1951 - 1969

Von der Provinz in die Welt

Die Gründung des Goethe-Instituts legt 1951 das Fundament für die weltweite Arbeit des Sprach- und Kulturinstituts. Als Nachfolger der Deutschen Akademie, einer Vereinigung zur Erforschung und Verbreitung deutscher Kultur, bildet das Goethe-Institut zunächst ausländische Deutschlehrer*innen im Inland fort, doch schon bald werden auch Institute im Ausland gegründet. Waren die ersten Jahre von rechtlicher und finanzieller Unsicherheit geprägt, schafft ein Abkommen mit dem Auswärtigen Amt 1969 die nötigen rechtlichen Rahmenbedingungen.

1952

In Athen wird das erste Goethe-Institut im Ausland gegründet. Bis 1961 folgen 53 weitere Institute im Ausland. Heute sind es insgesamt 158 Institute in 98 Ländern.

Standbild Video "Lida lernt Deutsch" © Goethe-Institut

1953

Erste Deutschkurse

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1953

Erste Deutschkurse
„Des hob i ja gsogt.“
In Bad Reichenhall, Murnau und Kochel starten die ersten Sprachkurse. Dort lernen die Sprachschüler*innen aus aller Welt nicht nur Hochdeutsch, sondern auch den ortsüblichen Dialekt. Dieser bereitet den Schüler*innen aus dem Werbefilm „Lida lernt Deutsch“ allerdings noch Probleme.

1955

Erstausgabe „Deutsche Sprachlehre für Ausländer“
Standardwerk in Millionenauflage

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1955

Erstausgabe „Deutsche Sprachlehre für Ausländer“
Standardwerk in Millionenauflage

Als der Verleger Ernst Hueber in der Geschäftsstelle in München Dora Schulz besucht, will er ihr ein Lehrbuch aus seinem Verlag für den Deutschunterricht ans Herz legen. Stattdessen überzeugt sie ihn von einem Manuskript, das sie mit Heinz Griesbach, dem Leiter des Goethe-Instituts Bad Reichenhall, geschrieben hat: der „Schulz-Griesbach“ ist geboren.

​In den Anfangsjahren des Goethe-Instituts ist oft Improvisationstalent gefragt, und niemand verkörpert dies mehr als Dora Schulz, die ehemalige Lektorin der Deutschen Akademie und leitende Mitarbeiterin der Münchner Zentrale. Kleinere Handwerksarbeiten in den Unterrichtsstätten erledigt sie kurzerhand selbst, näht Vorhänge für die Fenster, und weil es kein geeignetes Unterrichtsmaterial gibt, entwickelt sie dies gemeinsam mit Heinz Griesbach. Die darauf aufbauende „Deutsche Sprachlehre für Ausländer“ bildet den Grundstein einer doppelten Erfolgsgeschichte – die des Hueber-Verlags und die des Goethe-Instituts im Bereich Deutsch als Fremdsprache.

Neugründungen in Nord- und Westafrika

  • 1958Tunis (Tunesien)
  • 1960 Casablanca (Marokko)
  • 1960 Rabat (Marokko)
  • 1961Accra (Ghana)
  • 1961Yaoundé (Kamerun)
  • 1961Lomé (Togo)
  • 1961Amman (Jordanien)
  • 1962Addis Abeba (Äthiopien)
  • 1962Dar es Salaam (Tansania)
  • 1962Lagos (Nigeria)
  • 1963Algier (Algerien)
  • 1963Nairobi (Kenia)
  • 1963 Nairobi Gründungsjahr
  • 1964 AddisAdeba Leiter Goethe-Institut mit König
  • 1967 Accra Ghana
  • Addis Abeba Eroeffnung Goethe-Institut Kaiser Haile Selassie Deutscher Botschafter Paulus von Stolzmann

1963

Eröffnung des Goethe-Instituts Algier
Das 100. Goethe-Institut?

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1963

Eröffnung des Goethe-Instituts Algier
Das 100. Goethe-Institut?

Hurra, in Algier eröffnet das 100. Goethe-Institut! Oder auch nicht: In Wirklichkeit ist das Institut in Algerien eher das 102. oder 103. – so genau weiß das heute keiner mehr. Aber es heißt, Algier habe einfach besser in das Konzept der Öffentlichkeitsarbeit gepasst.

Um die Eröffnung des 100. Goethe-Instituts ranken sich bis heute Gerüchte. Denn wahrscheinlich ist das Institut in der algerischen Hauptstadt nicht der 100. Standort, als es 1963 seine Pforten öffnet. Entweder sorgt die große Zahl der Neueröffnungen für Verwirrung oder die runde Zahl passt besser in das Konzept der Öffentlichkeitsarbeit. So kann man die erhöhten Aktivitäten des Goethe-Instituts im Nordwesten Afrikas und in Vorderasien bewerben und die vorherigen Eröffnungen in Beirut, Teheran und Amman erwähnen. Der gewünschte PR-Effekt tritt tatsächlich ein: Die Geschichte ist der ARD einen Bericht im Kulturprogramm wert.

1964

Das Albert Mangelsdorff Quintett auf Asientour
Jazz als Exportschlager

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1965

Das Goethe-Institut Paris empfängt Marlene Dietrich
„Der blaue Engel“

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1965

Das Goethe-Institut Paris empfängt Marlene Dietrich
„Der blaue Engel“

Einer der größten Weltstars seiner Zeit besucht eine Aufführung von „Der blaue Engel“ des Goethe-Instituts Paris: Marlene Dietrich. Der Publikumsandrang ist derart immens, dass es drei Ordnungshüter braucht, um für geordneten Einlass zu sorgen.

​Mit ihrer Rolle als Lola in „Der blaue Engel“ von 1930 öffnen sich Marlene Dietrich die Tore Hollywoods und sie wird endgültig zum Weltstar. Nicht gewillt, den Nationalsozialismus zu unterstützen, kehrt sie noch in den 1930er-Jahren Deutschland den Rücken und nimmt die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Erst in den 1960er-Jahren kehrt sie nach Europa zurück. Paris wird ihre neue Heimat, und 1965 beschert sie dem hiesigen Goethe-Institut eine kleine Sensation: Sie schaut persönlich bei einer Aufführung von „Der blaue Engel“ im Musée des Arts Decoratifs vorbei.

Mann in Mondanzug © Goethe-Institut Archiv

1966

Lehrfilm-Reihe „Guten Tag“

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1966

Lehrfilm-Reihe „Guten Tag“
„Diese Rakete fährt nicht nach Beta.“
Mitte der 1960er-Jahre veröffentlicht das Goethe-Institut die Sprachfilme „Guten Tag“, die Deutschlernende auf Alltagssituationen wie den Besuch eines Restaurants oder die Suche nach einer Wohnung vorbereiten. Um auch junge Sprachschüler*innen zu begeistern, orientieren sich einige Szenen an der angesagten Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille Orion“.
© Goethe-Institut Archiv

1969

Im Juli unterzeichnen das Goethe-Institut und das Auswärtige Amt einen ersten Rahmenvertrag über die Zusammenarbeit.

1970­1988


Zeitgenössische Kunst, Aufarbeitung der Vergangenheit

Zur zweiten Periode