Organisation und Integration in Schulen
Wie können Schulen Herkunftssprachenunterricht in ihren Strukturen organisieren? Welche Modelle machen Herkunftssprachenunterricht für alle Schüler*innen zugänglich?
Schulen können Herkunftssprachenunterricht auf unterschiedlich flexible Arten – abhängig von ihren Ressourcen, der Anzahl der Schüler*innen und dem lokalen Kontext – integrieren. Bei der Planung des Unterrichts, sollten Schulen praktische Faktoren wie Stundenplan, Platz in Klassenzimmern und Koordination mit anderen Fächern berücksichtigen, um abzusichern, dass der Unterricht den bestehenden Lehrplan ergänzt und nicht mit ihm konkurriert.Sie sollten auch das gesamte Sprachpotenzial innerhalb der Gemeinschaft nutzen und dabei auf das Fachwissen von Lehrkräften, Eltern und externen Spezialist*innen zurückgreifen. Flexible Rollen sind der Schlüssel zum Erfolg: Sprachlehrkräfte in Schulen agieren als Koordinator*innen, während Mitarbeitende mit spezifischen Sprachkenntnissen, Eltern und andere Mitglieder der Gemeinschaft dabei helfen können, mehrsprachige Lernende anzuleiten und zu unterstützen.
1. Unterricht in der Schule
- mit Gastlehrkräften: In diesem Modell bleiben Schüler*innen an ihrer Schule während qualifizierte Herkunftssprachenlehrkräfte kommen, um zu unterrichten.
- mit Mitarbeitenden und Eltern: Wenn eine qualifizierte Lehrkraft nicht verfügbar ist, können Schulen auf ihre Mitarbeitenden oder Eltern zurückgreifen, die die Zielsprache sprechen. Alternativ können auch Sprachlehrkräfte, die die Sprache nicht selbst sprechen, eine wertvolle Rolle spielen, indem sie den Lernprozess anleiten und das Curriculum mit dem Herkunftssprachenunterricht abgleichen.
2. Unterricht an einer bestimmten Schule
Hier kommen Schüler*innen von unterschiedlichen Schulen an einer bestimmten Schule zusammen, an der der Herkunftssprachenunterricht stattfindet. Dieses Modell hilft dabei, den Unterricht effizient zu organisieren, insbesondere wenn die Anzahl der Schüler*innen pro Sprache gering ist. Die Schüler*innen treffen sich miteinander, aber sie müssen den Weg zur Schule und wieder zurück auf sich nehmen.3. Hybrider oder Online-Unterricht
Hier treffen sich Schüler*innen unterschiedlicher Schulen in einer digitalen Sprachschule. Der Unterricht findet online statt, bevorzugt während der Schulzeit und unter Aufsicht einer Person aus der regulären Schule. Eine andere Option ist der Unterricht nach der Schule mit einem Elternteil zuhause. Diese Möglichkeit ist sowohl logistisch als auch finanziell effizient, aber durch die Altersgruppe und die digitale Ausstattung eingeschränkt.