Syrien als auch hierzulande wahr, angesichts der Veränderungen, die in beiden Ländern im vergangenen Jahr stattgefunden haben? Erscheint das Konzept des “barzakh” (Zwischenzustand) heute klarer denn je, da die Lage in Syrien nach wie vor keine sichere freiwillige Rückkehr aller Syrer*innen und den Aufbau eines würdigen Lebens dort ermöglicht, während gleichzeitig die Einwanderungsfeindlichkeit im Allgemeinen – und die Forderungen nach einer Rückkehr der Syrer*innen im Besonderen – in Deutschland zugenommen haben? Wie stehen Syrer*innen in Deutschland heute zu ihren „zwei Ländern“: ihrer Heimat und dem Land, in dem sie gelebt, gearbeitet und sich ein neues Leben aufgebaut haben?

Mit unseren Gäst*innen, dem Theatermacher Mohammad Al Attar, der Filmemacherin Guevara Namer und der Juristin Joumana Seif versuchen wir zu verstehen, wie die Menschen den politischen Wandel vor Ort erleben: zwischen dem Gefühl, dass Hoffnung auf Veränderung möglich geworden ist, und dem Entstehen von Freiräumen, die Syrer*innen zuvor nicht hatten.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Syrien: Quo Vadis?“ des Goethe-Instituts im Exil. Seit Anfang 2025 schafft die Reihe im ACUD Kunsthaus Berlin einen Raum für Gespräche über Identität, Erinnerung, Verantwortung und Zukunftsperspektiven – und für die Stimmen der syrischen Diaspora, die die fortlaufenden Veränderungen ihres Landes kritisch und aktiv begleiten.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Syrien: Quo Vadis?“ des Goethe-Instituts im Exil. Seit Anfang 2025 schafft diese Reihe in mehreren Abenden im Berliner Kunsthaus Acud Raum, um nach dem Sturz des Assad-Regimes zentrale Fragen nach Identität, Erinnerung, Aufarbeitung und Zukunftsperspektiven für Syrien zu beleuchten. Dabei kommen Stimmen der syrischen Diaspora zu Wort, die aufzeigen, welche Herausforderungen, Perspektiven und Visionen sie in Bezug auf ihre alte Heimat beschäftigen.

Barrierefreiheit:
Das ACUD verfügt über barrierefreie Zugänge zu den beiden oberen Etagen. Bitte kontaktieren Sie uns vorab unterim-exil@goethe.de oder sprechen Sie das Team des Goethe-Instituts im Exil vor Ort an, damit der Zugang zum Aufzug für Sie ermöglicht werden kann.

 

Panelist*innen

Mohammad Al Attar ist ein syrischer Schriftsteller, Dramatiker und Essayist. Sein Werk vereint Dokumentation mit Fiktion, er gilt als wichtiger Chronist des vom Krieg gezeichneten Syriens. Seine Theaterstücke, u.a. „Withdrawal“, „A Chance Encounter“, „Could You Please Look into the Camera?“, „Antigone of Shatila“, „While I was waiting“, „Aleppo. A Portrait of Absence“, „Iphigenia“, „The Factory“, „Damascus 2045“, „Yesterday’s Encounter“ und „Searching for Zenobia“ wurden in verschiedenen Sprachen an bedeutenden internationalen Bühnen und Festivals aufgeführt, darunter die Berliner Volksbühne, HKW Berlin, Ruhrtriennale, Theater Freiburg; das Avignon Festival und das Festival d'Automne in Paris; das Lincoln Center in New York; das Kunsten Festival in Brüssel; das Royal Court Theatre in London; das Zurich Theater Spektakel und das Adelaide Fringe Festival in Australien. Zusätzlich zu seinen Bühnenwerken hat Al Attar zahlreiche Beiträge in Magazinen und Zeitungen veröffentlicht, mit einem besonderen Fokus auf die syrische Revolution und die daraus resultierenden Konflikte seit 2011.

Guevara Namer ist eine in Berlin lebende Dokumentarfilmerin und bildende Künstlerin, deren Arbeit sich mit Feminismus, Identität und Exil befasst. Sie begann ihre Karriere 2005 in Damaskus und hat seitdem international als Regisseurin, Kamerafrau, Forscherin und Produzentin gearbeitet. Als Preisträgerin der Deutschen Filmakademie (Lola 2022) hat sie an Projekten mitgewirkt, die auf großen Festivals und bei großen Sendern präsentiert wurden. Über das Filmemachen hinaus ist sie eine erfahrene Diskussionsteilnehmerin und Beraterin zum Thema MENA-Kino, wobei ihr Schwerpunkt auf sozialpolitischem künstlerischem Storytelling liegt.
 

Joumana Seif ist Mitglied der Nationalen Kommission für Übergangsjustiz und Wahrheit. Sie ist Gründerin der Riad Seif Human Rights Foundation und Vorsitzende des Vorstands des Democratic Dialogue Forum in Damaskus. Sie arbeitet als Senior Legal Adviser im Programm für internationale Verbrechen und Rechenschaftspflicht am Europäischen Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR) in Berlin. Für ihren Beitrag zur Einstufung sexueller Gewalt in syrischen Haftanstalten als Kriegswaffe und Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde sie mit dem Anna-Klein-Preis für Mut ausgezeichnet.

Seit 2000 unterstützte Joumana die demokratische Bewegung in Syrien mit besonderem Schwerpunkt auf politischen Gefangenen. 2012 war sie gezwungen, Syrien zu verlassen. Sie war Mitbegründerin der Syrian Feminist Lobby im Jahr 2014 und der Syrian Feminist Political Movement im Jahr 2017. Im Jahr 2022 war sie Vorsitzende des Vorstands der Day After Organization for Supporting Democratic Transition in Syria. Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 kehrte sie nach Syrien zurück, um einen Beitrag zur politischen Übergangsphase zu leisten.