Die Corona-Pandemie hat die Beziehung zwischen Serbien und China auf ein neues Level gehoben. Spätestens seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist China dadurch der neue Ankerpunkt im Osten für Serbien geworden. Doch die enge Beziehung der beiden Länder sorgt für Probleme.
März 2020: Das Corona-Virus hat Europa mit voller Härte getroffen. Die Zahl der Erkrankten wächst von Tag zu Tag, Behelfskrankenhäuser werden aus dem Boden gestampft, Hamsterkäufe führen zu leeren Supermarktregalen. Szenen aus dem italienischen Bergamo gehen um die Welt, als 13 Militärtransporter durch das Zentrum der Stadt fahren – beladen mit Särgen.Auch in Serbien steigen die Infektionszahlen. Die Regierung verhängt eine nächtliche Ausgangssperre, Polizeihelikopter kreisen über der Hauptstadt Belgrad, um diese zu kontrollieren.
Wie die ganze Welt braucht der Balkanstaat in dieser Zeit händeringend medizinische Ausrüstung: Gesichtsmasken, Schutzkittel, Desinfektionsmittel. Die serbische Regierung bittet überall um Hilfe. Und die EU? Führt am 15. März 2020 Beschränkungen für den Export von Schutzausrüstung ein.
Serbiens Präsident Aleksandar Vučić sagt öffentlich, so etwas wie europäische Solidarität, das sei nun einmal nur ein „Märchen auf Papier“.
Wenig später, am Abend des 21. März 2020, landet in Belgrad ein Flugzeug aus China. An Bord sind chinesische Gesundheitsexpert*innen, Beatmungsgeräte, Gesichtsmasken und Schutzkittel. Es ist ein Geschenk der chinesischen Regierung. Und ein Zeichen: China hat Serbien nicht vergessen.
Noch am Flughafen küsst Vučić die Flagge Chinas. Der Clip vom Kuss geht auf den sozialen Medien viral. In den nächsten Tagen startet in Belgrad eine Kampagne auf Plakaten und Werbetafeln. Zu sehen ist die chinesische Flagge, ein Bild vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping und in großen Buchstaben der Spruch: „Danke, Bruder Xi“.
Stefan Vladisavljev, Programmdirektor der Stiftung BFPE für eine verantwortungsvolle Gesellschaft, beschäftigt sich seit Jahren mit der Beziehung zwischen Serbien und China. Für ihn ist klar: „Die Corona-Pandemie hat eine neue Phase der serbisch-chinesischen Beziehung eingeläutet.“ Es ist ein neues Kapitel in der unerwarteten Partnerschaft zwischen einer globalen Supermacht und einem 6,6 Millionen-Einwohner*innen-Land in Südosteuropa.
Propaganda in den Medien
Die Freundschaft mit China zahlt sich aus, während die Europäische Union Serbien im Stich lässt – dieses Narrativ spinnen die staatsnahen serbischen Medien im ersten Corona-Jahr. Eine Analyse des Zentrums für zeitgenössische Politik (Centrar savreme politike) ergab, dass europäische und chinesische Hilfslieferungen in den Medien unterschiedlich bewertet wurden. Überschriften wie „Serbien, nicht weinen, China ist da“ (Kurir) oder „Die EU würde Serbien sterben lassen“ (Srbija Danas) zeichnen ein eindeutiges Bild. Die Auswirkungen dieser Darstellungen sind enorm: Zwar wird die EU nach anfänglichem Zögern während der Corona-Pandemie zum größten humanitären und finanziellen Unterstützer Serbiens. Doch in einer Umfrage des Belgrader Zentrums für Sicherheitspolitik (Beogradski centar za bezbednosnu politiku) glaubten noch im Oktober 2020 knapp 70 Prozent der Befragten, dass China die größte Hilfe bot.Die Corona-Pandemie hat die serbisch-chinesischen Beziehungen gestärkt. Doch die Verbindung der Länder reicht weiter zurück. Schon als Serbien Teil der Bundesrepublik Jugoslawien (1992 bis 2003) war, gab es einen engen Austausch zwischen Belgrad und Peking. In den 1990er Jahren kamen viele chinesische Händler*innen in die Hauptstadt Jugoslawiens und bauten die erste und bislang einzige China-Town auf dem Balkan auf: Block 70.
Vereint im Schmerz
In diesem Jahr bombardierte die NATO das heutige Serbien. Das Militärbündnis wollte eine humanitäre Katastrophe in Kosovo verhindern. Kurz zuvor hatten serbische Kräfte eine großangelegte Offensive gestartet, Dörfer zerstört und hunderttausende Kosovo-Albaner*innen in die Flucht getrieben. Deshalb entschied die NATO, in den Bürgerkrieg einzugreifen, auch ohne Mandat der Vereinten Nationen. Am 7. Mai 1999 treffen die Bomben der NATO auch die chinesische Botschaft in Belgrad, drei chinesische Journalisten kommen ums Leben. Ein Versehen, sagt die NATO.
Denkmal an der ehemaligen chinesischen Botschaft in Belgrad zur Erinnerung an die Bombardierung durch die NATO am 7. Mai 1999 bei der hier drei chinesische Journalisten starben | Foto: © Tobias Zuttmann
Die chinesische Botschaft ist inzwischen umgezogen. Wo einst das bombardierte Gebäude stand, ist nun ein hochmodernes Kulturzentrum entstanden. Hier werden unter anderem die chinesische Sprache, Kampfkunst und Kalligraphie gelehrt. Ein Denkmal erinnert an die Bombardierung 1999. An einem heißen Tag im Juni besucht eine Gruppe chinesischer Tourist*innen den Gedenkort. Der Reiseführer erklärt ihnen, was hier vor 27 Jahren passierte. Einige Besucher*innen legen Blumen oder chinesische Flaggen nieder, ein älterer Mann verbeugt sich mehrfach vor dem Gedenkstein.
Die Angriffe der NATO 1999, sie haben dazu beigetragen, den Kosovo-Krieg zu beenden. Aber sie haben auch ein tiefes Misstrauen vieler Serb*innen gegenüber „dem Westen“ geschürt. Noch heute sind überall in Belgrad Anti-NATO-Graffitis zu finden. Laut dem Security Radar der Friedrich-Ebert-Stiftung sehen etwa 75 Prozent der Serb*innen eine NATO-Erweiterung als Gefahr – und damit sogar mehr Menschen als in Russland.
Neun Jahre nach der Bombardierung durch die NATO zementierte sich diese Abneigung vieler Serb*innen gegenüber dem sogenannten Westen. Am 17. Februar 2008 erklärte sich die frühere jugoslawische Provinz Kosovo für unabhängig von Serbien. Deutschland und die meisten EU-Staaten erkennen diese Unabhängigkeit an, genauso wie die USA. Und Serbien beginnt mit der Suche nach neuen Verbündeten, nach Ländern, die Kosovos Unabhängigkeit nicht befürworten – und fand schließlich China. 2009 unterzeichneten die Präsidenten der beiden Staaten eine Erklärung über den Aufbau einer strategischen Partnerschaft.
Anti-EU und Anti-NATO Graffiti in Belgrad | Foto: © Tobias Zuttmann
Zwischen Ost und West
Serbiens Position auf der Weltbühne – sie ist kompliziert. Auch wenn die Ressentiments gegenüber der NATO in der Bevölkerung hoch sind, strebt das Land eine Mitgliedschaft in der EU an. Doch die engen Beziehungen in den Osten, insbesondere zu Russland, auch die will man nicht verlieren. Serbien sieht sich als Land zwischen Ost und West, vielleicht sogar als Bindeglied. Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist diese Position noch komplizierter geworden. „Serbien hat sich nicht von Russland distanziert“, sagt Polit-Analyst Vladisavljev. „Aber selbst unsere Politiker haben herausgefunden, dass es nicht besonders klug ist, die Partnerschaft mit Russland zu betonen.“ Und so wurde China zum neuen Ankerpunkt im Osten.Und laut Vladisavljev gibt es noch eine weitere Erklärung, warum sich einige Serb*innen in den vergangenen Jahren China zugewendet haben: „Wenn sie ein Land sehen, das politisch eine solche Herausforderung für den Westen darstellt, empfinden sie eine gewisse Verbundenheit oder auch ein wenig Bewunderung.“
Wie eng die Beziehung der beiden Länder ist, zeigt sich mit Blick aufs Militär. Mehr als 60 Prozent seiner Waffen bezieht der Balkanstaat von China. Im letzten Jahr nahmen erstmals serbische Soldat*innen an einem Manöver in der chinesischen Provinz Hebei teil.
Aber natürlich ist die Beziehung vor allem durch Geld geprägt. China investiert seit Jahren im großen Stil in Serbien, zum Beispiel beim Bau einer Autobahn oder der Bahnstrecke Budapest-Belgrad. Zuletzt hat China angeboten, ein Kernkraftwerk in Serbien zu bauen. 2022 investierte China zum ersten Mal so viel Geld in Serbien wie alle 27 EU-Staaten zusammen. Inzwischen hat das Land etwa acht Milliarden Euro direkt in Serbien investiert und zusätzlich mehrere Milliarden Euro über Kredite und Infrastrukturprojekte bereitgestellt. Chinas Geld kommt schnell und unbürokratisch, oft ist die Zusammenarbeit leichter als mit der EU. Komplizierte EU-Standards müssen bei Projekten, die durch chinesische Kredite finanziert werden, nicht eingehalten werden.
Wozu das allerdings führen kann, zeigt das Unglück von Novi Sad 2024. Beim Einsturz eines kurz zuvor renovierten Bahnhofsvordachs sterben 16 Menschen. Für die Bauarbeiten verantwortlich: eine chinesische Firma. Finanziert wurde das Projekt mit chinesischen Krediten. Kritiker*innen werfen der Regierung und den Baufirmen Schlamperei und Intransparenz vor. Der Einsturz des Dachs wurde zur nationalen Tragödie und rüttelte das ganze Land wach. Seitdem kommt es in Serbien immer wieder zu Massenprotesten gegen die Regierung. Nur das öffentliche Bild Chinas hat das Unglück nicht getrübt, sagt Vladisavljev. Und so kann China ohne echten Gegenwind seinen Einfluss in Serbien weiter ausbauen.
Serbien – Chinas Verbündeter in Europa
Erst Ende Mai dieses Jahres besuchte Serbiens Präsident Vučić seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in Peking. Dutzende Soldat*innen stehen für die beiden Präsidenten Spalier, mit Gewehr und in Paradeuniform. Vučić verneigt sich vor den Soldat*innen, im Hintergrund spielt ein Orchester, als die beiden Präsidenten gemessenen Schrittes einen langen roten Teppich entlanglaufen. Bei dem Treffen unterzeichnen die beiden Staaten zahlreiche Abkommen, sie wollen die Zusammenarbeit noch weiter intensivieren. Serbiens Präsident Vučić erhält zudem eine besondere Ehre: Chinas Präsident persönlich hängt ihm einen goldenen Anhänger um den Hals – die Medaille der Freundschaft. Es ist die höchste Auszeichnung, die ein*e Ausländer*in in China verliehen bekommen kann. Danach folgt langes Händeschütteln, beide lächeln, Applaus brandet auf. Beim öffentlichen Teil des Gesprächs der beiden Staatschefs betont Xi die Gemeinsamkeiten der beiden Länder: „Sowohl das chinesische als auch das serbische Volk haben Leiden erlebt und Erfolge erzielt und zeichnen sich durch einen unerschütterlichen und unbeugsamen Geist aus.“ Vučić, der Xi als lieben Freund anspricht, betont den Wert der chinesischen Unterstützung in den vergangenen Jahren: „Wir werden China für seine Hilfe auf ewig dankbar sein.“Doch warum investiert China so stark in Serbien? Die Vorteile liegen für die Volksrepublik auf der Hand. Da ist zum einen die Infrastruktur. Bereits seit 2016 ist die chinesische Reederei Cosco Mehrheitseigner des Hafens von Piräus, dem größten Seehafens in Griechenland. Von dort möchte China seine Waren weiter nach Norden transportieren. Deshalb will China in Serbien präsent sein und seine eigene Infrastruktur aufbauen, für einen schnelleren und unkomplizierteren Warentransfer.
Doch Serbien ist inzwischen mehr als nur Transitland. Zuletzt hat China auch seine Produktion immer stärker nach Serbien verlagert, um so näher an ihren Abnehmern in der EU zu produzieren.
Außerdem hat China Minen und Bergbauprojekte in Serbien übernommen, bekommt also Zugang zu Rohstoffen wie Kupfer, Gold oder Silber und kann diese ohne Einschränkungen wie etwa Umweltrichtlinien abbauen.
So hat etwa 2018 die chinesische Staatsfirma Zijin Mining eine Kupfermine nahe der Stadt Bor übernommen und auf maximalen Profit getrimmt. Nach der Übernahme explodierte die Feinstoffbelastung – es wurden Werte des giftigen Stoffes Arsen gemessen, die den gesetzlichen Grenzwert teils um das 200-fache überstiegen. An kaum einem Ort in Europa ist die Luft derart verschmutzt wie in der Kleinstadt im Osten Serbiens.
Regelmäßig gehen einige hundert Menschen auf die Straße, um gegen die Umweltverschmutzung zu demonstrieren. Aus Protest tragen sie medizinische Masken, einige auch Gasmasken. In einem Beitrag von Radio Free Europe über einen der ersten Proteste 2019 sagt die Organisatorin der Demo, dass die Gesundheit der Kinder wichtiger sei als die Profite ausländischer Firmen. Eine Demonstrantin berichtet, dass sie sich an manchen Tagen nicht traue, mit ihren Kindern in den Park zu gehen, da die Luft so schlecht sei. Die chinesische Firma gelobt immer wieder Besserung – nur verändert hat sich seitdem wenig. Noch heute leiden die Einwohner*innen Bors unter der erhöhten Umweltbelastung. Das Risiko für Krebs, Diabetes und Atemwegserkrankungen ist in Bor besonders hoch, warnt das serbische Gesundheitsamt.
Auch die Folgen für die Natur sind bereits sichtbar. Der Fluss, in den die Abfälle der Mine geleitet wurden, ist inzwischen ein totes Gewässer, auch nahegelegene Wälder sterben ab.
Finanziell lohnt sich der Abbau, vor allem für die chinesische Firma. Damit die Mine weiter profitabel bleibt, muss sie jedoch weiter wachsen. In den vergangenen Jahren wurde sie deshalb erweitert, ohne Rücksicht auf die Leute vor Ort. Menschen, die seit Generationen in ihren Häusern lebten, wurden enteignet, Landwirt*innen wurden die Felder weggenommen. Andere mussten ihre Häuser verlassen, weil diese durch die unterirdischen Arbeiten der Mine instabil geworden waren und drohten einzustürzen.
Noch immer protestieren die Einwohner*innen. Sie wollen in ihrem Ort bleiben, dort, wo ihre Familien schon seit Jahrhunderten leben. Sie wollen nicht frühzeitig an Krebs sterben, sondern ihre Kinder in einer gesunden Umwelt aufwachsen sehen. Die serbische Regierung greift jedoch nicht ein. Es scheint so, als wolle sie auf keinen Fall Streit mit der chinesischen Firma und dadurch mit dem chinesischen Staat provozieren.
Bloß keine Kritik an China äußern, das scheint für die serbische Regierung in jeglicher Beziehung zu gelten. Auf der globalen Bühne kann sich die Volksrepublik stets auf Serbiens Unterstützung verlassen. Als international Kritik am Umgang Chinas mit der uigurischen Minderheit laut wurde, unterzeichnete Serbien sowohl 2019 als auch 2022 eine chinafreundliche Erklärung, die das Vorgehen der Regierung gegen Terrorismus in der Region im Nordwesten Chinas lobte. Auch den kompromisslosen Umgang mit Hong Kong und den dortigen prodemokratischen Protesten unterstützte die serbische Regierung. Und nun, da die Spannungen um Taiwan wieder zunehmen, hat Serbiens Präsident Vučić bereits mehrfach betont, Taiwan gehöre zu China. „Wenn du mit China so eng kooperieren willst, wie Serbien es tut, erntet man gewissermaßen Anerkennung und Wertschätzung, indem man in diesen Fragen Chinas Standpunkt einnimmt“, ordnet China-Experte Vladisavljev die Situation ein.
Seit Jahren spielen wir dieses Spiel, bei dem Serbien so tut, als wolle es Teil der Europäischen Union sein, und die Europäische Union so tut, als wolle sie ebenfalls, dass Serbien dazugehört.“
„Also suchen wir uns andere Freunde“
Doch vielleicht ist das Problem der EU auch hausgemacht. Serbiens Partnerschaft mit China ist auch deshalb enger geworden, weil es in den letzten Jahren keine echte Perspektive für einen EU-Beitritt gab.Seit 2012 ist Serbien Beitrittskandidat, passiert ist seitdem wenig. Das liegt einerseits an Reformen, die Serbien noch immer nicht umgesetzt hat, und der immer noch ungeklärten Rolle der früheren Provinz Kosovo, die sich 2008 für unabhängig erklärt hat. Und andererseits am mangelnden Interesse der EU. Die hatte in den letzten Jahren schlicht andere Probleme, um die sie sich kümmern musste: erst Eurokrise, dann Corona, schließlich der Krieg gegen die Ukraine.
„Ich bin 1992 geboren, ich war acht Jahre als Milošević gefallen ist”, fängt Stefan Vladisavljev an zu erzählen. „Damals redeten alle von der Europäischen Union. In der Schule gab es Wettbewerbe: Wer kennt die EU am besten? Universitäten haben Reisen in die EU veranstaltet, alle kamen zurück und haben blaue EU-Flaggen geschwenkt.“ Doch mit den Jahren sei diese Euphorie abgeebbt. „Ich erinnere mich, als es hieß, Serbien wird 2007 Teil der EU, dann hieß es 2012, später 2015, dann 2020, schließlich 2025. Ich bin inzwischen 33 und ich hoffe, dass ich lang genug lebe, um zu erleben, dass Serbien in die EU kommt – aber sicher bin ich mir da nicht mehr.“
Konfuzius-Statue vor dem chinesischen Kultur-Institut in Belgrad | Foto: © Tobias Zuttmann
Doch nach Jahren des Stillstandes könnte die EU-Ost-Erweiterung langsam wieder Fahrt aufnehmen und so Belgrads Blick von Peking wieder nach Brüssel richten. Denn ausgerechnet der Angriff Russlands auf die Ukraine hat das Thema Erweiterung für die EU wieder auf die Tagesordnung gesetzt.
„Wir wollen euch“, sagte Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem EU-Westbalkan-Gipfel im Juni dieses Jahres. Er sprach damit die Staaten Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien und auch Serbien an. „Was Serbien betrifft, die Antwort [auf die Frage nach dem EU-Beitritt] ist klar und eindeutig: ja.“ Merz schränkte jedoch ein: „Allerdings muss sich Serbien auch entscheiden, wo es steht. Also eine Schaukelpolitik zwischen Russland, China und Europa, die kann es nicht geben. Serbien muss sich dann klar entscheiden, wo dieses Land seine Zukunft sieht. Und wenn die Antwort aus Serbien Europa ist – dann ist die Antwort aus Europa: Serbien.“
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Juli 2026