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20:00 Uhr
Unmuted: Love and Iran
Listening Session & Konzert |Ein Valentinstags-Spezial
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ACUD Club, Berlin
- Sprache Englisch
- Preis Eintritt frei
In der persischen Musik nimmt Liebe eine vielschichtige Rolle ein. Sie erscheint als poetisches Motiv, als spirituelle Suche und als politisch aufgeladene Erfahrung. In der klassischen persischen Dichtung – von Hafez bis Rumi – wirkt Liebe als transformative Kraft, die Grenzen zwischen Individuum, Gemeinschaft und Welt auflöst.
Diese politisch erzwungene Dissonanz bildet den Ausgangspunkt des Abends. Am Valentinstag lädt dasGoethe-Institut im Exilzu einer Listening Session und zwei Konzerten ein, die Liebe im Spannungsfeld iranischer Gegenwartsmusik, diasporischer Erfahrungen und politischer Strukturen erkunden.
Die Künstlerin, Sängerin und Aktivistin Faravaz Farvardin verknüpft ihre Musik mit der Bewegung Women, Life, Freedom und thematisiert die enge Verbindung von Liebe, Mut und politischem Widerstand. Zwischen Trap-Beats und persischen Referenzen erzählt sie von Aufbruch, Empowerment und dem Recht auf eine eigene Stimme. Ihr Debütalbum Azadi (2025) bündelt diese künstlerische Haltung als klares Statement gegen Repression und Spaltung.
Die in Berlin lebende Künstlerin MADANII, geprägt von der Erfahrung, als Tochter politischer Geflüchteter in Deutschland aufzuwachsen, erforscht in ihren Songs queere Liebe, Zugehörigkeit und das Leben zwischen Kulturen. Musikalisch bewegt sie sich zwischen Avant-Pop, Alternative R&B und Trap; visuell denkt sie ihre Arbeiten konsequent als eigene audiovisuelle Erzählungen weiter. Ihre Musik macht erfahrbar, wie Liebe als Ausdruck individueller Freiheit auch in restriktiven Kontexten Gestalt annimmt.
Gemeinsam bringen Faravaz und MADANII Songs mit, die für sie mit Liebe in all ihren Facetten verbunden sind: als Sehnsucht und Verlust, als Mut und politischer Akt, als Bindung an Sprache, Herkunft und Gemeinschaft.
Angesichts der aktuellen Situation im Iran findet diese Veranstaltung in solidarischem Gedenken an die Betroffenen statt. Besonders herzlich laden wir Menschen mit Bezug zum Iran ein, diesen Abend in gemeinsamer Präsenz und Verbundenheit mit uns zu verbringen.
Künstlerinnen
Gemeinsam mit der Musikjournalistin Aida Baghernejad und dem Publikum entsteht ein Raum des aufmerksamen Zuhörens: ein Moment, in dem Musik nicht nur gehört, sondern gemeinsam befragt wird.
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Aida Baghernejad ist freie Journalistin und Moderatorin in Berlin. Für Medien wie Die Zeit, Deutschlandfunk Kultur, Musikexpress, Der Tagesspiegel oder The Guardian schreibt und spricht sie über Musik, Literatur, Film und Gastronomie. Manchmal über alles beides gleichzeitig, meistens aber über das Politische im Sound, zwischen den Seiten oder dem Teller. 2024 verbrachte sie fünf Monate als Thomas-Mann-Fellow im Thomas Mann House in Los Angeles. Im Internet findet man sie auf ihrem Kultur- und Diskursnewsletter Recommended Reading. Meistens lebt sie in Berlin, manchmal in London, und vor allem aber im Internet.
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Faravaz Farvardin wurde 1990 in Teheran geboren. Im Alter von zwölf Jahren begann sie, Musik zumachen – zunächst mit der Gitarre, später auch an Instrumenten wie Klavier, Mundharmonika und Ney-Anban; hinzu kam der Gesang. Zu ihren prägenden musikalischen Lehrer*innen zählen Hasmik Karpetyan, Sara Naeini und Esfandiyar Gharebaghi.
Als unabhängige Sängerin veröffentlichte sie bislang zehn Songs und zwei Musikvideos in den Genres Pop, Rock, Folk und Fusion, die ein breites Publikum fanden. Derzeit arbeitet sie an zwei neuen Gesangsalben in Zusammenarbeit mit internationalen, nicht-iranischen Partnern und widmet sich zugleich ihrer Lehrtätigkeit.
Faravaz Farvardin zählt zu den jüngsten Künstlerinnen ihrer Generation, die westliche Musikstile mit iranischer Volksmusik zu eigenständigen Fusion-Formaten verbinden und diese sowohl komponierend als auch performend weiterentwickeln. Neben Konzerten war sie auch in zahlreichen Musik- und Theaterproduktionen zu erleben. Für sie ist Singen keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit – ein Mittel zum Überleben. -
MADANII ist eine Genre-Rebellin aus Berlin, die Rhythmen, Sprachen, Politik und Klänge zu einem Mosaik verwebt. Geprägtvon persischen Wurzeln und ihrer Kindheit als Tochter Geflüchteter, erzählt sie Geschichten von Identität,Queernessund kultureller Zerrissenheit.
Ort
Veteranenstraße 21
10119 Berlin
Deutschland
Ort
Veteranenstraße 21
10119 Berlin
Deutschland